Ursprünglicher Beitrag vom 4. Mai 2024:
(Updates unten anhängend)
Der FC Bayern tut sich unendlich schwer bei der Suche nach einem Tuchel-Nachfolger: Die ersten drei Wunschkandidaten Alonso, Nagelsmann und Rangnick bleiben ihren aktuellen Arbeitgebern treu – was nicht zuletzt auch mit der Einmischung der beiden grauen Eminenzen des Rekordmeisters, Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge, zusammenhängt. Obwohl Thomas Tuchel zuletzt bei der gestrigen PK seine generelle Bereitschaft, weiterhin an der Säbener Straße tätig bleiben zu wollen, bekundet hat, sträuben sich offensichtlich die beiden offiziellen FCB-Bosse gegen eine Kehrtwende. Wichtige Spieler scheinen jedoch in der Angelegenheit eine andere Meinung zu haben.
Sportvorstand Max Eberl und Sportdirektor Christoph Freund haben bekanntermaßen ein sehr gutes Verhältnis zu Tuchel, könnten sich dementsprechend wohl auch eine weitere Zusammenarbeit vorstellen. Allerdings scheinen sie weisungsgebunden zu sein und bislang Präsident und CEO nicht überstimmen zu können.
So meinte FCB-Präsident Herbert Hainer heute anlässlich des Spiels der FCB-Frauen in Leverkusen zu dem Thema bei Sky: “Die Vereinbarung steht. Ich bin überzeugt, dass wir einen guten Trainer präsentieren werden. Jetzt müssen wir abwarten, was passiert.” Bereits unter der Woche hatte Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen deutlich gemacht, dass es kein Zurück mehr gibt. Die beiden gelten als die Entscheider bei der Vereinbarung zur vorzeitigen Trennung von Tuchel und befürchten bei einem Rückzieher wohl einen Gesichtsverlust.
Anders als Hainer und Dreesen sollen sich wichtige Schlüsselspieler des Rekordmeisters dagegen für einen Verbleib ihres derzeitigen Trainers ausgesprochen haben, darunter soll sich auch der fünfmalige Welttorhüter und Kapitän Manuel Neuer befinden, wie Sky vermeldet.
Sky-Reporter Kerry Hau dazu: “Es stimmt zwischen Mannschaft und Trainer, jetzt harmoniert es. Das merkt man auch auf dem Platz. Das war nicht immer so. Er hat einen Zugang zur Mannschaft gefunden und diese kennt ihn nun auch besser”.
Die Spieler spüren es sicherlich, aber wie macht man es nun den Bossen verständlich, dass nach den Absagen von Alonso, Nagelsmann und Rangnick kaum noch ein Trainer verfügbar ist, der besser als Tuchel ist. Wenn man nicht ins Risiko mit Zinédine Zidane gehen möchte: Wer wäre denn ein Upgrade für Tuchel? Wenn wir alle Namen durchgehen, wer würde es besser machen?
Im nachhinein sieht jeder die Entlassung von Julian Nagelsmann im März 2023 als einen riesigen Fehler der Herren Kahn und Salihamidzic an. Die beiden haben dieses Debakel im Verein auf ihren Positionen nicht überlebt. Und die Nachfolger sind nicht fähig, aus den begangenen Fehlern zu lernen und neuerliche zu korrigieren? Das dümmste Motiv wäre sicherlich falscher Stolz.
Auch von Fanseiten steigt die Unterstützung für Tuchel…
Tipp FC Bayern Total: Ziehen die Bayern am Mittwochabend in Madrid ins CL-Finale ein, bleibt Tuchel FCB-Trainer – es sei denn, Eberl & Co würden tatsächlich Zidane (mit Franck Ribéry) verpflichten …
PS: Eine „Spieler-Revolution“ wie im März 1979 ist wohl kaum zu erwarten: Damals kämpften vor allem Sepp Maier und Paul Breitner um ihren Trainer Pal Csernai, den der damalige FCB-Patron Wilhelm Neudecker nach einer 0:4-Heimpleite gegen Arminia Bielefeld(!) entlassen wollte. Stattdessen sollte der ebenso gefürchtete wie verhasste Max Merkel (Meistercoach der Löwen von 1966!) das Kommando an der Säbener Straße übernehmen. Die Spieler setzten sich letztendlich durch und Neudecker, der Bayern-Präsident mit der längsten zusammenhängenden Amtszeit (1962-1979) der Vereinsgeschichte, schied selbst freiwillig und beleidigt aus dem Amt. Am nächsten Spieltag siegten wie entfesselte Bayern mit 7:1 am Gladbacher Bökelberg beim Serienmeister der vergangenen Jahre!
Eine derartige Aktion würde wohl in heutigen Zeiten medial ein Erdbeben auslösen, das den Verein in seinen Fundamenten erschüttern würde. Wohl ein Grund dafür, dass man hier von der Spielerseite – anders als 1979 – nie und nimmer etwas hören wird. Wenn also in diesem Zusammenhang – außer Manuel Neuer – keine Namen genannt werden, heißt das noch lange nicht, dass dies nur eine mediale Erfindung ist.
Update 7. Mai 2024
Mittlerweile deutet sich immer mehr an, dass der FC Bayern zur neuen Saison tatsächlich keinen geeigneten neuen Trainer finden wird. Sämtliche im Netz kursierenden Lösungen sind „Downgrades“ zu Tuchel.
Deshalb: Nun ausschließlich Fokus auf das Rückspiel in Madrid und danach offen mit den Führungsspielern sprechen.
Update 13. Mai 2024
Laut Sky-Reporter Kerry Hau machen sich beim FC Bayern nun ganz offensichtlich immer mehr Spieler für Tuchel stark: Manuel Neuer, Thomas Müller, Harry Kane, Eric Dier, Jamal Musiala und Leroy Sané sollen auf alle Fälle zu diesen zählen.

Ein Kommentar zu “Trainerfrage immer kurioser: Spieler widersprechen Bayern-Bossen und wollen Tuchel-Verbleib!”