Die zahlreichen Verletzungen beeinflussen die Vorbereitung des FC Bayern auf die Rückrunde. Der Rekordmeister muss umplanen.
Wie bei vielen nationalen und internationalen Konkurrenten macht sich die große Belastung der Spieler auch beim FC Bayern in Form einer massiven Verletzungsproblematik bemerkbar. Chefcoach Vincent Kompany zeigte sich auf der letzten PK wenig überrascht von der scheinbar dramatischen Situation. Der Verein musste nun auf die Situation reagieren und seine Pläne für die Vorbereitung auf die Rückrunde ändern.
Mit Manuel Neuer, Harry Kane, Hiroki Ito, Josip Stanišić, Kingsley Coman, Alphonso Davies, João Palhinha und Serge Gnabry beklagen die Bayern aktuell zahlreiche Ausfälle, einige Spieler – wie Minjae Kim und Dayot Upamecano – scheinen an die Belastungsgrenze zu stoßen, Sven Ulreich fehlt aus „privaten Gründen“. Auch wenn der eine oder andere bald zurück erwartet wird, hat die Verletzungsproblematik direkten Einfluss auf die Vorbereitung zur Rückrunde im Januar.
Wie der FC Bayern auf seiner Homepage mitteilt, hat er folglich „seine Pläne für die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte im Winter aufgrund seiner veränderten Personalsituation und der sich daraus ergebenden Belastungssteuerung angepasst.“
Ursprünglich waren für den 6. Januar zwei Testspiele an einem Tag vorgesehen: Zur Mittagszeit gegen den Zweitligisten SpVgg Greuther Fürth im Campus-Stadion und am frühen Abend beim CL-Teilnehmer Red Bull in Salzburg. Die Partie gegen die Kleeblätter wurde nun abgesagt.
Der ursprüngliche Plan war wohl, die beiden Spiele mit zwei unterschiedlichen Mannschaften zu bestreiten. Der aktuelle Personalmangel lässt dies nicht zu.
Bayern-Trainer Kompany schickt seine Spieler nach dem letzten Bundesligaspiel 2024 am kommenden Freitagabend, 20. Dezember, gegen RB Leipzig für zwölf Tage bis zum 1. Januar in die Weihnachtsferien. Bereits am 11. Januar startet der Rekordmeister bei Borussia Mönchengladbach in die Pflichtspiele einer voraussichtlich sehr anstrengenden Rückrunde 2024/25.

In Bezug auf Verletzungen: „Eine Studie des Versicherungskonzerns Howden hat zusammengetragen, dass die verletzungsbedingten Ausfälle seit drei Jahren europaweit sehr deutlich steigen. Nirgends aber ist es so eklatant wie in der Bundesliga. So wurden für die Saison 2023/24 insgesamt 1255 Ausfälle wegen Blessuren oder Krankheit erfasst. In der Premier League sind es 915 und das, obwohl in England bekanntlich mehr Teams am Start sind und demnach auch mehr Spiele stattfinden pro Jahr. Noch mehr Fragen wirft die Zahl aus der französischen Ligue 1 auf: Dort gibt es, wie in der Bundesliga 18 Mannschaften, die erfassten Verletzungen lagen in der Saison 2023/24 allerdings bloß bei 437. Damit sind sie in der Bundesliga fast dreimal so hoch.” (Quelle: 11freunde.de)
In der vergangenen Saison war der FC Bayern mit Abstand die Bundesliga-Mannschaft mit der höchsten durchschnittlichen Anzahl verletzungsbedingter Fehltage: 73,88 – für uns ein Rekord in den letzten elf Spielzeiten. Die am wenigsten betroffene Mannschaft, zufällig oder nicht, war Leverkusen (32,69). (Quelle: fussballverletzungen.com)
Die Meinung von Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt: „Ich sehe ein grundsätzliches Problem im Profifußball. In der Bundesliga, aber auch in der englischen, spanischen, italienischen und französischen Liga. Die Kernspin-Technik. Ihr wird ein deutlich zu hoher Stellenwert eingeräumt. Der Glaube an sie ist viel zu groß geworden. Die moderne Sportmedizin befindet sich nicht im Stillstand, sondern in der Rückentwicklung.“ „Oft werden die Kernspin-Diagnosen von den Ärzten nicht manuell überprüft oder abgeglichen. Folglich stimmen die Diagnosen oft nicht. Die Sprache des Muskels wird viel zu wenig gehört. Die Technik kann die Hände nicht ersetzen. Das wird sie niemals können.“ (Quelle: bild.de)