FCB-Trainersuche: Erneutes Kopfschütteln über die Meinung von „Wendehals“ Hamann

Wenn man die aktuellen Bayernfans abstimmen ließe, wer der meist gehasste Ex-Bayernspieler ist, würde der 50-jährige Didi Hamann, der in den mäßigen 1990er Jahren für den Rekordmeister eher unscheinbar aufgelaufen ist (Titelbild), wohl mit weitem Abstand den Top-Rang einnehmen. Der sog. Sky-Experte gibt seit mehreren Jahren pausenlos seinen Senf zum FC Bayern ab. Die Mehrheit der FCB-Anhänger schäumt vor Wut, wenn Didi von Sky mal wieder auf seinen Ex-Klub losgelassen wird, die anderen lachen nur noch über ihn und fordern auf, ihn zu ignorieren. Auch wenn letztere wohl die vernünftigere Einstellung haben, fällt diese Vorgehensweise durchaus schwer, scheint der Didi doch omnipräsent zu sein.

Nun nimmt sich der frühere Nationalspieler – Tuchel ist weg – im Zusammenhang mit der fast schon verzweifelten Trainersuche die nächsten Protagonisten beim FCB vor: Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund. Dabei scheint es Hamann in seiner Argumentation auch wenig zu scheren, dass er in dieser Angelegenheit vor einem Monat noch exakt das Gegenteil behauptet hat.

Als Aufsichtsratsmitglied des FC Bayern hat das Wort von Uli Hoeneß weiter gewaltiges Gewicht. Der frühere Manager und Präsident des deutschen Rekordmeisters polarisiert mit seinen öffentlichen Auftritten, sorgt in großen Teilen des Fan-Umfelds jedoch für zunehmenden Unmut.

Zunächst sprach Hoeneß öffentlich über das Interesse an Xabi Alonso, kommentierte dann dessen Absage, zuletzt überraschte und empörte der Ehrenpräsident mit seiner Kritik an Tuchel. Dass ein Verbleib des 50-Jährigen über diese Saison hinaus gemäß der Süddeutschen Zeitung an fehlender „Rückendeckung von ganz oben“ gescheitert sein soll und bislang kein Nachfolger gefunden wurde, lasten einige Bayern-Fans in den sozialen Netzwerken zu einem großen Teil Hoeneß an. Laut Hamann trifft den Ex-Boss jedoch keine Schuld in der ungeklärten Trainerfrage.

„Uli hat überhaupt keinen Einfluss, dass kein Trainer da ist. Das ist allein das Resultat der sportlichen Führung, die es nicht geschafft hat – aus irgendwelchen Gründen -, die Leute zu überzeugen“, so der Ex-Profi etwas überraschend am Sonntag in der Fußball-Talk-Show Sky90. Hoeneß lasse „die Leute machen“, habe aber dennoch „als Vater des FC Bayern nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, etwas zu sagen.“

Laut Hamann stehen einzig Eberl und Freund in der Verantwortung, auch am 21. Mai keinen Cheftrainer für die kommende Saison unter Vertrag genommen zu haben. „Sie haben sich in eine Position gebracht, wo der Trainer, dem gesagt wurde, dass er nicht gut genug ist, sie im Schwitzkasten hat und die Forderungen stellt, unter denen er da bleibt“, kritisierte der 50-Jährige die vergeblichen Bemühungen um eine Tuchel-Kehrtwende. Hamann betonte, die ganze Führungsetage hinterlasse „einen überforderten Eindruck“.

Wenn man die letzten Wochen die Bemühungen des FC Bayern, einen Trainer für die nächste Saison zu finden, nur nebenbei verfolgt hat, könnte man zu dieser speziellen Hamann-Einschätzung kommen. Das wäre allerdings für einen sog. TV-Experten schon mehr als verwunderlich. Zudem steht er mit dieser Meinung unter seinen Kollegen ziemlich alleine da. Das trifft aber auf Hamann gar nicht zu, denn vor gut einem Monat hat er in dieser Causa genau das Gegenteil behauptet:

Damals hat er Hoeneß und auch Kalle Rummenigge für ihre permanenten Einmischungen bei der Trainerfrage kritisiert: „An dem Sprichwort mit den zu vielen Köchen, die den Brei verderben, ist schon etwas dran.“

Dafür kassierte er – auch von FC Bayern Total – viel Zustimmung. Erleichtert machte die These vom „blinden Huhn, dass auch einmal ein Korn findet“ die Runde. Das kann man beim Didi schon wieder in die Tonne treten.

Und wenn man für sich in Anspruch nehmen will, dass einen „das eigene Geschwätz von gestern nicht mehr interessiert„, muss man den Charme und die Klasse des Kaisers besitzen. Davon ist Hamann um Lichtjahre entfernt.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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