DFB-Ermittlungen gegen Sané: Wütende Bayernfans fordern Sperre für Guirassy

Das Top-Duell zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern hatte im Nachgang einige Aufreger. Die FCB-Fans sehen ihren Verein krass benachteiligt.

Nachdem sich die Fußballexperten sehr schnell einig waren, dass Schiedsrichter Sven Jablonski im deutschen Clásico die Situation beim Ausgleichstreffer von Jamal Musiala – Niklas Süle hatte einen Freistoß von Leroy Sané ins Gesicht bekommen – vollkommen richtig eingeschätzt hatte, poppte sehr bald ein neues heiß diskutiertes Thema auf. Am Tag nach dem Spiel tauchte plötzlich ein Video, welches eine Tätlichkeit, einen Ellbogenschlag von Leroy Sané gegen Pascal Groß beweisen sollte, auf.

Kompany hat Sanés Aktion nicht mitbekommen

Tatsächlich ist eine wenig dynamische Bewegung des FCB-Offensivspielers gegen seinen Nationalmannschafts-Teamkollegen aus Dortmund zu sehen, der ihn zuvor leicht geschubst hatte. Groß schaut sich kurz um, um sich dann ballorientiert von Sané wegzubewegen.

Dazu FCB-Cheftrainer Vincent Kompany auf der PK vor dem Pokal-Hit gegen Bayer Leverkusen: „Ich habe es nicht gesehen, nicht einmal gehört und ich habe das Spiel fast zweimal geschaut.“ Und führt weiter aus: „Aber meistens, wenn die Frage nicht in den ersten fünf Minuten nach dem Spiel kommt, dann war es nicht so schlimm.“

Nach dem BVB-Spiel: Wofür die Bayernfans Kompany lieben – FC Bayern Total

DFB-Kontrollausschuss überprüft

Damit könnte man so eine eher harmlose Szene durchaus auch auf sich beruhen lassen. Passiert so aber wohl nicht. Denn nach Informationen der BILD hat sich nun der DFB-Kontrollausschuss der Sache angenommen, um die vermeintliche Tätlichkeit von Sané zu überprüfen.

Dieser Vorgang wird als Vorstufe beschrieben, bevor offizielle Ermittlungen eingeleitet werden. Sollten diese aufgenommen werden, würde das DFB-Sportgericht über die Strafe entscheiden – Sané droht dann im schlimmsten Fall sogar eine nachträgliche Sperre.

Ex-Schiedsrichter setzt vollkommen falsches Zeichen

Großes Kopfschütteln bei den Bayernfans löste in diesem Zusammenhang auch ein Statement des von der BILD dazu befragten ehemaligen Bundesliga-Schiedsrichters Thorsten Kinhöfer aus: „Wenn Groß sich fallen lässt und das Gesicht hält, so wie das heutzutage die meisten Spieler machen, wird das wahrscheinlich als Tätlichkeit gewertet“.

Hat da tatsächlich ein ehemaliger Unparteiischer den Spieler genau zu der Theatralik aufgerufen, die bei einer riesigen Mehrheit der Fans und wohl auch in den Medien so extrem verpönt ist? Pascal Groß hat sich als fairer Sportsmann erwiesen, wohl wissend, dass auch er mit der von Kinhöfer nahezu eingeforderten Verhaltensweise in ein sehr negatives Licht gerückt hätte werden können. Der Ex-Schiri hätte mit einem „Groß zeigte in der Situation ein vorbildhaftes Verhalten“ ein positives Zeichen setzen können. Hat er leider fahrlässig verpasst.

Guirassys Ellbogenschlag beendet Arbeitstag von Minjae

Es gab beim Spitzenduell aber auch noch eine andere Szene, die sehr schnell im Netz von den Bayernanhängern diskutiert wurde, sonst aber erstaunlicherweise komplett ignoriert wurde: FCB-Innenverteidiger Minjae Kim musste in der 80. Minute nach einem Ellbogenschlag von BVB-Stürmer Serhou Guirassy mit blutender Gesichtswunde ausgewechselt und anschließend wohl getackert werden.

Die FCB-Fangemeinschaft kommentierte dies folgendermaßen:

„Das war ein lupenreiner Ellbogenstoß mit voller Wucht ins Gesicht!“

„Das war pure Absicht von Guirassy.“

„Wäre es nicht Dortmund sondern einer der anderen 17 Bundesligisten gewesen, dessen Spieler einem Gegenspieler bewusst eine Platzwunde zufügt, wäre spätestens durch Eingriff des VAR ein Platzverweis die Folge gewesen.“

FCB-Fans reagieren zunehmend wütend und verständnislos

Nachdem die Aktion von Sané immer mehr in den Fokus gerückt war, änderte sich die anfängliche Verwunderung über das Ignorieren der Szene in Wut:

„Habe mich auch schon gewundert, warum dieses Foul nie in den Medien erwähnt wurde.“

„Es sollten Ermittlungen aufgenommen werden, denn der bewusste Schlag führte zu einer blutenden Gesichtsverletzung!“

„Auf jeden Fall hätte Guirassy Rot sehen und Bayern hätte noch einen Elfer bekommen müssen!“ (Hier wird auf eine Szene angesprochen, in welcher Sané im Strafraum von Bensebaini gehalten wurde und anstelle des Elfmeters eine gelbe Karte wegen Meckerns bekam.)

Fußball ist ein Kontaktsport – bitte keine unnötigen Ermittlungen im Nachgang!

Die Meinung vieler Bayernfans vereinigt aber wohl dieses Statement:

„Wenn man im Nachhinein gegen Sané ermittelt, dann muss man auch gegen Guirassy ermitteln. Normalerweise ist das Spiel vorbei, der Schiedsrichter hat nichts moniert auf dem Platz. In beiden Sachen sollte es dann auch gut sein.“

Sollte der DFB-Kontrollausschuss kein Verfahren gegen Leroy Sané einleiten, dürften die Anhänger des Rekordmeisters wohl auch das Foul von Guirassy gegen Minjae in der Rubrik – „kann im Fußball passieren“ – wegstecken.


Titelbild: Sané feiert Jamal Musiala, den Schützen zum Ausgleichstreffer in Dortmund.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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