Der bald 35-jährige Thomas Müller war beim gestrigen souveränen Erstrunden-Pokalsieg des FC Bayern beim Zweitligisten SSV Ulm 1846 der überragende Mann auf dem Platz. Medien, Fans, die Trainer beider Mannschaften feiern das bayerische Urgestein – nicht nur wegen seiner drei Torbeteiligungen, zwei Tore und der Assist für Harry Kane. Dabei hat Müller so ganz nebenbei ein paar Pokalbestwerte aufgestellt. Ist ihm aber wahrscheinlich sogar egal bzw. „wurscht„, wie er sich selbst ausdrückt.
Genauso antwortete Müller nämlich nach dem Spiel auf die Sky-Reporter-Frage, ob der Kader denn besser sei als in der vergangenen Saison: „Das ist erstens mal völlig wurscht. Zweitens ist es eine Geschmacksfrage. Und drittens bringt es uns auch nichts, wenn wir jedes Jahr von einem vermeintlich verbesserten Kader sprechen.“
Eine typische Müller-Reaktion – hier seine DFB-Pokal-Rekorde:
Mit dem gestrigen 4:0 in Ulm liegt der Weltmeister von 2014 nun bei 54 Siegen im DFB-Pokal (exkl. Elfmeterschießen) und ist damit vor Mirko Votava (52 Siege) der Kicker mit den meisten Siegen im DFB-Pokal – kein Spieler gewann häufiger in der Wettbewerbs-Historie. Und diesen Rekord dürfte er sehr lange behalten – und hoffentlich in dieser Saison noch weiter aufbauen. Perspektivisch gibt es keinen Spieler, der diesen Rekord in den nächsten 10, 15 Jahren knacken sollte.
Zudem hält der 6-fache DFB-Pokal-Gewinner mit 66 Pokaleinsätzen den Vereinsrekord des Rekordpokalsiegers (20) aus München. Dahinter folgen die Vereinslegenden Sepp Maier (63) und Gerd Müller (62).
Überhaupt absolvierten nur Charly Körbel (70 Spiele für Frankfurt) und Manfred Kaltz (67 für den HSV) bisher mehr Pokalspiele für einen Klub als Müller für den FCB. Kaltz kann der Raumdeuter im nächsten FCB-Pokalspiel einholen und Körbel – bei optimalem Wettbewerbsverlauf – im Halbfinale ein- und im Finale überholen.
Zurück zum gestrigen Spiel: Auf seine persönliche Leistung angesprochen, kam dann endgültig der Schmäh beim kürzlich zurückgetretenen Nationalspieler zum Vorschein. „Ja, ja. Manche glauben es mir ja immer nicht. Aber: Ich lüge euch nicht an!“, schmunzelte er. „Ich fühle mich ziemlich gut, nicht nur körperlich, sondern auch so mit den Jungs.“
Dass er im gesetzten Fußballalter von knapp 35 Jahren noch mit der jüngeren Generation mithalten kann, hat Müller jetzt quasi amtlich: Mit seinen beiden Treffern in der 12. und 14. Minute avancierte er zum ältesten Bayern-Doppelpacker im DFB-Pokal seit Bundesliga-Gründung. Noch ein Rekord.
Neu-Trainer Vincent Kompany war vor allem von Müllers Einstellung begeistert. „Er ist ein Spieler, der ist immer motiviert. Für ihn war es wie ein Champions-League-Finale und er hat das auch so gespielt. Und das ist wichtig für sein Spiel.“
Auch Christoph Freund war sehr angetan von der Leistung des Routiniers. „Er hat schon eine sehr sehr gute Vorbereitung gespielt. Auch dieses intensive Spiel, mit einem hohen Pressing und vorne Bälle zu gewinnen und immer intensiv unterwegs zu sein, kommt uns sehr gut entgegen“, so der FCB-Sportdirektor gegenüber SPORT1. Müller habe zwei wichtige Tore gemacht und das vierte sogar noch aufgelegt, „er ist in sehr sehr guter Form.“
Dabei beeindruckte Müller nicht nur die eigenen Reihen – sondern auch den Gegner. „Wahnsinn, Wahnsinn, wie sich Müller bewegt, wie clever er die Räume erkennt, wie clever er unterschiedliche Höhen in der Kette erkennt“, schwärmte Ulms Coach Thomas Wöhrle, langjähriger Trainer der FCB-Frauen. „Und die Ruhe, die sie am Ball haben und trotzdem die Tiefe sehen und die Zwischenräume. Das ist sensationell und da können wir einiges mitnehmen.“
Einen Rekord wird der Thomas jedoch nicht brechen können: Trotz seiner gestrigen DFB-Pokaltore 35 und 36, mit welchen er sich auf Rang 2 der FCB-Historie befindet und auf Rang 8 der ewigen DFB-Pokal-Torschützenliste hochgerutscht ist, wird sein Namensvetter Gerd Müller für alle Ewigkeit – nicht nur für ihn – unerreichbar sein: Sagenhafte 78 Pokaltore! Zum Vergleich: Robert Lewandowski hat für den BVB und FCB insgesamt 39 Treffer im Pokal erzielt, gerade einmal die Hälfte. Den (Rang 5) könnte sich der Thomas allerdings noch schnappen 😉
Die Rekordjagd von Thomas Müller: Im Pokal geht es weiter! – FC Bayern Total

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