Hamann, Basler & Co – die FC-Hollywood-Generation gibt keine Ruhe

Gastbeitrag von Christian Waidmann

Zugegebenermaßen spielt der FC Bayern alles andere als eine optimale Saison. Kein Wunder vielleicht nach elf aufeinanderfolgenden Deutschen Meisterschaften, was auch im europäischen Vergleich nahezu unerreicht ist. Doch seit ein paar Monaten arbeiten sich zahlreiche Experten, meist Ex-Fußballer, an den Münchnern ab.

Ein jüngster Höhepunkt bildet dabei der Vorschlag vom früheren Bayernprofi Thomas Strunz, dass doch Lothar Matthäus bis Saisonende das Traineramt bei den Bayern übernehmen könnte. Sein früherer Teamkamerad Thomas Helmer pflichtete ihm bei.

Diese Idee ist so abwegig und realitätsfremd, dass man solche Aussagen eigentlich gar nicht ernst nehmen kann. Zur Erinnerung sei gesagt, dass Lothar Matthäus, oft „Hans Dampf in allen Gassen“, seine Trainererfahrungen aus Jobs bei eher zweitklassigen Clubs vorweisen kann und seit vielen Jahren nicht mehr als Trainer gearbeitet hat.

Nun könnte man meinen, dass Lothar Matthäus durch kluge und sachliche Analysen bei Sky überzeugt, aber wenn man selbst nicht in der Verantwortung ist, lässt sich immer klug daherreden. Bestes Beispiel ist ein anderer Lautsprecher, Stefan Effenberg, der bei seinen Ämtern hoffnungslos versagt hat. Wie übrigens auch Thomas Strunz. Aber Lothar Matthäus ist bei einem solch professionell geführten Club, wie es der FC Bayern ist, wirklich nicht vermittelbar.

Bliebe noch Didi Hamann, der allen Ernstes vor einer „Vereinsauflösung“ warnt. Uli Hoeneß meinte ja mal in seinem Fall, dass er sich für schlauer als Pep Guardiola hält, am Ende aber bisher lediglich einen englischen Fünftligisten trainiert hat.

Alle genannten Experten vereint, dass sie aus der FC-Hollywood-Fraktion stammen. Wie auch Mario Basler, der ebenfalls gerne einmal draufhaut. Mitte und Ende der 1990er-Jahre war es der FC Hollywood, der den Boulevard beherrschte und unendliche Schlagzeilen lieferte, dessen Erfolge aber recht bescheiden geblieben sind.

Kein Vergleich zur späteren Generation „Lahmsteiger“ und auch die aktuelle Riege um Thomas Müller, Leon Goretzka und Joshua Kimmich zeichnet sich vor allen Dingen durch ein professionelles Verhalten aus. Und auch die sportlichen Erfolge können sich sehen lassen. Auch ohne „Loddar“ Matthäus. Zu ihm sei übrigens noch gesagt, dass er einmal an einem Flughafen zu einer Volleyball-Mädchenmannschaft mit einer Geste meinte, dass sein Teamkollege Adolfo Valencia „solch ein Ding habe“.

Veröffentlicht von gastautorfcbtotal

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