Wenn die Bayern in Führung liegend im Spielrausch sind, wird ihr großartiges Kombinationsspiel bis zum finalen Torabschuss aus kurzer Distanz gefeiert. Wehe aber, wenn es ergebnismäßig einmal nicht so funktioniert, dann wird schnell von Fanseite ein „Die Bayern wollen wieder einmal den Ball ins Tor tragen„! ausgepackt und kritisiert. Seit der Ankunft von Harry Kane haben die Bayern aber ganz offensichtlich noch ein anderes wirksames Mittel entdeckt, um erfolgreich zu sein: Den Weit- bzw. Distanzschuss aus mehr als 16 Metern außerhalb des Strafraums.
56 Treffer wurden auf diese Art und Weise in der laufenden Spielzeit in der Fußball-Bundesliga erzielt. Und Spitzenreiter mit sieben Toren ist der FC Bayern. Drei dieser Treffer erzielte Harry Kane: Gleich zum Einstand beim 4:0 in Bremen bei seinem Bundesligadebüt, dann natürlich mit dem großartigen Tor noch aus der eigenen Hälfte beim 8:0 gegen Darmstadt und zum Jahresabschluss in Wolfsburg. Die anderen vier FCB-Weitschusstore erzielten Leroy Sané (2),Jamal Musiala und Kingsley Coman.
Interessant ist, dass darunter kein einziger Gewaltschuss war. Bis auf Comans Tor gegen Freiburg, welches eher eine abgerutschte Flanke war, waren alle sechs Tore -obwohl aus der Distanz – technisch überragend ausgeführte überlegte Torschüsse.
Hinter dem FCB folgen in dieser Statistik Borussia Dortmund mit sechs Treffern, dann Bayer Leverkusen, die TSG Hoffenheim, der 1. FC Heidenheim und RB Leipzig mit jeweils fünf Toren.
Die Spieler des Rekordmeisters erzielten folglich jeden siebten ihrer 49 BL-Treffer aus der Distanz (14,3%). Durchschnittlich wurden 11,7 Prozent der BL-Tore außerhalb des Strafraums erzielt – 56 von insgesamt 480 Toren.
Prozentuell die meisten Tore aus der Entfernung erzielte der BVB (20% – 6 von 30). Bayer Leverkusen mit seinem Kunstschützen, dem spanischen Nationalspieler Alex Grimaldo, überraschenderweise nur 10,9 Prozent (5 von 46).
Verbesserte Eckenstatistiken, großartige Weitschüsse – freuen wir uns auf eine erfolgreiche Rückrunde unserer Bayern. Diese sollte vor allem dann möglich sein, wenn man einen anderen traurigen Spitzenplatz verlässt: Die Kicker des Rekordmeisters verzeichneten nämlich in der Hinrunde durchschnittlich auch die längsten Ausfallzeiten wegen Verletzungen und Krankheiten in der Bundesliga.
Titelbild: Großartige Distanzschützen unter sich.
