In den letzten Tagen ist eine zunehmende Radikalisierung sogenannter Bayernfans in den Social Media festzustellen. Heute Nacht sah sich der FC Bayern sogar genötigt, rassistische Kommentare gegen seinen Abwehrspieler Dayot Upamecano in den sozialen Medien nach der Niederlage in der Champions League bei Lazio Rom aufs Schärfste zu verurteilen.
„Upa hatte das sehr unglückliche Foul mit der roten Karte„, so FCB-CEO Jan-Christian Dreesen in der vergangenen Nacht in seiner Bankettrede im Teamhotel nach dem 0:1 im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Lazio Rom. „Was mich ganz besonders gestört hat, sind die ekelhaften Kommentare anschließend auf Social Media. Da kann ich nur sagen, das ist verabscheuungswürdig. Diese Art von rassistischem Mob, das ist nicht unsere Welt. Das ist nicht der FC Bayern. Das ist was, das wir uns nicht gefallen lassen„.
Für die Worte gab es Applaus im Saal. Der fällige Elfmeter nach dem Foul führte zum entscheidenden Tor für die Römer. Die Angriffe seien „absolut verabscheuenswert„, hatte der Klub bereits am späten Mittwochabend direkt im Anschluss an das Spiel bei X (vormals Twitter) geschrieben: „Wer solche Kommentare absetzt, ist kein Fan unseres Vereins. Wir stehen hinter dir, Upa!„
Der 25 Jahre alte Upamecano hatte mit seiner tolpatischigen Aktion das einzige Tor der Partie verursacht und sah zudem für das Einsteigen im Strafraum gegen Lazio-Angreifer Gustav Isaksen die rote Karte. Auf seinem Instagram-Profil wurde der dunkelhäutige Fußballer im Anschluss massiv beleidigt.
Dabei reagierte der Verein noch nicht einmal auf alle anderen wüsten Beschimpfungen, selbst gegen Vereinslegenden wie Thomas Müller und natürlich vor allem gegen Trainer Thomas Tuchel.
Es ist mittlerweile ebenso beschämend wie bestürzend, welche Wortwahl in den Social Media benutzt wird, wenn man mit etwas unzufrieden ist. Aggressiv, voller Hass. Beleidigungen. Beißender Spott. Menschenverachtend. Widerlich. Leider auch durch die Art der Berichterstattung gefördert.
