Medien: „Leverkusen stellt Bayern-Rekord ein“ – Stimmt das?

Es macht den Medien aktuell sichtlich Spaß, dem FC Bayern das Leben zur Hölle zu machen. In dieser Saison scheint der seit einigen Jahren umgesetzte Plan, dem Rekordmeister mit allen verfügbaren Mitteln mental so zuzusetzen, bis ein anderer Verein Deutscher Meister wird, endlich zu funktionieren. Das genügend dem Boulevard aber nicht: Man revanchiert sich mit Provokation, mit Demütigung.

So kann man seit dem gestrigen 2:1-Auswärtssieg von Bayer Leverkusen in Heidenheim überall lesen, dass die Werkself damit einen großartigen Rekord des FC Bayern eingestellt hat, um dann noch süffisant nachzulegen, dass dieser am kommenden Freitag wohl im Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Mainz 05 sogar überboten werden wird.

Um welchen Rekord geht es?

Der FCB absolvierte im Zeitraum vom 11. Dezember 2019 bis zum 24. September 2020 unter Hansi Flick 32 ungeschlagene Pflichtspiele in Folge. Dies hat Xabis derzeit überragende Truppe gestern in Heidenheim auch geschafft: 22 Bundesligaspiele, vier Pokalspiele und sechs Europa League Spiele – alle ohne Niederlage.

Sehr oberflächlich betrachtet, ist das natürlich korrekt. Eigentlich ist es aber ein Äpfel/Birnen-Vergleich. Denn der Rekordmeister hat damals in jenem Zeitraum nicht nur vier Titel gewonnen – Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League, Europäischer Supercup – während Leverkusen bislang noch titellos dasteht, nein die Gegner und Wettbewerbe hatten auch eine ganz andere Qualität: In der Champions League wurden der Vorjahresfinalist Tottenham (3:1), der Nachfolge-Sieger Chelsea (3:0; 4:1), Barcelona (8:2!), Lyon (3:0) und im Finale PSG (1:0) besiegt. Dazwischen Bayer im DFB-Pokalfinale (4:2) und die Serie abschließend der FC Sevilla im Europäischen Supercup (2:1 n.V.). Die Strapazen des Supercup-Siegs in der Verlängerung waren wohl auch der Grund, warum diese Megaserie (31 Siege – 1 Unentschieden!) knapp drei Tage später in Hoffenheim endete. Völlig entkräftet – mit 1:4.

Natürlich ist Leverkusens Durchmarsch in der Gruppenphase der Europa League mit sechs Siegen in sechs Partien absolut ehrenhaft. Die Gegner hießen aber je zweimal Qarabag FK, Molde FK und BK Häcken. Selbst bestinformierte Fußballfans werden Probleme haben, diese drei Klubs ihren Ligen und Ländern zuzuordnen, während der FCB 2020 die europäische Crème de la Crème aufgemischt hatte.

Nichts soll die tolle Leistung Leverkusens dieser Spielzeit schmälern, auch die 22 ungeschlagenen Bundesligaspiele sind herausragend. Aber die Triple-Bayern von 2013 und 2020 standen mindestens noch einmal eine Etage über ihnen. Vom 28. Oktober 2012 bis zum 5. April 2014 blieben unter anderem Jupps und dann anschließend Peps Jungs in sage und schreibe 53 BL-Spielen in Folge ungeschlagen – 46 Siege – 7 Unentschieden.

Wenn Leverkusen in der nächsten Saison selbst auch wieder in der Champions League spielt, kann es den FCB-Rekord aus 2019/20 angreifen … jetzt schlichtweg Äpfel und Birnen …

Titelbild: Wembley 2013

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Ein Kommentar zu “Medien: „Leverkusen stellt Bayern-Rekord ein“ – Stimmt das?”

  1. Sehe ich genauso … man kann nicht die EL-Vorrunde mit einem CL-Finalturnier bzw. -Sieg in einen Topf werfen … schwache Presseleistung!

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