Fast ein Jahr lang kämpfte der FC Bayern um die Verpflichtung der portugiesischen Holding Six João Palhinha. Nun steht der 29-Jährige seit dem 1. Juli 2024 beim Rekordmeister unter Vertrag, befand sich aber bei keinem der bisherigen drei Pflichtspiele in der Startelf des neuen FCB-Cheftrainers Vincent Kompany, bekam dabei insgesamt ganze 29 Minuten Spielzeit. Sehr verwunderlich, jedoch nur auf den ersten Blick …
Beim 2:0 des FC Bayern im Bundesliga-Heimspiel am Sonntag gegen den SC Freiburg stand Palhinha schon wieder nicht in der Startelf, wurde erst nach 74 Minuten eingewechselt. Ein ähnliches Schicksal widerfuhr ihm im DFB-Pokal in Ulm (4:0), als er erst in der 77. Minute von der Bank kam und beim Liga-Auftakt in Wolfsburg (3:2) durfte er gar nicht spielen.
Und das alles, obwohl der FCB so lange an seiner Verpflichtung gearbeitet hatte – und nun im Juli letztlich rund 50 Millionen Euro für ihn an FC Fulham zahlte. Vom Portugiesen erhofft man sich an der Säbener Straße die Abräumer-Qualitäten einer Holding Six, die schon Ex-Coach Thomas Tuchel unbedingt wollte und auch Kompany offensichtlich als wichtig erachtet.
Warum spielt Palhinha derzeit (noch) nicht? Es gibt drei Hauptgründe:
Die neue alte Position von Joshua Kimmich: Unter Tuchel war der 29-Jährige in der Endphase der vergangenen Saison vom Mittelfeld auf die Rechtsverteidiger-Position versetzt worden. Tuchel war dabei der Idee von Bundestrainer Julian Nagelsmann gefolgt. Dagegen ist der neue Kapitän der deutschen Nationalmannschaft bei Kompany nun wieder fest als Sechser eingeplant und gesetzt. Dadurch war im Zweier-Mittelfeld des Rekordmeisters zuletzt nur noch ein Platz zu vergeben, was Palhinhas Weg in die Startelf deutlich erschwert. Aufgrund dieser Änderung befindet der portugiesische Nationalspieler sich aktuell nämlich in einem Vierkampf mit Aleksandar Pavlovic, Konrad Laimer und Leon Goretzka um die einzig verbleibende Sechser-Position wieder.
Die gute Pavlovic-Form: Im besagten Kampf um den Mittelfeld-Platz neben Kimmich musste sich Palhinha bislang hinter Pavlovic einreihen. Grund dafür ist die starke Form des DFB-Youngsters, der dem Bayern-Spiel zu Beginn der neuen Saison mit seiner Pass-Sicherheit Ruhe und Struktur gegeben hat. Kompany, der gegen Ulm, Wolfsburg und Freiburg im Mittelfeld dem Duo Kimmich und Pavlovic vertraute und nicht enttäuscht wurde, hat deshalb aktuell wenig Grund, daran etwas zu ändern – zum Leidwesen von Palhinha.
Die bisherigen FCB-Gegner in den ersten drei Pflichtspielen 2024/25 spielten Palhinha nicht in die Karten. Sowohl Ulm als auch Wolfsburg und Freiburg agierten äußerst defensiv, weshalb eher die spielerische Stärke von Pavlovic als die Abräumer-Qualitäten des Portugiesen gefragt waren.
Allerdings ist absehbar, dass die 50-Millionen Euro teure Verpflichtung schon bald wesentlich wichtiger für Kompany werden wird. Spätestens, wenn es beispielsweise in der Champions League gegen offensiv stärkere Gegner geht und es mehr auf defensive Stabilität ankommt als in den bisherigen Spielen. Schon beim 2:0-Sieg gegen Freiburg hat Palhinha diese robusten Fähigkeiten in der Schlussphase angedeutet, auch wenn er tief in der Nachspielzeit sehr unglücklich einen Handelfmeter verursachte.

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