Bayernfans: Sehr unfairer Umgang mit Leroy Sané

Kommentar von Petersgradmesser

Obwohl er aktuell eine Torflaute hat, spielt der deutsche Nationalspieler Leroy Sané beim FC Bayern generell eine sehr starke Saison. Trotzdem wird er sehr schnell und permanent von einer Vielzahl der eigenen Fans hart kritisiert. Die Vorwürfe an den 28-Jährigen sind dabei größtenteils falsch, völlig unberechtigt. Speziell der der Lustlosigkeit, in Wirklichkeit kämpft und rackert Leroy in jedem einzelnen Spiel wie wenige seiner Mitspieler.

Als Manuel Neuer in Leverkusen tief in der Nachspielzeit – völlig unnötig beim Stand von 0:2 – bei einer FCB-Ecke einen Ausflug in den Bayer-Strafraum wagte, der an so einem gebrauchten Fußballabend natürlich schief gehen musste, war es Sané, der im Vollsprint über das gesamte Fußballfeld versuchte, den Gegentreffer zum 0:3 zu verhindern. Letztendlich vergeblich. Seinen Frust ließ er dann – durchaus verständlich – an einer Torkamera im Tornetz aus.

Er schlug mit der flachen Hand gegen diese, die daraufhin auf den Boden fiel und dann nur noch Richtung Himmel filmte. Das ZDF sendete die Bilder dieser Kamera später in seiner Zusammenfassung des Spiels. Der Spott war Leroy natürlich gewiss, es wurde auch von einem völligen Ausrasten oder Ausflippen des Bayernspielers berichtet.

Sensationsgeilheit – durchaus auch bei den Öffentlich-Rechtlichen. Denn Leroy hat zwar seinem Frust freien Lauf gegeben, von einem Ausrasten war er bei dieser Szene aber weit entfernt. Wir müssen jetzt auch nicht darüber sprechen, dass so eine Kamera im Tornetz durchaus gewisse Verletzungsgefahren für die Spieler birgt. Leroy ist ja auch nicht mit Absicht Richtung Kamera gelaufen, sondern wurde in seinem Sprint vom Netz gestoppt. Was ist, wenn ein Spieler unkontrolliert ins Netz stolpert?

Das eigentlich Bittere ist aber, dass diese Szene von Leroy von niemanden richtig eingeordnet wurde: Denn in keinster Weise ist er ein „Lustlos-Kicker„, ganz im Gegenteil, er ist mega ehrgeizig und motiviert, von der ersten bis zur letzten Sekunde des Spiels. So passieren dann auch schon einmal (wirkliche) Ausraster wie im Katastrophen-Länderspiel in Österreich, wenn er zudem noch provoziert wird. Das wissen und nutzen mittlerweile viele gegnerische Teams….

Es gibt ja tatsächlich „Bayernfans„, die den lustlosen Leroy am Ende der Saison verscherbeln möchten. Es besteht nicht viel Hoffnung, deren Meinung mit diesem Beitrag zu ändern, auch wenn ein Versuch nie schaden kann. Ähnlich läuft es auch mit Dayot Upamecano: Der spielt generell – wenn nicht verletzt – eine gute Saison mit vielen starken Szenen. Das TV liebt es aber, seine Patzer zu zeigen, die dann viel mehr in Erinnerung bleiben als die zahlreichen (sehr) guten Szenen. Müssen aber die eigenen Fans tatsächlich dem Mobbing der Medien folgen?

Leroy Sanés bisherige BL-Saison in Zahlen: 20 Torbeteiligungen in 21 Spielen: 8 Tore – 12 Assists (Torvorlagen-Bestwert in der BL). Nach Harry Kane ist er damit mit großem Abstand zweitbester Scorer beim Rekordmeister, für seine Position ist das ein überragender Wert. Er ist laut Thomas Tuchel eine körperliche Maschine, unfassbar fit – aber eben auch sensibel, was sich derzeit hauptsächlich in seiner Torflaute widerspiegelt. Er ist ganz sicher auch ein Kandidat für den von mir seit anderthalb Jahren vehement geforderten Mentalcoach beim FC Bayern (Beitrag unten anhängend). Ein bisschen mehr Fairness der eigenen Fans könnte aber auch schon hilfreich sein.

Titelbild: So lieben wir die Bayern und möchten sie baldmöglichst wiedersehen!

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

Ein Kommentar zu “Bayernfans: Sehr unfairer Umgang mit Leroy Sané”

  1. Hervorragender Beitrag. Gegen den Bashing-Mainstream.
    Mit Abstand die beste FCB-FANSeite!
    Auch wenn Tuchel die körperliche Fitness von Sané mit Maschine bezeichnet, mental ist er das ganz sicherlich nicht. Trotzdem bislang mit einer sehr starken Saison.

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