Nach drei schmerzhaften Niederlagen in Folge hat sich der FC Bayern – allen voran der CEO Jan-Christian Dreesen – im Februar dazu entschlossen, die Zusammenarbeit mit Cheftrainer Thomas Tuchel angeblich im beiderseitigen Einverständnis ein Jahr früher als vertraglich verankert nach der laufenden Saison zu beenden. Vielen Bayernfans war dieser Entschluss zum damaliges Zeitpunkt nicht konsequent genug, sie hätten den scheinbar erfolglosen Tuchel lieber gestern als heute vor die Tür gesetzt.
Gut zwei Monate später schaut die Bayern(fan)welt ganz anders aus: Die „Wunschkandidaten“ Xabi Alonso und Julian Nagelsmann haben dem Rekordmeister abgesagt. Und obwohl Tuchels Bayern im CL-Halbfinale gegen Real Madrid stehen, sollen sich die Bayernbosse nun auf Ralf Rangnick als seinen Nachfolger geeinigt haben.
Währenddessen steigen die Popularitätswerte des seit Beginn seiner Amtszeit beim Rekordmeister eigentlich bei den Anhängern des Rekordmeisters nie sonderlich beliebten Tuchel langsam aber stetig an.
Nicht zuletzt auch aufgrund des Mangels an geeigneten bzw. mehrheitsfähigen Trainer-Alternativen war vor wenigen Tagen bereits eine kleine Mehrheit der FCB-Fans bei einer Abstimmung von FC Bayern Total der Meinung, dass der FCB auch die nächste Spielzeit mit dem 50-Jährigen als Chef-Verantwortlichen starten sollte:
Erste Medienberichte tauchten in der Folge auf, dass Tuchel selbst eben nicht kategorisch eine weitere Beschäftigung an der Säbener Straße ablehnen würde, wie ihm nach ausweichenden Antworten bei PKs untergejubelt worden war.
Deswegen hat FC Bayern Total gestern in einer Umfrage noch einmal Tuchel gegen den bei den FCB-Anhängern überhaupt nicht gut ankommenden Ralf Rangnick antreten lassen:
Die Fans sollten sich dabei ausschließlich zwischen den Varianten A) Rangnick neuer FCB-Coach und B) Tuchel bleibt FCB-Coach entscheiden. Da aktuell offensichtlich keine anderen Trainer ganz ernsthaft beim FCB in Betracht gezogen werden (es sei denn man pokert im Hinterzimmer gewaltig!), wurde keine andere Lösung C, D, E angeboten.
Das Ergebnis ist nach den Scharmützeln und Äußerungen in den Social Media keine ganz große Überraschung: 74 Prozent würden Thomas Tuchel vorziehen, lediglich 26 Prozent den aktuellen ÖFB-Trainer.
Sollte es tatsächlich Rangnick werden, würden die Bayern wohl mit dem bislang zum Amtsantritt unbeliebtesten Chefcoach ihrer Bundesligageschíchte in die Saison 2024/25 starten. Seriöse Einschätzungen seiner Fähigkeiten spielen schon lange keine Rolle mehr. Selbst der bei den FCB-Fans über viele viele Jahre extrem unbeliebte Jens Lehmann wird mittlerweile zitiert, wenn es um Argumente (eher schon Bashing) gegen Rangnick geht. Ob dies auch eine Rolle spielt, dass der gebürtige Backnanger bei seiner Entscheidungsfindung nun so auffallend zögert?
Ach ja: die Ultragruppierungen des FCB, die gegen jeden, der vom „Konstrukt“ Red Bull kommt oder dort eine Vergangenheit hat, scharf austeilen, haben sich noch gar nicht (richtig) zu dieser Personalie geäußert …
Schaun mer mal, ob der Verein auch etwas auf seine Mitglieder und Anhänger hört nun oder unbeirrbar seinen Weg durchzieht. Die Gallionsfigur dabei scheint der Europameister von 1980 und ehemalige CEO des Vereins, Kalle Rummenigge, zu sein.
Titelbild: Tuchel feiert nach dem 1:0 gegen Arsenal mit seinem Team den Einzug ins CL-Halbfinale
