Der grundsätzlich mittlerweile von allen Parteien gewünschte Wechsel von Matthijs de Ligt vom FC Bayern zu Manchester United befindet sich seit einiger Zeit in der Sackgasse. Auch wenn sich die Verantwortlichen des englischen Rekordmeisters und der niederländische Innenverteidiger offenbar längst geeinigt haben, klaffen die Vorstellungen der Vereine bei der Ablösesumme noch weit auseinander.
Zwei Spieler des FC Bayern stehen derzeit vor einem Wechsel zu Manchester United. Während Noussair Mazraoui bereits die Wechselfreigabe erhalten hat und in den nächsten Tagen seinen Medizincheck in Manchester absolvieren soll, gibt es bei de Ligt noch erheblichen Klärungsbedarf. Der 24-Jährige und United sind zwar einig über einen bis 2029 (wie auch bei Mazraoui) datierten Vertrag mit einer Option auf ein weiteres Jahr, mit den FCB-Verantwortlichen haben sich die Engländer aber noch nicht auf eine Ablösesumme verständigen können.
Ende der vergangenen Woche hat der deutsche Rekordmeister ein Manchester-Angebot im Paket für beide FCB-Wunschspieler abgelehnt. Laut Transfer-Experte Fabrizio Romano soll der darin enthaltene Teil für den Niederländer nicht den Vorstellungen an der Säbener Straße entsprochen haben. Es werden weiterhin 50 Millionen Euro plus Bonuszahlungen gefordert, United bietet aber lediglich 35 Millionen.
Das große FCB-Problem: De Ligt wurde deutlich mitgeteilt, dass er den FCB verlassen soll. Diese Konstellation verschafft natürlich dem Verhandlungspartner aus Manchester die wesentlich besseren Karten. Deswegen wird der Premier League Verein laut dem Telegraph auch nicht viel mehr bieten als bisher.
Der 24-Jährige ist aktuell zur Vorbereitung an die Säbener Straße zurückgekehrt. Dort absolvierte er bereits die obligatorischen Leistungstests. An der Reise nach Südkorea ist er aufgrund seines Urlaubs nach der Europameisterschaft nicht teilgenommen.
FC Bayern Total:
Bei vielen FCB-Fans herrscht aktuell aus zwei Gründen Unverständnis über diese Situation. Sie argumentieren: Warum will man mit Matthijs de Ligt den aus ihrer Sicht besten Innenverteidiger überhaupt abgeben und dann auch noch zu einem Dumpingpreis.
Zu Teil 1 des Unmutes gibt es bereits einen detaillierten Beitrag:
Zu Teil 2 eine kleine Erweiterung des Fan-Unmuts: Diese werfen dem Verein vor, dass er selbst jeweils zu Höchstpreisen Spieler verpflichtet, während die Abgänge stets unter Wert verkauft werden. Auch wenn viele FCB-Fans dieses subjektive Gefühl haben mögen, stimmen diese Behauptungen generell nicht. Gerade in den letzten Jahren hat der Verein mit zahlreichen Spielern ein Transferplus erzielt.
Aber: Mit diesen subjektiven Sichtweisen wird natürlich auch ein generelles Problem aller Topvereine angesprochen – wenn man nicht Real Madrid ist und für die Verpflichtungen jeweils mit auslaufenden Verträgen spekuliert.
Spitzenvereine wollen ihren Kader permanent verbessern, zumindest sinnvoll nachbessern. Verstärkungen sollen geholt werden, Schwachstellen im Kader abgegeben werden – und wenn das bedeutet, dass ein Spieler nicht ins System des (neuen) Trainers passt.
Will man sich verstärken, bedeutet das, dass man einen Topspieler eines anderen Vereins holen will, den dieser selbst eigentlich nicht abgeben möchte. Folglich muss man ganz tief in die Tasche greifen. Das ist nicht nur beim FCB so.
Will ein Klub dagegen aktiv einen Spieler abgeben, wie dies nun beim FCB und de Ligt der Fall ist, wird das gegenteilige Signal ausgesendet: Der Spieler ist eigentlich nicht gut genug, er passt nicht. Und da muss man eben Einbußen im Verhältnis zum eigentlichen Marktwert einkalkulieren. Das freut nun ManUnited und bringt Max Eberl & Co – in dieser Hinsicht unverschuldet, weil nur den Marktgegebenheiten geschuldet – in die Bredouille.

Ein Kommentar zu “Die schlechte FCB-Verhandlungsposition bei Abschiedskandidat Matthijs de Ligt: Eine Erklärung”