Der FC Bayern ist auch unter Vincent Kompany die Tormaschine der Bundesliga, vor allem in den Auswärtsspielen. Gibt es beim morgigen Gastspiel auf St. Pauli einen neuen Rekord?
Als der deutsche Rekordmeister das letzte Mal beim Kiez-Verein antrat, hütete noch nicht einmal Manuel Neuer das Tor. Aus der heutigen Mannschaft war im Mai 2011 einzig die Klubikone Thomas Müller schon dabei, als der FCB den damaligen BL-Absteiger mit 8:1 fürchterlich verprügelte. Hauptverantwortlich dafür zeigten sich Mario Gomez mit einem Hattrick und die Vereinslegenden Franck Ribéry und Arjen Robben mit jeweils einem Doppelpack (Titelbild).
Die Vorzeichen vor der morgigen Partie des 10. Bundesligaspieltags sind ähnlich deutlich: Die Bayern führen nicht nur die Tabelle an, sondern reisen mit vier Pflichtspielen in Serie ohne Gegentor an. Außerdem befinden sich Vincent Kompanys Jungs einmal mehr auf Rekordkurs. Denn in allen bisherigen fünf Auswärtsauftritten dieser Saison erzielten sie mindestens drei Treffer. Eine weitere Partie mit wenigstens einem Dreierpack würde einen neuen Bundesliga-Bestwert bedeuten.
Auf der heutigen Spieltags-PK wurde der Bayern-Coach gefragt, ob er eine Erklärung hätte, warum die Tormaschine auswärts noch besser läuft als zuhause. Der Belgier zunächst nachdenklich: „Ich weiß es nicht ganz„. Legte dann aber nach: „Ich glaube nicht, dass wir zu viel Unterschied machen zwischen auswärts und zuhause. Für uns ist es eine Extra-Motivation, wenn wir in der Allianz-Arena spielen dürfen. Ob wir gegen St. Pauli auswärts spielen oder zuhause: Unser Plan ändert sich nicht. Vielleicht ist das ein Grund, warum wir auswärts so viel getroffen haben.„
So hält der 38-Jährige auch eine Matchplan-Änderung des morgigen Gegners für möglich. Bei den jüngsten beiden FCB-Heimspielen rührten sowohl Benfica Lissabon (1:0) als auch das als Tabellenvierter angereiste Union Berlin (3:0) Beton an und wurden nicht so bitter wie die deutlich mutigeren Holstein Kiel (6:1), Werder Bremen (5:0) und VfL Bochum (5:0) in deren eigenen Stadien bestraft. Allerdings sollte man dabei auch die unterschiedlichen Qualitäten der Mannschaften bedenken.
„Ich weiß nicht, ob das morgen der Fall sein wird„, meint Kompany vor seiner Rückkehr nach Hamburg. „Wir bereiten uns auf das vor, was wir gesehen haben.“ So hat der FC St. Pauli in seinen vier Heimspielen seit der Rückkehr ins Fußball-Oberhaus bislang noch kein einziges Tor erzielt und dabei lediglich zwei Punkte gewinnen können. Andrerseits sind die Hamburger bei einem Torverhältnis von 7:11 das Bundesligateam mit den viertwenigsten Gegentreffern.
Kompany selbst sieht der Partie am Millerntor insgesamt optimistisch entgegen. „Wir hatten nicht viel Erholung, aber trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Mannschaft frisch ist… Mental und körperlich.“ Weitere Verletzungssorgen kamen in den vergangenen englischen Wochen auch nicht dazu.
Eine neue Bundesligarekordmarke erscheint morgen also durchaus möglich. Viel wichtiger wird es dem Rekordmeister jedoch sein, erneut drei Punkte mit an die Säbener Straße zu nehmen.
