Bei der monatelangen Trainersuche des FC Bayern ließen einige Medienberichte darauf schließen, dass auch Ehrenpräsident Uli Hoeneß dabei eine unrühmliche Rolle gespielt haben soll. Der 72-Jährige wehrte sich nun bei einer Talkrunde mit dem Ex-Chefreporter des kicker Carlo Wild anlässlich des 75-jährigen Vereinsjubiläums des SV Seligenporten.
Der derzeitige ÖFB-Bundestrainer Ralf Rangnick war einer der FCB-Kandidaten, stand angeblich kurz vor einer Unterschrift, bevor er sich anders entschied. Der Vereinspatron wies nun jedoch Spekulationen zurück, dass er der Grund für Rangnicks Sinneswandel gewesen sei: „Rangnick ist die größte Schweinerei gewesen. Da hieß es, er kommt meinetwegen nicht zum FC Bayern. Zu mir hat er gesagt, wenn ich zum FC Bayern komme, komme ich deinetwegen!“
Hoeneß weiter: „Morgen kommt er zu mir zum Mittagessen und wir spielen eine Partie Golf. Das ist nicht gerade ein Zeichen dafür, dass wir uns nicht mögen, oder?“ Die Gerüchte, Rangnick habe den Bayern wegen Hoeneß abgesagt, waren aufgekommen, nachdem Hoeneß in einem Interview über den damaligen Trainer Thomas Tuchel abwertend gesprochen hatte.
Dass Wunschkandidat Xabi Alonso bei Bayer Leverkusen geblieben sei, hat Hoeneß dagegen nicht überrascht: „Alonso hat einen Vertrag bei Leverkusen. Er wäre gerne zum FC Bayern gekommen, aber er ist ein Trainer mit einem super Charakter“.
Über den derzeitigen Bundestrainer Julian Nagelsmann, der rund ein Jahr nach seinem Rauswurf zwischenzeitlich kurz vor einem Bayern-Comeback stand, sich dann aber doch für die Aufgabe beim DFB entschied, meint Hoeneß: „Die Absage war komisch, weil das Management dem FC Bayern schon suggeriert hat, dass sie das machen wollen. Es ist eben schiefgegangen.“
Letztendlich entschied sich der deutsche Rekordmeister für den jungen Belgier Vincent Kompany. Hoeneß sieht dies als Chance für einen Neustart: „Vielleicht war das jetzt ein Wink des Schicksals, dass viele Dinge nicht geklappt haben. Jetzt haben wir einen Trainer, mit dem ein Neuaufbau möglich ist.“
