Speziell nach Uli Hoeneß´ aufrichtig trauernden Worten zum Tod seines einstigen Fußball-Erzfeindes Willi Lemke dachte man eigentlich, dass die Zeiten der großen Männerfeindschaften im deutschen Fußball längst der Vergangenheit angehören. Das könnte sich nun wieder sehr schnell ändern. Anlässlich der Transfer-Saga zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen wegen Jonathan Tah attackiert Fernando Carro, Geschäftsführer und CEO der Bayer 04 Fußball GmbH, den FCB-Sportvorstand Max Eberl ziemlich scharf.
Bereits in jüngerer Vergangenheit hat sich der Spanier bei den FCB-Fans extrem unbeliebt gemacht, jetzt legt er sich mit den Bossen des Rekordmeisters an.
Laut kicker, der Ende der letzten Woche die FCB-Bemühungen hinsichtlich einer Verpflichtung von Tah noch in diesem Transfersommer definitiv für beendet erklärt hat, echauffiert sich Carro nun genau deswegen.
Denn laut Informationen des Fachblatts wären durch die Wechsel von Matthijs de Ligt (45 Millionen Euro plus fünf Millionen Euro an Boni) und Noussair Mazraoui (15 plus fünf) vom FC Bayern zu Manchester United die Voraussetzungen für einen Transfer des deutschen Nationalspielers an die Säbener Straße erfüllt worden.
Für diesen Fall hätten die Vereine nämlich eine Absprache getroffen, die bei einer Ablöse von 25 Millionen Euro und fünf Millionen an Boni liegt. Diese Rahmenbedingungen sollen vereinbart worden sein, allerdings nicht in Form eines schriftlichen und damit verbindlichen Angebots.
Doch inzwischen sind Eberl & Co von diesem Vorhaben offenbar abgerückt. Eine Entwicklung, die auf der Chefetage von Bayer 04 für große Verärgerung sorgt. Fernando Carro brachte dies gestern bei einem traditionellen Treffen zusammen mit Geschäftsführer Simon Rolfes und Trainer Xabi Alonso mit mehreren hundert Vertretern der Leverkusener Fanklubs in der BayArena unmissverständlich zum Ausdruck.
Als es Fragen nach Tah und dessen Wechsel zu den Bayern gab, antwortete erst Rolfes diplomatisch, ehe Carro eine Attacke gegen den Münchner Sportvorstand Max Eberl ritt: „Also, ich halte von Max Eberl nichts, absolut nichts! Und ich würde nicht mit ihm verhandeln.„
Eine Attacke, die es in dieser Form auf Geschäftsführerebene im deutschen Fußball schon sehr lange nicht mehr gab. Ein verbaler Angriff vor mehreren hundert Menschen, der – egal wie sich die Situation im Tah-Poker derzeit tatsächlich darstellt – doch sehr fragwürdig und niveaulos erscheint.
Der kicker berichtet nun außerdem in diesem Zusammenhang etwas widersprüchlich, „dass die Bayern Tah nur noch verpflichten wollten, wenn dieser viel günstiger zu haben sei. Für eine Ablöse, die noch deutlich unter der Höhe des zweiten Münchner Angebots von 20 plus fünf Millionen liege.„
Was tatsächlich Sache ist, wissen wohl nur die Verantwortlichen. Dabei könnte Herr Carro bei seinem gestrigen Wutausbruch vielleicht nicht gewusst haben, dass der FCB-Deal mit ManUnited erst am gestrigen späten Abend durch war. Meldet sich Eberl heute deswegen doch noch in Leverkusen, sollte er vielleicht lieber beim wesentlich besonneneren Simon Rolfes anläuten … 😉
Update 14. August 2024, 12:00 Uhr:
Carro ist offensichtlich schnell bewusst geworden, dass er mit seinen Statements viel zu weit gegangen ist. So ist er heute gegenüber der BILD zurückgerudert:
„Ich bin ein emotionaler Mensch. Die Aussagen zu Max Eberl haben ich in einem informellen Austausch mit Bayer-Fans getätigt. Dass sie in dieser Form aufgegriffen und multipliziert werden, war nicht beabsichtigt. Das ändert aber auch nichts mehr an der Aussage, für die ich mich hiermit entschuldige.“
Da muss einer ganz offensichtlich noch sehr viel lernen …

Dem Unsympathen geht der A**** auf Grundeis …
Zuerst riesengroße Klappe und jetzt Nervenflattern.