Die EURO 2024 verläuft für den niederländischen Innenverteidiger des FC Bayern Matthijs de Ligt bislang extrem enttäuschend. Trotz einer guten Rückrunde beim FC Bayern wird der 24-Jährige medial als ein möglicher Verkaufskandidat betrachtet und bei der Elftal sitzt er seit Turnierbeginn auf der Bank und blieb im bisherigen Turnierverlauf noch ohne eine Einsatzminute, selbst als der niederländische Abwehrverbund bei der 2:3-Schlappe gegen Österreich mächtig wackelte.
Der sympathische Modellathlet im Gespräch mit der niederländischen Zeitung AD etwas ernüchtert: „Es ist ein Fehlstart. Ich hatte das Gefühl, dass ich gut in Form bin, das habe ich in der zweiten Saisonhälfte bei Bayern gezeigt. Das hätte ich hier gerne fortgesetzt.„
Stattdessen setzt Bondscoach Ronald Koeman in der Innenverteidigung neben dem gesetzten Kapitän Virgil van Dijk vom FC Liverpool auf den Inter-Spieler Stefan de Vrij und zuletzt gegen Österreich in der Viererkette auf Nathan Aké (ManCity) und Lutsharel Geertruida (Feyenoord), oder in den Spielen zuvor auf Denzel Dumfries (Inter) und sogar den Ex-Wolfsburger Micky van de Ven (jetzt Tottenham).
„Der Konkurrenzkampf in der Abwehr ist groß„, kennt de Ligt die Situation bereits vom FC Bayern. Aber: „Ich habe in meiner Karriere gelernt, dass der Beginn eines Turniers oder einer Saison zwar Spaß macht, aber vor allem das Ende zählt. Deshalb bin ich relativ ruhig.„
In München hatte sich der 24-Jährige zu Saisonbeginn 2023/24 hinter Dayot Upamecano und dem frisch aus Neapel geholten Minjae Kim einreihen müssen, sich trotz mehrerer Verletzungsrückschläge am Ende aber behauptet und mit Winter-Neuzugang Eric Dier ein einigermaßen sattelfestes Duo gebildet.
Als er im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid (2:2) wegen einer erneuten Knieverletzung ausfiel, patzte Ersatzmann Kim zweimal böse. Vorbereitet sein will de Ligt deshalb, wenn sein Moment bei der EM kommt. „Ich habe das Gefühl, dass in diesem Turnier etwas passieren wird, das es mir ermöglicht, noch wichtig zu sein.„
Aufgrund des kuriosen Verlaufs der Gruppenphase sind die Niederlande, die in Gruppe D auf einem enttäuschenden dritten Platz landeten, im Achtelfinale gegen den Gruppensieger aus E Rumänien sicherlich kein Außenseiter. Und im Viertelfinale könnte es zur Revanche gegen Österreich kommen. Vielleicht vertraut Koeman dann dem FCB-Spieler, der es besser machen könnte als seine Kollegen bei der Vorrunden-Schlappe. Denn Matthijs hat so ein Gefühl …
