Raimond Aumann war 1988 beim „Wunder von Mailand“ einer der großen FCB-Protagonisten. Für das CL-Viertelfinal-Rückspiel in San Siro ist er auch diesmal optimistisch.
Raimond Aumann war im Dezember 1988 einer der großen Helden des FC Bayern, als der im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Pokals im San-Siro-Stadion Inter Mailand nach einer 0:2-Heimniederlage sensationell aus dem Wettbewerb warf. Gut 36 Jahre später setzt der 4-malige Nationaltorhüter vor dem CL-Viertelfinal-Rückspiel auch auf den erst 21-jährigen Jonas Urbig.
„Jonas kann das. Er macht seinen Job ausgezeichnet. Er ist super integriert, spielt gut mit, antizipiert sehr gut, ist gut mit dem Fuß unterwegs. Der Junge hat viel Potenzial“, so der 61-Jährige vor dem Rückspiel des deutschen Rekordmeisters bei Inter Mailand.
Auch FCB-Coach Vincent Kompany vertraut voll und ganz auf den jungen Keeper. So betonte der Belgier auf der PK vor der Partie, er habe „trotz der Rückschläge volles Vertrauen, dass wir es mit Jonas schaffen können“. Wie regelmäßig zuvor nahm er den Druck von den Schultern des deutschen U21-Nationaltorwarts: „Der ist immer bei den erfahrenen Spielern. Die sollen dafür sorgen, dass wir morgen weiterkommen.“
Laut Aumann ist die Partie für Urbig „ein Traum. Er ist es ja inzwischen gewohnt, vor großen Kulissen zu spielen. San Siro wird ihn eher motivieren als einschüchtern. Ich traue ihm das zu. In solchen Spielen kann er sich in den Fokus spielen“.
Der heute 61-Jährige war selbst im Achtelfinal-Rückspiel des UEFA-Cups am 7. Dezember 1988 im San-Siro-Stadion über sich hinausgewachsen. Nach der 0:2-Heimniederlage zwei Wochen zuvor im Münchner Olympiastadion rettete Aumann den Bayern mit zahlreichen Weltklasseparaden gegen Matthäus & Co. ein nicht für möglich gehaltenes 3:1. Damit war er damals hauptverantwortlich für das Einziehen in die nächste UEFA-Pokalrunde, welches heute als „Wunder von Mailand“ tituliert wird.
Bei der Prognose, ob Urbig zukünftig den fünffachen Welttorhüter Manuel Neuer beerben kann, ist Aumann noch zurückhaltend: „Das wird sich zeigen, darüber ein Urteil abzugeben, wäre noch viel zu früh. Das Potenzial hat er. Ich traue ihm alles zu. Aber man sollte nicht zu viel Druck aufbauen.“ Seit sechs Wochen vertritt Urbig den an der Wade verletzten 39-Jährigen.
Trotz der bitteren Heimniederlage vor einer Woche im Hinspiel ist Aumann vom Weiterkommen des FC Bayern überzeugt: „Aus dem Nichts, das wir hatten, haben wir so das Unmögliche geschafft. Und ich traue auch jetzt unserer Mannschaft alles zu. Ein 1:2 ist schon mal besser als ein 0:2. Wir haben jetzt ein Endspiel in Mailand! Ein Tor Rückstand bedeutet gar nichts. Sie haben eine bessere Chance, als wir damals hatten.“
Titelbild: Raimond Aumann – Weltklasse in San Siro 1988
