In dieser so verkorksten Bundesliga-Spielzeit gibt es bei den FCB-Spielern zumindest einen großen Gewinner: In der historischen Saison von Bayer Leverkusen hat auch der kroatische Nationalspieler Josip Stanisic Fußballgeschichte geschrieben. Vom Rekordmeister im letzten Sommer nach Leverkusen ausgeliehen, ist er in der 61-jährigen Bundesliga-Historie erst der zweite Spieler, der mit zwei unterschiedlichen Vereinen hintereinander die Meisterschaft gewonnen hat. Dies gelang bisher als einzigem August Gustl Starek in der Saison 1968/69.
Die Erfolgsgeschichte des gebürtigen Wieners Starek, der 1968 mit dem 1. FC Nürnberg und 1969 mit dem FC Bayern die Meisterschaft gewann, fand bis zum vergangenen Sonntag keinen Nachfolger. Der heute 79-Jährige hatte von 1968 bis 1970 zusammen mit Beckenbauer, Müller, Maier & Co. für den FC Bayern gespielt. Zuletzt scheiterte Niklas Süle in der vergangenen Spielzeit knapp. Doch in dieser Saison hat Stanisic diese Rarität wiederholt. Dabei bleibt besonders sein Tor im Spiel gegen seinen Stammverein aus München den Fans des Rekordmeisters in bitterer Erinnerung.
Der deutsche Rekordmeister hat die Leihe seines ehemaligen Campus-Spielers sehr schnell bereut, nicht nur aufgrund der deutschen Meisterschaft von Bayer Leverkusen. Bereits in der Hinrunde hatte Trainer Thomas Tuchel immer wieder Personalprobleme auf der Position des Rechtsverteidigers sowie in der Innenverteidigung, die beiden Stammpositionen von Stanisic.
So wird der FC Bayern Stanisic in der nächsten Saison aller Voraussicht nach auch wieder zurück an die Säbener Straße holen. Und vielleicht ist im nächsten Mai der bislang unerreichte BL-Bundesligarekord vom österreichischen Gustl im wahrsten Sinne des Wortes Geschichte: Stani holt zum dritten Mal in Folge die Deutsche Meisterschaft mit einem anderen Verein, es wäre dann übrigens seit 2021 insgesamt schon seine fünfte – in Folge!
