Das Niveau der deutschen Fußballsendungen befindet sich leider weiterhin im Sturzflug. Aber offensichtlich scheint es trotzdem so etwas wie ein Erfolgskonzept zu sein, wenn skurrile im wahrsten Sinne des Wortes zweitklassige „Experten“ wie der 68-jährige Peter Neururer ihre Bühne bekommen – und dann kräftig unter der Gürtellinie austeilen. Peter der Große gestern im Fantalk von Sport1:
„Ich hoffe nur, dass, wenn Serge Gnabry beim Trainer nachfragt, warum er keine Chance bekommt, Thomas Tuchel nicht auch so argumentiert, wie er es uns erzählt. Denn sonst hat er einen Spieler verloren. Wenn mir das ein Trainer erzählen würde als Spieler, würde ich fragen, ob er einen nassen Hut auf hat. Das ist ja unfassbar„.
Neururer bezog sich dabei auf Tuchels Statements auf der PK vor dem FCB-CL-Spiel gegen den FC Kopenhagen (Titelbild): „Wir merken nach dem Handbruch, dass die Leichtigkeit und das Verständnis, mit der Schiene zu spielen, noch nicht so da war. Für ihn gilt es jetzt, Biss zu zeigen. Alles, was er jetzt bekommt, heißt: Scheuklappen drauf und intensiv sein. Darüber muss er sich Sicherheit holen„.
Der ehemalige Zweitligatrainer echauffierte sich außerdem über Tuchels Statements zu Thomas Müller. Der FCB-Trainer bezeichnete den Weltmeister von 2014 bereits mehrfach als Legende und lobte ihn überschwänglich, zum Einsatz kommt Müller aber trotzdem selten.
„Als Spieler würde ich fragen: ‚Wenn du so über mich redest, warum spiele ich dann gar nicht?‘ Was der da erzählt, ist absoluter Müll. Das kannst du nicht machen„, schimpfte Neururer in Richtung Tuchel.
So ein Müll (dieses Mal an Neururer selbst gerichtet) kommt dabei raus, wenn sich das sog. Expertentum weniger auf Sachinhalt als auf Aufmerksamkeit erheischende knackige Statements beschränkt: Wer den FCB genauer beobachtet, weiß, dass der FCB-Coach mit der Einschätzung beider Spieler absolut richtig liegt. Auch wenn Thomas Müller eine absolute FCB-Legende ist, ist er tatsächlich schon über seinen Zenit als Fußballprofi hinaus. Der Fußball selbst, die Geschwindigkeit gerade im Bayernspiel hat sich während seiner Karriere noch einmal erheblich weiter entwickelt – da kann er manchmal nicht mehr so richtig Schritt halten. Dass Müller gestern über die gesamte Spielzeit auf dem Platz stand und sich auch nach Gnabrys Einwechslung in der 64. Minute nichts besserte (eher im Gegenteil), war sicherlich auch ein Grund dafür, warum das FCB-Offensivspiel nicht ganz so flüssig – wie in den letzten Wochen und Monaten gewohnt – lief. Das ist überhaupt keine Kritik an den beiden verdienten Spielern, aber die aktuelle Realität, die unterschiedlichen Gründen geschuldet ist.

Und mit Herrn Schnoor hatte der Clown einen Co-genialen Partner … armes Fußball-Deutschland!
Kongenial natürlich!