Davies-Wechsel nach Madrid: Hat der FC Bayern bereits seinen Nachfolger?

Auch wenn noch keine Entscheidung im Poker um Alphonso Davies zwischen dem FC Bayern und Real Madrid, aber auch möglichen anderen Interessenten gefallen ist, erscheint ein Abgang eher wahrscheinlich als ein Verbleib an der Säbener Straße zu sein. Muss sich der deutsche Rekordmeister aber gar nicht so viele Sorgen machen, weil ein hochtalentierter Nachfolger vereinsintern bereits zur Verfügung steht?

In den mittlerweile anderthalb Jahre andauernden Verhandlungen mit Nick Huoseh, dem Berater von Davies, geht es um sehr viel Geld. Dabei müssen die Verantwortlichen des FCB abwägen, ob ein ablösefreier Abgang des 24-jährigen Kanadiers nicht einen größeren finanziellen Schaden verursacht wie eine saftige Gehaltsaufbesserung plus Unterschriftsprämie, die die Spielerseite angeblich zusätzlich aufruft.

In der Vergangenheit kursierten so auch zahlreiche Gerüchte um Spieler, die Davies adäquat ersetzen könnten, aber selbst eine Stange Geld kosten würden. Der Bruder des früheren FCB-Profis Lucas Hernández Theo von AC Milan gehört beispielsweise zu diesen. Aber warum in der Ferne schweifen, wenn das Gute möglicherweise so nahe ist?

Adam Aznou – die Alternative zu teuren Neuverpflichtungen

Vor zwei Jahren ist der mittlerweile 18-jährige Adam Aznou aus der berühmten Nachwuchsakademie La Masia des FC Barcelona in den Campus des FC Bayern gewechselt. Nicht wenige Experten und Fans sehen in ihm den neuen Shooting-Star des Rekordmeisters.

Nachdem er in der Jugend noch abwechselnd für spanische und marokkanische U-Nationalmannschaften aufgelaufen war, entschied sich Aznou jüngst für die Nordafrikaner. Gestern lief er bereist zum dritten Mal für den WM-Vierten auf und überzeugte abermals auf ganzer Linie.

Mittlerweile marokkanischer A-Nationalspieler

Der linke Außenverteidiger, der im September in der marokkanischen A-Nationalmannschaft in der Afrika-Cup-Qualifikation auswärts gegen Lesotho (1:0) seine Premiere gefeiert hatte, bot gestern gegen denselben Kontrahenten im Rückspiel (7:0) über 74 Minuten erneut eine tadellose Leistung.

Bei seiner Premiere war er sogleich zum „Player of the Match“ gewählt worden und hatte sich dankbar darüber gezeigt, „dass meine Teamkollegen mir den Einstieg so leicht gemacht haben. Mein Trikot aus dem Spiel bekommt einen besonderen Platz bei meinen Eltern zu Hause.“

Hierzulande hatten viele Fans in der Vergangenheit bereits Spielzeit für das Defensivtalent in der Bundesliga gefordert und Anfang des Monats war es im Heimspiel gegen Union Berlin (3:0) endlich so weit: Aznou kam in der 80. Minute für Alphonso Davies in die Partie und feierte sein Profidebüt bei den Bayern.

Vereinsverantwortliche loben Aznou

„Adam hat es sehr gut gemacht. Im Training, aber auch mit der Nationalmannschaft“, sagte Bayern-Trainer Vincent Kompany nach der Partie und ergänzte: „Und jetzt hast du natürlich das Gefühl, du hast einen Extra-Spieler dabei. Adam ist jung, er kann stolz sein, seine Eltern können stolz sein. Es gibt noch sehr viel Arbeit auf dem Weg.“

Auch Sportvorstand Max Eberl lobt den Youngster. „Er hat ein extrem großes Talent. Er verfügt über ein unglaublich großes Potenzial und deswegen sind wir froh, dass er jetzt auch im Profibereich angekommen ist. Es werden hoffentlich noch ganz viele Spiele dazukommen.“

Aznou stand bislang in dieser Saison in allen vier Spielen der FCB-U19 in der UEFA Youth League auf dem Rasen, dabei gelangen ihm ein Tor und zwei Vorlagen. Zudem bestritt er sechs Regionalligaeinsätze für die Bayern Amateure.

Vereinsverantwortliche loben Aznou

Der dreifache marokkanische Nationalspieler bietet ein anderes Gesamtpaket als sein möglicherweise scheidender Vorgänger auf der linken Abwehrseite an. Er ist sicherlich nicht so pfeilschnell wie Davies, dafür aber technisch (weitaus) versierter. Der große Vorteil für die FCB-Verantwortlichen bei ihm: Aznou ist um ein Vielfaches günstiger als der heiß umworbene Davies. Noch.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Kommentar verfassen