Die Rückrunde der Saison 2023/24 haben sich alle Beteiligten beim FC Bayern sicherlich ganz anders vorgestellt. Statt nach der zwölften aufeinanderfolgenden Meisterschaft greifen zu können, hat man seit Jahresbeginn wettbewerbsübergreifend sechs von 15 Pflichtspielen verloren und ist in der Meisterschaft längst chancenlos hinter Leverkusen zurückgefallen. Der deutsche Rekordmeister tritt offensichtlich im Champions-League-Viertelfinale beim FC Arsenal nicht mit dem allergrößten Selbstvertrauen an, weshalb Sportvorstand Max Eberl vor dem Abflug nach London versucht hat, Druck von der Mannschaft zu nehmen.
„Obwohl man bei Bayern München arbeitet, muss man sagen, Arsenal macht es als Tabellenführer in der Premier League sehr, sehr gut. Sie haben über Jahre etwas aufgebaut, haben Ruhe und Zeit bekommen, es letzte Saison auf den Platz gebracht und diese Saison bestätigt. Deswegen kann man sagen, dass Arsenal mit dem morgigen Heimspiel der kleine Favorit ist„, sagte Eberl auf dem FCB-Video-Kanal gegenüber den Medien über die Ausgangslage gegen die Gunners.
Arsenals Bilanz im laufenden Kalenderjahr steht bei elf Siegen, einem Unentschieden und zwei Niederlagen. Die Mannschaft von Mikel Arteta hat in sieben Partien mindestens drei Tore erzielt und ist seit dem 2:1-Sieg gegen den FC Brentford am 9. März ohne Gegentor. Trotz dieser Zahlen fordert Eberl nach dem 2:3 in Heidenheim den von Thomas Müller propagierten „Kampfmodus„, um die Halbfinal-Chance zu wahren: „Keiner von uns war glücklich damit, was und wie es am Samstag passiert ist. Das hat die Mannschaft von uns zu hören bekommen, das hat sie auch eingesehen. Die Schande, die wir lesen mussten und lesen werden, die ist da, aber daraus muss man Kraft ziehen. Es ist eben auch Bayern München, dass man sagen kann: Fokussieren auf das, was kommt.“
Zumindest historisch betrachtet waren die Bayern immer dann am gefährlichsten, wenn sie gereizt wurden.
