Als der mächtige FCB-Aufsichtsrat nach der vergangenen Saison den sportlich Verantwortlichen Max Eberl und Christoph Freund bei der Kaderplanung für die nächste Spielzeit zusätzlich die Aufgabe aufhalste, die Spielergehälter erheblich zu reduzieren, kam in diesem Kontext sehr schnell öffentliche Kritik an den früheren Vorständen Oliver Kahn (CEO) und Hasan Salihamidzic auf. Die beiden wären beim Rekordmeister dafür verantwortlich gewesen, dass überhaupt so hohe Spielergehälter bewilligt worden waren. Der 55-Jährige wehrt sich nun vehement gegen diese Vorwürfe.
Kahn weist im Interview mit dem kicker diese wieder aufkommende Kritik an seiner Zeit als FCB-Vorstandsvorsitzender entschieden zurück. Speziell die Vorwürfe, er und der ehemalige Sportvorstand Hasan Salihamidzic hätten durch die Bewilligung sehr hoher Spielergehälter die Arbeit des jetzigen Bayern-Bosses Max Eberl erschwert, kann er nicht nachvollziehen.
„Die Spielergehälter wurden immer mit dem Finanzvorstand und dem Aufsichtsrat abgestimmt und freigegeben. Alle waren sich einig. Die Quote der Gehaltskosten für den Spielerkader im Verhältnis zum Umsatz lag wie in der Vergangenheit unter 50 Prozent“, so Kahn. „Diese Größe ist im Vergleich zu anderen europäischen Klubs, bei denen sie teilweise bei 80 Prozent und mehr liegt, ein Top-Wert.“
Kahn weiter: „Jeder Verein, der in den letzten Jahren die Champions League gewonnen hat, hat weit höhere Gehaltskosten als der FC Bayern.“
Das Aus bei den Bayern hat Kahn mittlerweile verarbeitet: „Nach der Bayern-Zeit brauchte ich Abstand, anschließend habe ich meine eigenen Unternehmungen forciert. Hasan Salihamidzic und ich haben – wie auch einst als Spieler – alles für den Verein gegeben.“
Ein solcher Wechsel in der Führungsetage gehe natürlich auch mit Veränderungen einher, so Kahn weiter: „Was das für einen der größten Vereine der Welt bedeutet, kann man sich vorstellen. Und damit ist nun endgültig alles zu meiner Vergangenheit als CEO beim FC Bayern gesagt. Ich schaue nur noch nach vorne.“
FC Bayern Total:
Tatsächlich hatte Jan-Christian Dreesen noch als Finanzvorstand des Vereins in früheren Jahreshauptversammlungen des FC Bayern stets stolz auf die Quote der Gehaltskosten für den Spielerkader im Verhältnis zum Umsatz im internationalen Vergleich hingewiesen.
Die strikten Gehaltsreduzierungsmaßnahmen, die nun an Eberl und Freund delegiert wurden, waren ebenfalls überraschend, weil diese aufgrund der Kurzfristigkeit wie mit der Brechstange wirken.
Mit diesem Interview beantwortet Kahn auch einige zuletzt in diesem Zusammenhang in Fankreisen aufgekommene Zweifel, ob denn nicht der Aufsichtsrat selbst an den hohen Gehältern beteiligt gewesen wäre. Zudem wurden genau von diesem mächtigen Gremium nach der Ära Kahn/Salihamidzic die extrem teuren Verträge mit Harry Kane, Manuel Neuer und Thomas Müller ausgehandelt.
Gut, dass Kahn hier klar Schiff macht!

2 Kommentare zu „Oliver Kahn wehrt sich gegen Vorwürfe: Kapitel FC Bayern nun endgültig für ihn beendet“