“Alles ist möglich” – FCB-Coach Thomas Tuchel hatte bei der gestrigen PK scheinbar die Tür für einen Verbleib beim FC Bayern wieder einen Spalt geöffnet. Einen Tag später ist sie bereits wieder zu. Laut Sportdirektor Christoph Freund ist ein Verbleib des 50-Jährigen über die Saison hinaus ausgeschlossen.
Aktuellen Meldungen zufolge kann sich der Noch-Bayern-Trainer eine weitere Zusammenarbeit durchaus vorstellen, auch wenn die Trennung im Sommer erst vor zwei Monaten einvernehmlich (wohl aber auch einseitig) beschlossen wurde.
Die Verantwortlichen in München schließen dieses Szenario aber aus, wie Sportdirektor Christoph Freund nun deutlich gemacht hat: “Da gibt es keine Chance”, erklärte dieser im Rahmen des Auswärtsspiels in Stuttgart im Gespräch mit dem polnischen TV-Sender Viaplay Sport.
Präsident Herbert Hainer sagte zum gleichen Thema bei Sky: “Die Vereinbarung steht. Ich bin überzeugt, dass wir einen guten Trainer präsentieren werden. Jetzt müssen wir abwarten, was passiert.” Unter der Woche hatte Bayern-CEO Jan-Christian Dreesen bereits deutlich gemacht, dass es kein Zurück mehr gibt. Die beiden gelten als die Entscheider in dieser Causa.
Auch Thomas Tuchel ruderte heute etwas zurück: “Ich bin da der total falsche Ansprechpartner. Im Moment gibt es von meiner Seite auch nichts anderes zu sagen. Der Verein hat die Initiative Ende Februar ergriffen, wir haben uns geeinigt. Seitdem sucht der Verein intensiv. Ich schätze wahrscheinlich jetzt auch vor unserem Gespräch und nachher auch wieder. Das ist eine schlechte Motivation dann wieder zu sagen: ‘Ah, jetzt machen wir doch nochmal mit dir’. Nene. Von meiner Seite ist das im Moment eindeutig.”
Man kann nur hoffen, dass das strikte Nein von Präsident und CEO Max Eberl und Christoph Freund am Ende nicht fürchterlich auf die Füße fällt. Hainers Optimismus in Ehren.
Update 8. Mai 2024
Es wird immer offensichtlicher, dass die angeblich einvernehmlich beschlossene Training zwischen dem FCB (Dreesen, Hainer) und Tuchel einseitig war.
Es sei „sehr, sehr, sehr unwahrscheinlich“, dass seine Zukunft beim FC Bayern liege, erklärt Tuchel bei TNT Sports nun vor dem Rückspiel im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid. „Wir haben eine Vereinbarung und es gibt momentan keinen Grund, daran zu zweifeln. Wir haben diese Position eingenommen, die Initiative ging vom Klub aus, und ich bin fein damit.“
Wirklich einverstanden damit, Thomas?
Das Ergebnis heute Abend im Bernabéu könnte noch einmal Dynamik in die Sache bringen. Dass ein möglicher CL-Sieger keinen Trainer finden, dürfte wohl auch einmalig in der Fußballgeschichte sein. Viel mehr muss man zur leidigen Angelegenheit nicht mehr sagen …

Ein Kommentar zu “Zukünftiger Bayern-Trainer: Bosse stellen sich bei Tuchel quer”