Halb Fußball-Europa möchte Mathys Tel – der liebt aber den FC Bayern

Bei Mathys Tel läuft es in dieser Saison nicht rund. Laut Medienberichten würde der FC Bayern folglich einer 60-Millionen-Offerte aus Tottenham zustimmen. Der junge Franzose hat aber andere Zukunftspläne.

Als der 17-jährige Tel im Sommer 2022 für die stolze Ablösesumme von 20 Millionen Euro von Stade Rennes zum FC Bayern wechselte, galt er als Supertalent mit Potenzial zum Weltklassespieler. Dieses deutete er bereits in seiner Debütsaison beim deutschen Rekordmeister – meist als Joker – eindrucksvoll an. In seiner zweiten FCB-Spielzeit 2023/24 steigerte er sich noch einmal und belegte mit wettbewerbsübergreifend starken 17 Scorerpunkten – 10 Tore – 7 Assists – vereinsintern einen beachtlichen vierten Platz.

Nun in seiner dritten Bayern-Saison, in der eigentlich alle seinen endgültigen großen Durchbruch in München erwartet hätten, läuft es jedoch überhaupt nicht bei ihm. Obwohl er eine exzellente Saison-Vorbereitung absolviert hat, für welche er extra auf die Olympischen Spiele in seinem Heimatland verzichtet hatte, kommt der französische U21-Nationalspieler unter dem neuen Trainer Vincent Kompany nicht in den Tritt.

Bislang steht gerade einmal ein kümmerlicher Assist – beim 5:0-Heimsieg über Hoffenheim für Leroy Sané – auf dem Konto von Tel. Stand er in der Startformation, verkrampfte er bedauerlicherweise zumeist, obwohl sein unbedingter Wille stets bis unter das Tribünendach zu erkennen war.

Trotzdem lehnte der 19-Jährige lange Zeit eine möglicherweise durchaus sinnvolle Leihe, um an Spielpraxis zu kommen, nahezu kategorisch ab. Er war sich sicher, dass er bei seinem Herzensverein den großen Durchbruch schaffen würde. Die immer geringer werdenden Einsatzzeiten scheinen ihn aber nun zum Ende der Wintertransferperiode zum Umdenken bewogen zu haben. Er kann sich mittlerweile einen Wechsel – aber wohl nur auf Leihbasis – vorstellen.

Eine Szene hätte möglicherweise das ganze Szenario noch ändern können: Vincent Kompany schenkte ihm im 8. CL-Ligaspiel gegen Slovan Bratislava das Vertrauen und berief ihn in die Startelf, vielleicht auch hoffend, dass bei Tel endlich der Knoten platzen könnte. In der 5. Minute dieser Partie hätte die bislang so ernüchternde Saison des 19-Jährigen tatsächlich eine Wende nehmen können. Nach einer Flanke von Sacha Boey schraubte Tel sich am Elfmeterpunkt zum Kopfball hoch, setzte diesen erfolgsversprechend als Aufsetzer ins linke Eck. Jedoch kratzte der slowakische Torwart Dominik Takac den tückischen Ball mit einer starken Parade gerade noch von der Torlinie.

Statt durch ein Erfolgserlebnis endlich wieder Selbstvertrauen tanken zu können, verkrampfte er im weiteren Spielverlauf trotz größter Bemühungen erneut zusehends und wurde nach einer Stunde für seinen Landsmann Kingsley Coman, der sich in der Schlussphase des Spiels noch in die Torschützenliste eintragen konnte, ausgewechselt.

Als Tel sich nach der Partie auffallend emotional und ausgiebig von den Südkurvenfans verabschiedete, explodierten die Spekulationen nahezu. Max Eberl informierte zudem auf der PK vor dem BL-Spiel gegen Holstein Kiel, dass ein außergewöhnlich großes Interesse von zahlreichen europäischen Topclubs, offensichtlich vor allem aus der Premier League, am jungen Franzosen bestünde.

Und plötzlich kursierten sogar Gerüchte, dass nicht nur eine Leihe, sondern sogar ein fixer Abgang möglich sei. Tottenham Hotspur soll sich mit einer beachtlichen 60-Millionen-Euro-Offerte sogleich ins Spiel gebracht haben, der FC Bayern dieser sogar – selbst auf einen Nkunku-Transfer schielend – zugestimmt haben.

Viele Bayernfans reagierten darauf entsetzt, traurig, wütend. So wie Mathys Tel ganz offensichtlich den FCB in sein Herz geschlossen hat, wird dieser von der Mehrheit der Fans des Rekordmeisters geliebt. Und nun erneut gefeiert: Denn die Mega-Transfersumme müssen Max Eberl & Co., sollten sie tatsächlich darauf spekuliert haben, abschreiben. Der Fanliebling will nicht fix nach London!

Auch wenn sich nun angeblich der derzeit strauchelnde englische Rekordmeister Manchester United in Position bringt: In Mathys Tels Karriereplanung steht offenbar weiterhin ein Durchbruch bei seinem Münchner Herzensverein ganz oben auf der Liste. Der Umweg über eine Leihe scheint nun akzeptiert zu werden, ein fixer Verkauf passt jedoch nicht ins Konzept!

Mathys Tel ist ein sympathischer junger Spieler, der sowohl vom Talent als auch vom Charakter das Zeug zu einer Vereinslegende hat. Sollte man so ein Potenzial selbst in der heutigen kalten Geschäftswelt im Profifußball für 60 Millionen Euro, von welchen wohl sechs bis neun nach Rennes wandern würden, aufgeben? Die Verantwortlichen an der Säbener Straße sollten sich der Tragweite bewusst sein.


Titelbild: In der Saisonvorbereitung lief noch alles bestens für Mathys.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen