Vor gut einer Woche hat FC Bayern Total eine Umfrage unter den Bayernfans gestartet, wie man den verstorbenen Franz Beckenbauer ehren, würdigen soll – sein unermesslich wertvolles Erbe darf nicht in Vergessenheit geraten. Und wenn man bei der gestrigen Gedenkfeier die Trauergäste genauer betrachtet hat, dann sind Bedenken durchaus angebracht: Unter den geschätzt 20.000 waren gefühlt mindestens 90 Prozent über 50 Jahre alt.

Welch überragende Persönlichkeit der Franz war, haben die vier Reden von FCB-Präsident Herbert Hainer, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Ministerpräsident Markus Söder und FCB-Ehrenpräsident Uli Hoeneß eindrucksvoll widergegeben.

Aber auch das Umfrageergebnis der Bayernanhänger hat vor allem eines gezeigt: Den Kaiser kann man fast nicht genug, nicht ausreichend würdigen. So haben die meisten Teilnehmer an der Umfrage auch nicht nur eine Alternative gewählt, sondern sogar zwei oder drei.
Wenig überraschend hat die Idee, für ihn schnellstmöglich ein Denkmal neben seinem kongenialen Doppelpasspartner Gerd Müller aufzustellen, die meiste Zustimmung gefunden. Dieses Projekt ist / wäre am leichtesten umzusetzen. Der Verein kann – ohne jemanden fragen zu müssen – sehr schnell aktiv werden.
Die drei anderen Ideen – Franz-Beckenbauer-Pokal anstelle von DFB-Pokal bzw. Umbenennung eines der beiden großen Stadien in München – bedürfen dagegen der Zustimmung vieler unterschiedlicher Protagonisten und Meinungsbildner.
Umbenennung des DFB-Pokals: Nicht jeder in Deutschland ist FCB-Fan und der DFB selbst hat sich im letzten Jahrzehnt auch nicht gerade als großer Kaiser-Fan dargestellt. Es wäre gewissermaßen eine Wiedergutmachung nach dem Tod von Franz.
Umbenennung Olympiastadion: Dafür ist wohl die Stadt München hauptverantwortlich – theoretisch sollte die bürokratische Hürde nicht zu hoch sein. Das Oly war das Fußballwohnzimmer von Beckenbauer in seinen größten Jahren, dort wurde er Weltmeister. Aber ein Olympiastadion ist ein Olympiastadion, außerdem wird es nicht mehr für Fußballspiele benützt. Irgendwie ein Trostpreis …
Umbenennung der Allianz Arena: Der Versicherungskonzern, bei dem der junge Franz einst eine Lehre gemacht hat, bezahlt gutes Geld für die Namensrechte. Aber gibt es da nicht eine – von vielen Fans genannte – sehr charmante Lösung? Die Franz Beckenbauer Allianz Arena? Für den Konzern sicherlich kein Imageverlust in einem Atemzug mit der Lichtgestalt des deutschen Fußballs genannt zu werden, welcher sogar eine Lehre im Haus gemacht hat!
In diesem Kontext: Vielen Dank für die vielen eigenen Ideen, die Ihr eingebracht habt: Umbenennung des FCB-Campus, von Straßen und Plätzen in München, Fußballturniere in seinem Namen.
Die Lieblingsversion zur Würdigung des Kaisers, welche als Kombination eine Mehrheit erhalten hat, ist jedoch: Schnelle Umsetzung eines Denkmals in unmittelbarer Nähe zum Gerd, der DFB benennt seinen Pokal nach dem Kaiser und die Allianz schließt eine solche mit dem Franz und kombiniert den Stadionnamen in Fröttmaning wie weiter oben beschrieben und vielfach gewünscht. Auch wenn der Franz selbst ein bescheidener Mensch war und ihm all dies peinlich wäre: Gerade wegen eines solchen in heutigen Zeiten Ausnahmecharakters sollten all diese Ideen umgesetzt werden – und die die sich weigern, sollten sich schämen und aufhören zu heucheln!

