Bis vor einer Woche schien der Wechsel des niederländischen Innenverteidigers Matthijs de Ligt vom deutschen Rekordmeister in München zum englischen in Manchester nur noch Formsache zu sein. Dann gab United die Verpflichtung des 18-jährigen französischen Supertalents Leny Yoro für diese Position bekannt und seitdem scheint der Transfer des bei den Fans beliebten Niederländers an einem seidenen Faden zu hängen. ManUnited-Coach Erik ten Hag erklärt im Gespräch mit der niederländischen AD Sportwereld die Situation und erzählt dabei Interessantes aus dem Nähkästchen.
Ten Hag, der auch eine FCB-Vergangenheit hat (2013-2015 parallel zu Pep Guardiola Trainer der FC Bayern Amateure), war von 2017 bis 2019 de Ligts Chefcoach bei Ajax Amsterdam. Zur aktuellen Situation: „Wir müssen abwarten, ob Matthijs zu uns kommt. Ich kenne ihn sehr gut… Ich wollte ihn schon vor zwei Jahren verpflichten. Damals waren die Verhandlungen mit dem FC Bayern allerdings schon weit fortgeschritten.“ Der Transfer von Juventus Turin nach München ging damals tatsächlich ziemlich rasch über die Bühne.
Obwohl sich Spieler und Trainer bestens aus gemeinsamen Zeiten bei Ajax Amsterdam kennen, verriet Ten Hag nun: „Ob Sie es glauben oder nicht, sein Name stammt dabei nicht von mir.“ Die Verantwortlichen des Klubs hätten sich lange mit de Ligt beschäftigt. Dabei gab es allerdings immer wieder Zweifel aufgrund der Verletzungsanfälligkeit und des fehlenden Top-Tempos.
Ist dies auch der Grund, warum United 2022 scheinbar überhaupt keine Chance gegen den FCB hatte, weil man selbst eben nicht die geforderte Ablösesumme von stolzen 67 Millionen Euro an Juve zahlen wollte?
Auch zwei Jahre später scheint man in Manchester nicht bereit zu sein, aufs Ganze zu gehen, so dass es offensichtlich bei den Transferverhandlungen derzeit keine Bewegung gibt: Der Premier League Club hat zwar seine Bereitschaft gezeigt, im Gesamtpaket 50 Millionen Euro zu bezahlen. Der FC Bayern will allerdings für den bis 2027 unter Vertrag stehenden Niederländer 50 Millionen Euro als Sockelbetrag und dazu noch Bonuszahlungen.
In den Argumenten der Vereine tauchen immer wieder im Bezug auf Matthijs de Ligt seine Verletzungsanfälligkeit, seine mangelnde Grundgeschwindigkeit, aber auch Schwächen im Aufbauspiel auf. Langsam sollten sich folglich die treuesten Matthijs-Fans beim FCB damit abfinden, dass Eberl & Co bei der Einschätzung des sympathischen (Süd-)Holländers nicht völlig daneben liegen.
