Anders als die Analysen der Herren Hamann und Magath, welche reflexartig in ein Dauernörgeln gegen den FC Bayern und seine Protagonisten, zuletzt speziell gegen Coach Thomas Tuchel, abdriften, kann man sich beim früheren FCB-Kapitän Stefan Effenberg auf Sachinhalt freuen. Der Tiger kann schon auch einmal kritisieren, durchleuchtet aber auch die Hintergründe und nimmt Tuchel zum Beispiel in Schutz, wenn dessen Team zwar nicht brilliert, die Ausgangssituation aber auch sehr kompliziert ist. So sieht Effenberg im Gegensatz zum Skeptiker Didi Hamann alle drei Winterneuzugänge des Rekordmeisters durchweg positiv.
Während Eric Dier aufgrund seiner Erfahrung eine Soforthilfe in der Innenverteidigung des FC Bayern darstellt, wurden mit Sacha Boey und Bryan Zaragoza zwei Spieler unter Vertrag genommen, denen eine langfristige Perspektive aufgezeigt wurde. Inwiefern das Duo in der Rückrunde dabei helfen wird, die gesteckten Ziele zu erreichen, bleibt abzuwarten. Stefan Effenberg traut dem 23-jährigen Franzosen Boey allerdings schon zeitnah den Sprung zum Stammspieler zu.
„Bei Boey bin ich mir sehr sicher, dass er diese rechte Seite bald als Stammspieler bekleiden wird„, sagte der CL-Sieger von 2001 gestern im Sport1-Doppelpass. Auch Zaragoza verfüge über „unfassbar viel Potenzial„, der Flügelspieler werde womöglich aber mehr Anlaufzeit brauchen: „Gib Zaragoza ein paar Monate bis Sommer, dann wird er eine Rolle bei Bayern München spielen.“
Entscheidend werde sein, ob sich Boey und der 22-jährige spanische Nationalspieler Zaragoza an den Erfolgsdruck beim deutschen Rekordmeister gewöhnen werden. Effenberg: „Bei Galatasaray oder bei Granada hast du nicht diesen Druck, irgendetwas gewinnen zu müssen. Bei Bayern München ist das eine andere Hausnummer, aber damit müssen sie umgehen„. Boey hat jedoch schon am Wochenende durchklingen lassen, dass der Druck in Istanbul ein ähnlicher gewesen sei.
Der ehemalige englische Nationalspieler Eric Dier hat diesbezüglich natürlich mehr Erfahrung und bisher, so die Bewertung des 55-Jährigen, einen positiven Eindruck hinterlassen: „Bei Dier kann man sehr froh sein, ihn geholt zu haben. Er hat ein paar Spiele souverän gespielt, ist in keinster Art und Weise negativ aufgefallen.„
Danke Effe – und an Hamann gerichtet: So kann eine Analyse auch aussehen. Man muss nicht sofort immer in Euphorie ausbrechen, aber auch nicht alles kurz und klein schreiben.
An Sky & Co: Gibt es wirklich keine Chance, einen Didi Hamann durch erfrischende intelligente Köpfe wie z.B. Mehmet Scholl zu ersetzen? Der ist auch häufig ein Querdenker und längst nicht mit allem – auch beim FCB – einverstanden. Aber es macht Spaß, ihm zuzuhören. Didi, Quälix & Co dagegen … beinhaltet schon der Spitzname des Europapokalsiegers von 1983, denn wenn Worte schwerer als Medizinbälle …
