Punktabzüge, Wutrede – die Chronik von Didi Hamann als Spieler des FC Bayern

Mit wachsendem Unmut beobachten und kommentieren der FC Bayern und seine Fans die größtenteils unsachlichen Kritiken des sog. TV-Experten Didi Hamann an den Protagonisten des Vereins. Hat er sich bis vor kurzem ausschließlich an der Führungsetage und Trainern abgearbeitet, startet er nun offensichtlich dasselbe Prozedere mit den Spielern des Rekordmeisters. Jamal Musiala ist sein erstes Opfer. Dabei war der 51-Jährige einst selbst Kicker des FC Bayern, die Erinnerung an ihn ist dabei auch bei den älteren Fans fast nicht vorhanden.

Der gebürtige Oberpfälzer kam als Dreijähriger nach München, schloss sich als Fünfjähriger dem Münchner Stadtteil-Verein FC Wacker in Sendling an und wechselte als 16-Jähriger in die Jugend des FC Bayern. Dort wurde er schnell zum Juniorennationalspieler, spielte zunächst für die Bayern Amateure und von 1993 bis 1998 für die Profis des Rekordmeisters, für welche er in 106 BL-Spielen mäßige sechs Tore erzielte.

Fragt man Stadiongänger der 1990er Jahre nach dem damaligen FCB-Mittelfeldspieler und seiner Spielweise ist die Erinnerung schwach bis nicht vorhanden. Wäre er jetzt nicht dieser quengelnde TV-Experte, wäre er höchstwahrscheinlich längst komplett in Vergessenheit geraten.

Dennoch gab es zwei Ereignisse, die ihn fest in der FCB-Geschichte verankern ließen – und dies hat schlichtweg gar nichts mit den zwei gewonnenen Deutschen Meisterschaften (1994, 1997), dem UEFA-Pokal-Sieg (1996) und dem Pokalsieg 1998 zum Abschied zu tun. Der zweimalige Bayern-Cheftrainer Giovanni Trapattoni verschaffte ihm diese Einträge in die Geschichtsbücher des Vereins:

Am 15. April 1995 gewann der FC Bayern sein Bundesliga-Spiel bei der Frankfurter Eintracht souverän mit 5:2. Schaut man jedoch in die BL-Chroniken, ist dieses Spiel mit einer 0:2-Niederlage vermerkt. Der Grund war ein nahezu unglaublicher Wechselfehler des damaligen Startrainers. Unglaublich weniger, weil er sich selbst so einen großen Bock erlaubt hat, nein – eher weil die DFB-Regularien so abenteuerlich waren. Manager Uli Hoeneß saß übrigens neben dem Mister auf der Bank und machte auch keine Anstalten, das drohende Unheil zu vermeiden.

Warum wanderten anschließend die drei Punkte am Grünen Tisch zur Eintracht? Hamann wurde in jenem Spiel rund 20 Minuten vor Spielende als vierter sog. Vertragsamateur von Trapattoni für Marcel Witeczek aufs Spielfeld geschickt, der DFB erlaubte aber nur drei. Weil für den FC Bayern zu viele Amateure auf dem Platz standen, wurden ihm die Punkte genommen! Die Einwechslung des 21-jährigen Hamann war dafür letztendlich ausschlaggebend.

Knapp drei Jahre später, am 10. März 1998, holte Trapattoni vor versammelter Presse zu einer Abrechnung gegen seine eigene Mannschaft aus, die es so bis heute im deutschen Fußball nicht mehr gegeben hat. Seine Aussprüche „Was erlauben Strunz?“, „Ein Trainer ist nicht ein Idiot!“ oder „schwach wie eine Flasche leer!“ sind nach wie vor Kult.

Hamann war auch ein kleiner Teil dieser Wutrede, er war damals aber so unauffällig, dass diese Passage den meisten Fans auch kaum erinnerlich sein sollte:

Struuunz! Strunz ist zwei Jahre hier, hat gespielt zehn Spiele, ist immer verletzt. Was erlauben Strunz? Letzte Jahre Meister geworden mit Hamann eh… Nerlinger. Diese Spieler waren Spieler und waren Meister geworden. Ist immer verletzt! Hat gespielt 25 Spiele in diese Mannschaft, in diesem Verein! Muss respektieren die andere Kollegen!“

Die gesamte Wutrede des sonst so sympathischen Italieners ist hier enthalten: Trapattonis Wutrede im Wortlaut | FC Bayern

WAS ERLAUBEN HAMANN?! 😉

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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