Im mittlerweile dritten Bundesliga-Heimspiel in Folge verweigerte die Stimmungs-weisende Südkurve gegen Werder Bremen zwölf Minuten lang den Support für die eigene Mannschaft. Für ein aktuell etwas verunsichertes Bayernteam sicherlich wenig hilfreich, zumal es nicht ansatzweise so aussieht, dass diese Aktionen der Bundesliga-Fanszenen gegen den geplanten DFL-Investoren-Einstieg von Erfolg gekrönt sein könnten.
Thomas Tuchel wurde auf der heutigen PK vor dem Nachholspiel gegen Union auf dieses Szenario angesprochen. Er antwortete völlig unaufgeregt und nachvollziehbar wie folgt:
„Es gibt keinen Trainer, der es nicht als Nachteil empfindet, wenn es einen Stimmungsboykott gibt, gerade wenn es nicht gut läuft. Natürlich wünscht sich jeder von uns eine Stimmung, die elektrisch ist, die pusht. Wenn es Gründe gibt für den Boykott, ist es so. Wir sind dafür verantwortlich, die Stimmung auch drin zu halten.“
Hoffentlich kommen morgen deswegen keine weiteren unnötigen Banner in der Kurve gegen den eigenen Trainer, der lediglich ganz normale menschliche Dinge ausspricht.
Straßenblockaden durch die Letzte Generation, Straßenblockaden durch gegen die Regierung protestierende Bauern, permanente Streiks der Lokführer der Bahn, aufgeputscht durch einen größenwahnsinnigen Gewerkschaftsboss: Große Teile der Gesellschaft versuchen ihre Ziele durch immer radikalere und lautere Maßnahmen durchzupeitschen – ohne Rücksicht auf andere und Verluste. Muss das jetzt bei den Fußballfans auch noch der Fall sein? Es nervt.
