Anfang der Woche hatte der FC Bayern Jonas Urbig, den deutschen U21-Nationaltorwart vom 1. FC Köln, als Neuzugang präsentiert. Dieser beeindruckte nun mit einer äußerst souveränen Vorstellung bei seiner Einstands-PK.
Anschließend an die Spieltags-PK vor der Bundesligapartie gegen Holstein Kiel mit FCB-Coach Vincent Kompany und Sportvorstand Max Eberl stellte letzterer in einer weiteren PK den talentierten 21-jährigen Keeper den Bayernfans vor. Dieser hatte bereits im Vorfeld seine ambitionierten Ziele in München benannt: „Der FC Bayern ist einer der größten Vereine der Welt. Ich bin stolz, jetzt hier zu sein und freue mich darauf, meine neue Mannschaft möglichst schnell kennenzulernen. Mein Ziel ist es, jeden Tag professionell an mir zu arbeiten und mich in unserer Torwart-Gruppe um Manuel Neuer beständig weiterzuentwickeln.“
Eberl erklärte den sofortigen Winterwechsel Urbigs, obwohl dieser beim Aufstiegsaspiranten in Köln zuletzt nur noch die Nummer 2 war. Tatsächlich soll er sofort bei den Spielen auf der Bank sitzen, die Ausfallzeit von Daniel Peretz scheint sich doch bis mindestens Ende Februar auszudehnen, während Sven Ulreich aus den nicht weiter erläuterten privaten Gründen offensichtlich weiterhin regelmäßig ausfallen kann und wird.
Der FCB-Sportchef erläuterte weiter: „Mit Manuel Neuer haben wir von Anfang an gesprochen, was unser Plan ist und haben eine extreme Offenheit gespürt“. Urbigs Ausstrahlung habe ihm sofort imponiert. „Das hat er in den Gesprächen widergespiegelt. Er weiß was er will, ohne abgehoben zu sein. Wir holen Jonas, damit er sich entwickelt. Das hängt von uns allen ab. Im Sommer haben wir mit Manu, Ulle – vorausgesetzt, dass wir es mit der Verlängerung hinbekommen – und Jonas die Torwartsituation. Bei Daniel Peretz schauen wir, wie es weitergeht, gegebenenfalls mit einer Leihe.“
Der Nachwuchskeeper selbst zeigte sich angetan von der Atmosphäre an der Säbener Straße: „Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen. Es ist ein großer Schritt, aber ich fühle mich seit Tag eins sehr wohl. Es sind super Persönlichkeiten in der Mannschaft, die es mir sehr leicht gemacht haben.“ Zu seinen ersten Zielen beim Rekordmeister: „Ich möchte erstmal hier ankommen, gemeinsam mit der guten Torwartgruppe. Wir wollen uns gemeinsam gegenseitig pushen, um uns zu entwickeln. Da freue ich mich drauf. Jetzt heißt es erstmal, hier anzukommen.“
Der 21-Jährige zu seinen Torwartvorbildern: „Natürlich hat mich Manuel Neuer inspiriert, auch Iker Casillas. Das waren meine Idole. Ich freue mich, jetzt mit Manuel zu trainieren, aber generell mit der gesamten Torwart-Gruppe. Ich mache mir keine Gedanken, ob ich jemanden beerbe. Ich will mich erstmal in der Mannschaft integrieren.“
Jonas Urbig wirkt bei seiner Präsentation auf bemerkenswerte Weise gleichzeitig extrem selbstbewusst und trotzdem angenehm bescheiden: „Ich kann von allen lernen, die hier sind. Manuel Neuer hat das Torwartspiel der letzten Jahre geprägt. Wir haben einen tollen Trainer, der gute Arbeit leistet. Ich freue mich auf die kommende Zeit.“
Der gebürtige Euskirchener machte seine ersten Schritte als Fußballer im Nachwuchsbereich des 1. FC Köln und feierte dort unter anderem die Deutsche Meisterschaft bei den B-Junioren. Sein Profidebüt gab er 19-jährig im Januar 2023 als Leihspieler beim Zweitligisten Jahn Regensburg und empfahl sich anschließend über eine weitere Saison auf Leihbasis bei der SpVgg Greuther Fürth für die Profimannschaft bei seinem Heimatverein.
Insgesamt absolvierte er bislang 60 Partien in der Zweiten Bundesliga. Ab der U17 hat Urbig in allen Juniorenauswahlteams des DFB im Einsätze bekommen. Aktuell steht er bei acht Partien für die deutsche U21.
Spätestens seit dieser bemerkenswerten Pressekonferenz an der Seite Max Eberl kann man sich Urbig durchaus auch als Neuer-Nachfolger beim FC Bayern und in fernerer Zukunft der deutschen A-Nationalmannschaft vorstellen. Wenn er diese Ruhe und Souveränität auch auf dem Spielfeld zeigen kann.
