Kaiserliche Gedenkfeier für den Franz mit Ulis sehr emotionaler Rede als Höhepunkt

Bei absolutem Kaiserwetter fand gestern in der Münchner Allianz Arena die Gedenkfeier für den besten deutschen Fußballer aller Zeiten und außergewöhnlichen Menschen Franz Beckenbauer statt. Es war eine sehr bewegende Feier mit vielen bemerkenswerten Gästen und Protagonisten, Weggefährten. Ganz am Ende stellt jedoch eine Rede all die anderen sehr guten zuvor in den Schatten, da konnte auch der Münchner Weltklasse-Tenor und FCB-Fan Jonas Kaufmann nicht mithalten. Es ist die des nun nach dem Tod von Beckenbauer einzigen lebenden FCB-Ehrenpräsidenten Uli Hoeneß.

Der Weg auf der Bühne bis zum Mikrofon fällt Uli sichtlich schwer. Dort beginnt er mit einem Räuspern, seine Stimme ist kratzig, für die legendäre Abteilung Attacke des FC Bayern auffallend schwach. Seine Nase und Augen sind gerötet – von der bitteren Kälte in der Arena, aber wohl noch mehr von den Tränen, die er für seinen Freund Franz vergossen hat.

Es folgt eine ergreifende Rede, die alle im Stadion bewegt. Jeder Zuschauer folgt gebannt den Worten des 72-Jährigen. Hoeneß erzählt Anekdote um Anekdote. Wie er den Franz vor über 57 Jahren zum ersten Mal gesehen hat. Hoeneß war damals Austauschschüler in Birmingham, Beckenbauer spielte im Juli 1966 mit Deutschland bei der WM in der Vorrunde im Villa-Park von Birmingham gegen Argentinien und Spanien. „Wenn du mal mit ihm zusammenspielen könntest, das wäre das allergrößte“, habe er damals gedacht. Zu dem Zeitpunkt war er der Kapitän der deutschen Schülerauswahl.

Uli erzählt von seiner ersten Begegnung vier Jahre später, als er selbst zum FC Bayern wechselte. Beckenbauer, Gerd Müller und Sepp Maier kamen als Helden zurück von der WM 1970 in Mexico. Wie sollte er diese Idole nur ansprechen? „Sagst du jetzt Herr Beckenbauer?“, fragte er sich. „Nein, er kam auf mich zu und sagte: ‚Hallo, ich bin der Franz‘“. So unkompliziert und bodenständig soll er jedem gegenüber gewesen sein.

Hoeneß beschreibt den Fußballer Beckenbauer, der „mit links und mit rechts“ spielen konnte. „Wenn ich mal nicht wusste, wohin mit dem Ball, dann gab ich ihm den Franz. Da war er sicher“. Mit dieser Denkweise war er im Verein und bei der Nationalmannschaft sicherlich nicht der einzige.

Wenn man ein Problem hatte, ging man zum Franz“, erinnert er sich. Der habe es gelöst, sich drum gekümmert, „er hat sich für uns eingesetzt.“ Häufig auch mithilfe seines Managers Robert Schwan, dessen Nachfolger der Uli 1979 selbst werden sollte.

Laut dem FCB-Ehrenpräsidenten war niemand großzügiger als der Kaiser. Ein Restaurant-Besuch mit ihm sei somit das Schlimmste gewesen: Beim Trinkgeld habe man sich immer blamiert, denn Beckenbauer gab immer mehr.

Hoeneß rührt viele Fans im Stadion zu Tränen. Er bringt sie aber auch mit einer schönen Anekdote aus dem Mai 2000 zum Lachen: Am letzten Spieltag der Saison 1999/2000 wurde der Rekordmeister überraschend doch noch Meister, weil Bayer Leverkusen beim kleinen Münchner Nachbarn, der SpVgg Unterhaching, mit 0:2 verlor. Der damalige FCB-Präsident(!) Beckenbauer befand sich zeitgleich auf den Fidschi-Inseln, um Stimmen für die WM-Vergabe zu gewinnen. Dort war es nachts, 4 Uhr. Beckenbauer sei nur in Unterhose bekleidet durch das Hotel gerannt und soll vorm Zimmer von Sepp Blatter, dem damaligen Fifa-Präsidenten, lauthals gesungen haben: „Steht auf, wenn ihr für Bayern seid!“

Doch bei all den Titeln, all den Errungenschaften des Kaisers, sei die WM 2006 das Meisterstück Beckenbauers. „Er hat sich jahrelang den Hintern aufgerissen und ist in den hintersten Fleck der Erde gereist, um die Stimmen für Deutschland zu bekommen“, so Hoeneß. Ab dem Zeitpunkt erntet Hoeneß fast bei jedem Satz großen Applaus des Publikums.

Hoeneß weiter: „Das Sommermärchen hat gezeigt, wie offen und freundlich unser Land sein kann, und er erinnert an Tausende Menschen mit Deutschland-Fahnen in den Händen. „Weil sie stolz waren auf unser Land … und da müssen wir auch wieder hinkommen, dass alle stolz sind“. 

Im großen Applaus der Massen legt er mit aller Vehemenz hinterher: „Ich möchte ganz deutlich betonen, dass ich bei diesem Prozess die AfD nicht dabei haben will.“ Der Applaus wird noch einmal lauter in der Arena.

Eine politische Botschaft mit einer emotionalen Trauerrede zu verschmelzen, auf so würdevolle Weise, dass ganz sicher auch der Franz anerkennend und zustimmend genickt hätte, beweist großartiges Gespür. Hoeneß ist ein Volksredner, die Stimme der Bayern, das Herz des FCB (auch wenn in diesem Kontext leider nicht alle zustimmen wollen). 

Franz´ Freund schießt gegen die „unsäglichen Medienkampagnen und viel Kleingeistigen“, die im Nachklang der WM 2006 mit der Sommermärchen-Affäre einen Schatten auf das Lebenswerk Beckenbauers legten und ihm schwer zusetzten. „Ich habe Franz gewünscht, dass er noch mehr Anerkennung und noch mehr Respekt bekommt und nach dem Tod keine Scheinheiligkeit. Das ist leider nicht 100 Prozent aufgegangen“.

Die letzten Jahre des Kaisers seien schwierige Jahre für ihn gewesen, weiß Hoeneß und erinnerte mit stockender Stimme auch an den Tod von Beckenbauers Sohn Stephan, ein langjähriger FCB-Nachwuchstrainer.

Lieber Franz“, sagt er zum Ende seiner Rede und richtet seine Worte nach oben. „Jetzt bist Du zwölf Tage tot. Um ehrlich zu sein: Du fehlst mir sehr. Ruhe in Frieden. Einen Frieden, den du leider in den letzten Jahren nicht so genießen konntest, wie du es verdient hast.“

Tränen steigen Hoeneß ins Gesicht. Damit ist er beileibe nicht allein. Überall auf den Rängen wischen sich die Fans das Nass aus den Augen … alle erheben sich nach dem Ende von Ulis Rede und minutenlanger Applaus hallt in der Arena wider …

Gestern war der Uli mit seiner Rede der Held, auch wenn dies sicherlich nicht seine Intension war.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

8 Kommentare zu „Kaiserliche Gedenkfeier für den Franz mit Ulis sehr emotionaler Rede als Höhepunkt

  1. Die Gedenkfeier war sehr emotional, ich konnte nicht die Tränen zurückhalten, von Fernseher, Uli Hoeneß war den Tränen nahe, nicht nur er, sondern alle 😪😪😪. Ruhe in Frieden Franz Beckenbauer 😪😪

  2. Nicht erst seit heute schäme ich mich, dass sich so einer wie du Bayernfan schimpfen darf. Du bist eine Schande für den Verein und seine Geschichte.
    Wäre das meine Seite würde ich dich hier sperren: Dafür eine ausführliche Empfehlung!!!!
    Uli Hoeneß hat dabei voll i.S. d. Kaisers gesprochen. Auch der hätte so Schergen wie dich sehr ungern im Verein gesehen.
    Schleich di, du (glatzköpfiger) Wicht!!

  3. Hier in Bayern ist die AfD glücklicherweise weit davon entfernt, die CSU zu überholen. 14,7 % sind aber trotzdem noch 14,7% zu viel …

    Uli Hoeneß hat dabei tatsächlich ganz im Sinne vom Franz gesprochen. Dies ist auch der Grundtenor des FCB, die Meinung dieser Seite und der FCB-Fanszene.

    Wir hatten in Deutschland schon einmal so eine Partei vor 90 Jahren, die demokratisch in einer Phase der Unzufriedenheit von den „Dummen und Ahnungslosen“ gewählt wurde …

    Wenn du die repräsentative Meinung in einem Verein als „Schande“ bezeichnest, solltest du dir definitiv einen anderen suchen.

    1. Ja, leider müssen wir manchmal – Gott-sei-Dank insgesamt sehr selten – Leute für diese Seite sperren.
      Insgesamt agieren wir dabei aber kulant. Auch wenn die Meinung weit ab von unserer ist, akzeptieren wir eine andere.
      Nicht akzeptieren tun wir Beleidigungen: speziell gegen Protagonisten des FCB, aber auch gegen die Seite selbst.
      Wenn dann noch dauerhaft Kommentare kommen, die gegen alle Werte sind, für die der Verein und diese Seite stehen, dann ist ein Abflug gewiss. Meist dann eben auch noch in einem schlechten Tonfall.
      @ Comeback: Du musst dich aber auch manchmal mäßigen. Deine Argumente sind uns meist sehr sympathisch, der Tonfall könnte etwas weniger rau sein 😉

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