Der FCB-Chefoach Thomas Tuchel scheint sich in England, offensichtlich speziell in London, wohl zu fühlen. Seine Laune auf der PK vor dem schweren CL-Spiel morgen bei Arsenal war von Beginn an gut. Auch die englischen Journalisten begegneten ihm mit sehr viel Freundlichkeit und Respekt.
Wie plant der 50-Jährige, die zuletzt so enttäuschende nationale Saison doch noch positiv im internationalen Fußball ausklingen zu lassen?
„Die Energie fehlt uns in der Liga. Wir zeigen es nicht konstant genug in der Liga. Morgen ist keine Liga. Wir haben es offen, sachlich und direkt analysiert. Wir haben uns taktisch vorbereitet auf morgen, die Mannschaft auf die Aufgabe eingestellt. Irgendwann ist es auch vergessen. Es gibt natürlich schönere Ausgangslagen. Die Leichtigkeit haben wir aktuell nicht, aber das hält uns nicht davon ab, alles zu geben. Wir müssen in der Bereitschaft, zu leiden und uns zu helfen, zwei Schippen drauflegen. Wenn wir das tun, sind wir konkurrenzfähig. Wir spielen gegen einen formstarken Gegner, in einem Stadion, in dem eine besondere Energie herrscht. Es gilt, die beste Version von uns zu zeigen, dann brauchen wir uns nicht zu verstecken.“
Tuchel wirkte dezent optimistisch, viel weniger angespannt und verbissen als bei den entsprechenden Pressekonferenzen vor oder nach BL-Spielen:
„Wir wissen um unsere Stärken, wie wir ihnen wehtun wollen. Wir haben in der Champions League mehr Erfahrung, es ist anderer Fußball in der Champions League als in der Premier League. Das wollen wir zu unseren Gunsten nutzen.“
„Eine Saison ist nie verloren. Wir stehen verdient in der Kritik nach unseren Leistungen im Pokal und der Liga. Die nehmen wir auch an. Die Konstanz in unseren Leistungen war nicht, wie wir es von uns erwarten. In der Champions League war es auf einem hohen Niveau bislang. Wir haben das Mindestziel erreicht, viele Teams sind auch nicht im Viertelfinale. Dann brauchst du Matchglück, Tagesform, vielleicht ein, zwei Schiedsrichter-Entscheidungen und das nötige Glück, um es auf deine Seite zu ziehen. Morgen spielen wir in einem anderen Wettbewerb. Wir wollen ins Halbfinale einziehen. Dazu brauchen wir zwei absolute Topleistungen.“

Auch Leroy Sané wirkte zuvor locker und optimistisch, als er für den FC Bayern den Spielerpart auf der CL-PK absolvierte. Er wisse zwar nicht, ob der Trainer ihn in der Startelf aufbieten wird, selbst ist er jedenfalls fit und bereit dafür.
