Jamal Musiala soll für seine langfristige Vertragsverlängerung beim FC Bayern eine Ausstiegsklausel verlangen, ein heiß diskutiertes Thema. Ein anderer Superstar besitzt eine solche offensichtlich schon.
Es ist die Zeit der Vertragsverlängerungen beim FC Bayern. Der Rekordmeister hat nun kurz hintereinander die Ausweitung der laufenden Kontrakte mit Kapitän Manuel Neuer und Alphonso Davies verkündet. Andere wie Joshua Kimmich und nicht zuletzt Jamal Musiala sollen rasch folgen. Ein kontrovers diskutiertes Thema beim 21-Jährigen ist dabei die angeblich von ihm dafür geforderte Ausstiegsklausel in Höhe von 175 Millionen Euro. Gegner eines solchen Deals schimpfen in diesem Zusammenhang über einen Tabubruch, der gegen die Prinzipien an der Säbener Straße verstoßen würde.
Die Realität zeigt aber ganz offensichtlich ein anderes Bild. Denn zum einen entwickelt sich nicht nur das Fußballspiel auf dem grünen Rasen ständig fort, auch die Regeln um den Volkssport herum, vor allem wenn es um die finanziellen Rahmenbedingungen geht, sind einem ständigen Wandel unterworfen. Auch der deutsche Rekordmeister kann und wird sich neuen Entwicklungen nicht widersetzen können. So ist eine Ausstiegsklausel beim FC Bayern wohl auch längst kein Tabubruch mehr. Harry Kane soll laut Medienmeldungen eine solche bei seiner Vertragsunterzeichnung im Sommer 2023 erhalten haben.
So hätte der englische Nationalmannschaftskapitän laut SportBild im kommenden Sommer für eine Ablöse von 80 Millionen Euro wechseln dürfen. Der 31-Jährige habe die Frist für diese Klausel im abgelaufenen Winter-Transferfenster jedoch verstreichen lassen.
Im kommenden Winter soll die Klausel wieder aktiv werden und einen Abgang im Sommer 2026 für eine Ablöse von 65 Millionen Euro ermöglichen. Dann ist der Toptorjäger des FCB aber auch schon 33 Jahre alt. Kanes Vertrag läuft 2027 aus und er wäre den Regeln des Profifußballs entsprechend ablösefrei.
Die SportBild berichtet in diesem Kontext, dass sich der FC Bayern zu einer etwaigen Klausel nicht äußern wolle, weiß wohl aber, dass sich Kane die Klausel für den Fall habe zusichern lassen, falls er vorzeitig nach England zurückkehren wolle. Allerdings stand ein Abgang bislang nie zur Diskussion, Kane und Familie fühlen sich im Verein und in der Stadt äußerst wohl.
Das Beispiel Kane zeigt deutlich auf, dass eine Ausstiegsklausel nicht so kritisch gesehen werden muss, wie es derzeit im Fall Jamal Musiala viele tun. Passt es sportlich und menschlich zwischen Verein und Spieler, droht wenig Gefahr für einen Abgang. In Krisenzeiten kann so eine Klausel aber auch hilfreich sein, dass man sich ohne eine häufig zu beobachtende Schlammschlacht auf korrekte Weise trennt. Die Regularien sind klar vorgegeben.
Fühlt sich der 21-jährige Supertechniker weiterhin so wohl in München, wie er jetzt immer betont, droht so schnell kein Abgang. Die Kontraktverlängerung seines Kumpels Alphonso Davies ist dabei auch ziemlich hilfreich – und 175 Millionen Euro zahlt zudem kein Verein aus der Portokasse.
