„Deutscher Meister wird nur die SGE“ – Frankfurt ein ernsthafter Bayern-Konkurrent?

Frankfurt verkürzt mit dem siebten Pflichtspielsieg in Serie den Rückstand auf Tabellenführer Bayern auf vier Punkte. Ist das nur eine Momentaufnahme oder kann die als „launische Diva“ bekannte Eintracht dem Rekordmeister tatsächlich gefährlich werden?

Als Uli Hoeneß jüngst die ernst zu nehmende Meisterschaftskonkurrenz des FC Bayern auf Bayer Leverkusen und RB Leipzig eingrenzte, war das kollektive Aufjaulen besonders in Dortmund groß. Beim derzeitigen Tabellen-Zweiten der Fußball-Bundesliga in Frankfurt blieb man dagegen ruhig.

Entspannter Kapitän, euphorische Fans

Auch nach dem gestrigen 4:0-Sieg beim UEFA Conference League Teilnehmer 1. FC Heidenheim, welcher sich allerdings in seiner 2. Bundesliga-Saison in akuter Abstiegsgefahr befindet, ließ sich Eintracht-Kapitän Kevin Trapp keine Kampfansage Richtung München entlocken. Am DAZN-Mikrofon: „Es ist eine wunderschöne Momentaufnahme, auf Platz zwei zu stehen. Das Beste, was wir machen können, ist einfach genau so weiter zu machen.

Wenn dies tatsächlich gelingt, könnte es für die Hessen in dieser Saison weit gehen. Gegen Heidenheim feierte die Mannschaft von Ex-FCB-Co-Trainer Dino Toppmöller bereits den siebten Pflichtspielsieg in Folge – und verkürzte als erster Verfolger nach dem 1:1 des FCB in Dortmund den Rückstand auf den Rekordmeister auf vier Punkte. „Deutscher Meister wird nur die SGE!“, sangen die mitgereisten Fans übermütig.

Effektivität als Erfolgsgarant

Wir haben unheimlich viel Selbstvertrauen und auch ein gewisses Selbstverständnis entwickelt“, schwärmte Trapp, der auch die „unfassbare Effektivität“ seiner Mitspieler hervorhob. Gegen Heidenheim bestach einmal mehr Topstürmer Omar Marmoush mit zwei Toren – auch Linksverteidiger Nathaniel Brown überzeugte angesichts von drei Vorlagen.

Diese „unfassbare Effektivität“ ist derzeit der ganz Trumpf im Vergleich zum bayerischen Titelfavoriten. Leidet Vincent Kompanys Truppe speziell in den Topspielen regelmäßig an Chancenwucher, ist die Quote von Marmoush & Co. außergewöhnlich gut. Hätten die Bayern gegen Leverkusen (1:1), in Frankfurt (3:3) und am Wochenende in Dortmund ihre Tormöglichkeiten nur ansatzweise auf normalem Level ausgenützt, wären sie bereits nach zwölf Spieltagen nahezu uneinholbar enteilt.

Das alles kann aber definitiv nur eine Momentaufnahme sein. Fällt bei der Eintracht einmal Marmoush – wie jetzt Harry Kane in München – für einen sogar längeren Zeitraum aus, dann könnte diese „unfassbare Effektivität“ sehr schnell der Vergangenheit angehören. Dies könnte übrigens selbst mit dem mittlerweile 13-fachen BL-Torschützen passieren.

Übertrumpft Dino seinen Vater Klaus Toppmöller?

Macht die Eintracht aber tatsächlich „einfach genau so weiter“, käme es zu einem Novum in der Bundesliga-Historie: Ein Titelzweikampf zwischen dem FCB und der Eintracht.

In der Spielzeit 1993/94 hatte zwar Dino Toppmöllers Vater Klaus als Eintracht-Trainer eine voreilige Verabschiedung des Rekordmeisters aus dem Titelrennen verkündet – „bye bye Bayern“ – allerdings bezahlte er seinen Übermut bitter. Aufgrund einer Frankfurter Niederlagenserie erlebte er selbst das Saisonende nicht mehr auf der Trainerbank und musste tatenlos zusehen, wie am Saisonende Beckenbauers Bayern die Meisterschale hoch hielten, während die Eintracht auf Platz 5 eintrudelte. Des Kaisers Torwandtreffer vom Weißbierglas im Sportstudio dürfte ihm den Rest gegeben haben.

Die Eintracht Bayern-Gegner beim ersten großen Titel

So blieb es bislang bei einem einzigen Titelkampf zwischen den Frankfurtern und Münchner Bayern: Im Meisterschaftsfinale 1932 bezwangen Kurt Landauers Bayern die Eintracht in Nürnberg mit 2:0. Der erste große Triumph in der legendären FCB-Geschichte.

Die legendäre erste deutsche Meisterschaft des FC Bayern unter Kurt Landauer – FC Bayern Total


Titelbild: Am letzten Spieltag der BL-Saison 2018/19 war die Eintracht zwar nicht der Konkurrent um den Titel, aber der Gegner in der Allianz Arena. Die Bayern mussten einen Punkt holen, um Meister zu werden. Es wurde ein grandioses 5:1. Franck Ribéry und Arjen Robben wurden bei ihrem letzten BL-Spiel nicht nur gebührend geehrt (SK-Choreo vor dem Spiel), sondern ließen sich für ihre Tore zum 4:1 und 5:1 auch frenetisch feiern. Ein Fußballmärchen.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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