Eine 70 Minuten lang komplett lust- und leblose FCB-Mannschaft hat nicht nur zahlreiche Rekordserien bei der völlig unerwarteten, aber auch unnötigen 0:1-Niederlage gegen Werder Bremen beendet, sie verliert damit auch den Anschluss zu den von Sieg zu Sieg eilenden Leverkusenern. Der lange Zeit so trostlose Auftritt bei dieser Konstellation machte die Fans in der Arena fassungslos.
Die Stimmen der Bayern:
Thomas Tuchel – reagierte er zu spät auf sein lethargisches Team?
„Es ist deutlich zu wenig. In den ersten 70 Minuten habe ich nicht gespürt, dass wir verbissen um den Sieg spielen. In der Schlussphase war es besser. In der ersten Halbzeit waren wir extrem statisch, hatten viele Ballverluste und haben viele Konter zugelassen. Es ist eine verdiente Niederlage, weil 20 Minuten einfach zu wenig sind. Heute hat uns der Zugriff und der Biss gegen den Ball gefehlt. Wir haben keinen Rhythmus gehabt. Es ist unsere Verantwortung. Wir müssen Lösungen finden, das ist nicht unser Anspruch. Wir werden uns das Spiel in Ruhe anschauen, uns in die Pflicht nehmen und versuchen, es am Mittwoch und Samstag wieder auszubessern.“
Kapitän Manuel Neuer:
„In den letzten 25 Minuten waren wir gefährlich, da hätten wir auch ein Tor verdient. Allerdings war das Aufwachen zu spät. So hätten wir anfangen müssen. Wir kennen den Ernst der Lage und wissen, dass Leverkusen einen Lauf hat. Wir müssen auf uns schauen und unsere Spiele gewinnen. Wir wissen, dass wir Mittwoch anders auftreten, ein anderes Gesicht zeigen und unsere Qualität auf den Platz bringen müssen.“
Thomas Müller, welcher in der 64. Minute für Joshua Kimmich eingewechselt wurde. Es kam dann peu à peu mehr Schwung ins Spiel, leider ohne Ertrag:
„In der letzten Viertelstunde hätten wir auf jeden Fall ein Tor verdient gehabt. Aber über die gesamten 90 Minuten haben wir den Sieg nicht verdient. Wir waren zu träge, ohne Leben drin und damit meine ich nicht, dass man rumschreien oder irgendwo reingrätschen muss. Da geht es darum, der Mannschaft anzusehen, wie sehr sie ein Tor braucht und will. Bevor wir am Ende mehr ins Risiko gegangen sind, war zu wenig Feuer drin, es hat der Biss gefehlt. Bremen war einige Male in unserem Strafraum. Wir haben schon auch ein bisschen drum gebettelt, das Tor ist nicht aus dem Nichts gefallen. Das Leben, die Freude, durch den tiefen Block zu kommen, hat uns gefehlt. Jeder Spieler muss sich hinterfragen.“
