Sparkurs? Der FC Bayern ist der aktuelle Krösus der CL-Saison

Bei sämtlichen Diskussionen um Spielergehälter, -abgänge wie -zugänge wird beim FC Bayern der scheinbar notwendige Sparkurs erwähnt. Dabei sprudeln gewisse Geldquellen wie niemals zuvor.

Sportvorstand Max Eberl hat vor gut einem Jahr an der Säbener Straße einen ziemlich anspruchsvollen Job übernommen. Quasi als Einstandsgeschenk überreichte ihm der mächtige Aufsichtsrat des Vereins die Vorgabe, kurzfristig – ohne Qualitätsverlust – Spielerkaderkosten im zweistelligen Prozentbereich, macht munkelt von satten 20 Prozent, einzusparen. Selbst wenn man in jüngerer Vergangenheit möglicherweise das ein oder andere Mal zu tief in die Schatulle, beim Rekordmeister nennt sich diese „Festgeldkonto“ und ist legendär, gegriffen hat, gehen diese Vorgaben in Richtung „Quadratur des Kreises“.

Trotz Milliarden-Umsatz plötzlich in den roten Zahlen?

Bei vielen Beobachtern stiftet diese plötzliche Notwendigkeit zu einem drastischen Einsparkurs reichlich Verwirrung: Bei der letzten Jahreshauptversammlung der Vereinsmitglieder im Dezember 2024 wurde noch stolz verkündet, zum ersten Mal beim Umsatz die Milliarden-Hürde übersprungen zu haben. Jahrzehntelang, selbst während der Pandemie, erzielte man einen mehr oder weniger satten Jahresgewinn.

Aktuell wird jedoch geunkt, dass die Zeiten der Gewinne an der Säbener Straße der Vergangenheit angehören würden. Dabei versprechen die beiden großen internationalen Turniere in diesem Jahr Umsätze in einer niemals zuvor dagewesenen Größenordnung.

Gewaltige Einnahmen durch den neuen CL-Modus

Dass die Champions League mit dem neuen Gruppen-Modus nicht nur zwei bis vier Spiele mehr für den Sieger des Wettbewerbs mit sich bringt, sondern auch einen schönen Batzen mehr an Einnahmen, ist kein Geheimnis. Dem Gewinner des Henkelpotts blühen in dieser Spielzeit sagenhafte 160 Millionen Euro an Einnahmen.

Der FC Bayern ist dabei der CL-Viertelfinalist, der mit bereits sicheren 105,866 Millionen Euro an Einnahmen die höchste höchste Summe aller 36 Teilnehmer erzielt hat. Dies ermittelten die Experten von Football meets data (FMD), deren Detailrechnung wie folgt aussieht:

Für die Qualifikation 18,62 Millionen, für die Punkte in der Ligaphase 10,5 Mio., die Platzierung in der Ligaphase 8,35 Mio., die Boni für Playoff- und Achtelfinaleinzug 12 Mio., den Viertelfinaleinzug 12,5 Mio. sowie satte 43,89 Mio. als sogenannte Wertprämie. Diese berechnet sich nicht zuletzt aus einem Fünf- sowie einem Zehn-Jahres-Koeffizienten, berücksichtigt also das historische Abschneiden der Vereine in den UEFA-Klubwettbewerben.

Zweiter in diesem Geldranking ist übrigens das in der Ligaphase bezwungene Paris Saint Germain mit 104,417 Mio. Euro, auch der BVB liegt mit 102,163 Mio. bereits im dreistelligen Bereich.

Auch die Zuschauereinnahmen sind gewaltig

Dazu kommen noch die Zuschauereinnahmen aus den Heimspielen: Der FCB verzeichnete bislang in allen sechs CL-Partien in der Allianz Arena eine mit 75.000 Fans vollbesetzte Hütte. Seit der Playoff-Runde erhöhen sich die Ticketpreise sprunghaft: Die Tickets für Leverkusen waren teurer als die für Celtic, die für Inter sind noch einmal teurer – und in einem möglichen Halbfinale wird sich dieser Trend sicherlich noch einmal fortsetzen.

Bei einem „Finalsieg dahoam“ würden die gesamten Wettbewerbseinnahmen des FC Bayern gewiss auf weit jenseits der 200 Millionen Euro ansteigen. Bereits jetzt sollten Gesamteinnahmen von mehr als 150 Mio. sicher sein.

Klub-WM die nächste sprudelnde Geldquelle

Mitte Juni startet dann in den USA die Klub-WM. Der deutsche Rekordmeister zählt auch dort zu den aussichtsreichsten Mannschaften. Allein die FCB-Antrittsprämie soll 27 Millionen Euro betragen, der Klub-Weltmeister insgesamt bis zu 113 Mio. verdienen können – in sieben Partien.

Wenn im Sommer nicht ein Florian Wirtz für 150 Millionen Euro und mehr Ablösesumme von Bayer Leverkusen losgeeist werden soll, ist kaum damit zu rechnen, dass der FC Bayern im Jahr seines 125. Geburtstags die Tradition der schwarzen Zahlen in der Jahresbilanz beenden wird. Man nennt das auch Jammern auf sehr hohem Niveau.

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