Karriereende: Kahn mit warnenden Worten Richtung Neuer

Oliver Kahn kennt das derzeitige Szenario von FCB-Kapitän Manuel Neuer aus seiner eigenen Profilaufbahn bestens, warnt ihn und gibt ihm in einem Interview Ratschläge.

Der ehemalige FCB-CEO und Fußball-Nationaltorwart Oliver Kahn warnt in einem Interview mit der SportBILD Manuel Neuer vor einem Tief nach dem DFB-Karriereende: „Man fällt in ein Loch und fragt sich: Was ist jetzt noch das Ziel, was kann ich noch erreichen. Mich wundert es daher nicht, dass Manuel in dieser Saison noch nicht in jedem Spiel die Leistungen zeigt, die wir von ihm gewohnt sind“.

Der 38-jährige Neuer, der beim deutschen Rekordmeister noch einen Vertrag bis 2025 besitzt, ist laut Kahn „immer noch in der Lage, seine Weltklasse abzurufen“. Allerdings betont der Vize-Weltmeister von 2002 auch: „Konstant ist das eine große Herausforderung. Er muss für sich selbst ein klares Ziel definieren.“ Der Weltmeister von 2014 sei es gewohnt gewesen, „jahrelang den Nimbus als Nummer 1 in der Nationalmannschaft zu haben und diesen zu verteidigen. Der Moment, in dem das wegfällt, ist nicht leicht, vor allem psychologisch“, so Kahn.

Der heutige 55-Jährige hat nach eigenen Aussagen nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft 2006 für sich und den FC Bayern beschlossen: „Zwei Jahre noch, dann ist Schluss. Das hat mir und dem Verein geholfen. Jeder wusste genau, was Sache ist“.

Aus dem „klar definierten Ende“ habe er damals Motivation ziehen können, erklärt Kahn weiter: „Bis dahin wollte ich viel gewinnen und auf einem hohen und würdigen Niveau aussteigen. Keiner will am Ende der Karriere aus dem Stadion gepfiffen werden.“

Ein mögliches Szenario für Neuers Traumabschluss sieht Kahn im kommenden Jahr: „Falls es dem FC Bayern gelingen sollte, im Mai 2025 in München die Champions League zu gewinnen, wäre das ein perfekter Zeitpunkt.“ Allerdings hat Neuer ebenso wie der ebenfalls vor seinem Karriereende stehende Thomas Müller noch die im neuen Format in den USA stattfindende Klub-WM als klares Ziel ausgegeben – und tendiert wohl dazu, noch eine weitere Saison beim FCB dranzuhängen.

Hängt der fünffache Welttorhüter nach der Saison 2025/26 seine Fußballschuhe als 40-Jähriger an den Nagel, würde er es wie Kahn zwei Jahre nach seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft tun. Kahns Rücktritt aus dem DFB-Team war jedoch 2006 weniger freiwillig als der von Neuer in diesem Sommer. Beim zuvor in Deutschland stattfindenden Sommermärchen war er nur eine Randfigur gewesen, Jürgen Klinsmann hatte damals aufgrund seiner Spielanlage Jens Lehmann im deutschen Tor bevorzugt. Kahns konservative Spielweise war eher ein Auslaufmodell gewesen.

Übrigens war die Bayernsaison 2006/07, also diejenige nach Kahns Rücktritt aus der Nationalmannschaft, tatsächlich die schlechteste FCB-Saison in diesem Jahrtausend. Die letzte Spielzeit, in welcher sich der Rekordmeister nicht für die Champions League qualifizieren konnte. Seine Abschiedssaison 2007/08 war dann wieder eine großartige, von einem Double gekrönte. Das Pokalfinale gegen den BVB (2:1 n.V.) war der letzte ganz große Karrierehöhepunkt des VulKahns, er hielt seinem Team den Sieg gegen den damaligen Außenseiter fest.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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