Nach einer schwierigen Debütsaison kommt Minjae Kim beim FC Bayern immer besser in Fahrt. Gegen Benfica Lissabon stellte er sogar einen Champions League Rekord auf.
Große Hoffnungen ruhten auf dem südkoreanischen Nationalspieler Minjae Kim, als er im Sommer 2023 vom frisch gebackenen italienischen Meister Napoli an die Säbener Straße wechselte. Der in seiner Heimat mit dem Spitznamen „Monster“ titulierte Innenverteidiger war für die Saison 2022/23 als bester Verteidiger der Serie A ausgezeichnet worden. Aus diversen Gründen – unter anderem konnte er wegen des Militärdienstes in Südkorea nicht an großen Teilen der Saisonvorbereitung teilnehmen – verlief seine erste Spielzeit beim FC Bayern jedoch sehr holprig. Negativer Höhepunkt waren seine spielentscheidenden Fehler in den CL-Halbfinal-Partien gegen Real Madrid.
Unter dem neuen FCB-Trainer Vincent Kompany zeigt Minjae aber immer mehr, wie er zu seinem positiv zu verstehenden Spitznamen gekommen ist. Das Monster kommt auf dem Spielfeld immer mehr zum Vorschein, nun auch in besonderem Maße im richtungsweisenden CL-Match gegen Benfica Lissabon am 4. Spieltag der Ligaphase.
Der 27-Jährige beeindruckte sowohl gegen als auch mit dem Ball. Noch stärker als seine Quote der gewonnenen Zweikämpfe (78 Prozent) war seine Passquote gegen den portugiesischen Rekordmeister. Tatsächlich brachte Minjae sämtliche 113 Zuspiele an den Mann und stellte damit laut Statistikportal Sofascore einen neuen CL-Rekord auf. Seit Beginn der Datenerfassung (2003/04) ist es bislang keinem einzigen Spieler gelungen, bei über 100 Pässen im Spiel sämtliche zum eigenen Mitspieler zu befördern.
Zwar spielte der 67-fache Nationalspieler vorwiegend kürzere Pässe, aber auch seine vier langen Bälle kamen bei den Teamkollegen an. Bereits seit Saisonbeginn ist zu erkennen, dass sich Minjae mehr als in der verkorksten vergangenen Spielzeit zutraut und er bei weiten Zuspielen immer mehr an Sicherheit gewinnt. Die vermeidbaren Fehlpässe, die Minjae 2023/24 noch häufiger unterlaufen waren, hat er fast komplett eingestellt.
Auch seine Teamkollegen registrieren die positive Entwicklung, wie nun Joshua Kimmich nach dem 1:0-Sieg gegen Benfica: „Ich fand Minjae im Zweikampf immer schon ein Monster – im positiven Sinn. Man merkt, wie er sich weiterentwickelt, dass er die Idee des Trainers versteht und die umsetzen möchte“.
Bei Minjae kommen solche Komplimente gut an, sie stärken sein Selbstvertrauen weiter: „Joshi ist ein guter Freund, der mir immer Mut macht. Es freut mich, wenn er mich das Abwehr-Monster nennt“.
Trotzdem sonnt sich der 27-Jährige nicht in Selbstzufriedenheit, kündigt stattdessen an, noch besser zu werden. „Ich habe Selbstvertrauen und fühle mich in München komplett angekommen. Aber es geht noch mehr – ich bin noch nicht auf dem Level angekommen, das ich in Neapel hatte.“
Was sich derzeit besonders positiv bei Vincent Kompanys Truppe auswirkt: Nicht nur die Leistungskurve von Minjae steigt permanent nach oben, auch sein Innenverteidigerpartner Dayot Upamecano nimmt dieselbe Entwicklung. Beide scheinen sich im Spielsystem des neuen Coaches mit der aggressiven Vorwärtsverteidigung besonders wohl zu fühlen.
