Nachdem die Verantwortlichen des FC Bayern am 21. Februar das vorzeitige Aus von Trainer Thomas Tuchel zum Saisonende verkündet haben, erscheint aktuell eine Weiterbeschäftigung, sogar eine Vertragsverlängerung über 2025 hinaus, durchaus möglich, wenn nicht sogar wahrscheinlich. Lothar Matthäus, während der gesamten Saison einer der schärfsten Kritiker Tuchels, kommentiert dies bei der SportBILD. Die Argumente überraschen.
Der 63-Jährige gegenüber SportBILD: „Ich respektiere Thomas Tuchel und seine Qualitäten. Aber auf ihm wurde herumgetrampelt, speziell wie zuletzt von Uli Hoeneß. Nun darüber nachzudenken, ihn doch weiter zu behalten, zeigt, welche Unstimmigkeiten es im Verein gibt und welches Chaos dort herrscht. Nach außen gibt der FC Bayern ein sehr fragwürdiges Bild ab.“
Der Weltmeister von 1990 weiter: „Aus Sicht von Thomas Tuchel sage ich: Einen Verbleib bei Bayern hat er nicht nötig. Zumal ich denke, dass der Stachel bei ihm nach wie vor tief sitzt. Er hätte zudem andere Optionen bei Top-Vereinen in Europa zu arbeiten.“
Der ehemalige Bayernspieler bezieht sich dabei auf die Kritik des FCB-Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß auf einer FAZ-Podiumsdiskussion Ende April, in welcher er dem FCB-Coach vorwarf, zu schnell neue teure Spieler zu fordern, anstatt junge Spieler selbst zu entwickeln.
Tuchel reagierte bei Sky vor der Partie gegen Eintracht Frankfurt (2:1) ziemlich fassungslos: „Ich bin in meiner Trainer-Ehre verletzt.“ Zudem bekam er von der sportlichen Leitung des Rekordmeisters Max Eberl und Christoph Freund Rückendeckung. Beide widersprachen in dieser Causa dem ehemaligen Bayern-Präsidenten.
FC Bayern Total:
Der Loddar hat sicherlich recht, wenn er die Außendarstellung des FCB bei der Trainersuche kritisiert. Aber wie heißt es so schön: Wer selbst im Glashaus sitzt! Denn zusammen mit seinem früheren Mannschaftskollegen Didi Hamann hat er während der gesamten Saison Tuchel scharf kritisiert und diesen so sehr genervt, dass er ihn nach dem grandiosen 4:0-Sieg des FCB beim Erzrivalen BVB mitten im Interview wie einen begossenen Pudel hat stehen lassen.
Vermutung: Der deutsche Rekordnationalspieler will Tuchel vom FC Bayern wegloben, damit ihm so ein peinliches Szenario wie in Dortmund nicht mehr passiert.
Eine Unterstützung und gute Ratschläge seitens Matthäus oder gar Hamanns ist wohl das Allerletzte, was der 50-Jährige in der derzeitigen Situation benötigt. Ihm wird es sehr gut tun, dass immer mehr Fans, aber auch Schlüsselspieler des Vereins hinter ihm stehen. Seine (Verhandlungs-)Position an der Säbener Straße ist enorm gestärkt, sollte eigentlich sogar ein Lothar Matthäus verstehen können …
