Oliver Kahn lässt die jüngste Kritik von Uli Hoeneß nicht auf sich sitzen. Vor allem gegen den Vorwurf mangelnder Arbeitsmoral wehrt sich der frühere FCB-CEO. Seine Reaktion ließ keine 48 Stunden auf sich warten.
Der 54-Jährige gegenüber der BILD: „Ehrlich gesagt bin ich verwundert darüber. Der FC Bayern und ich hatten im Sommer vereinbart, dass wir dieses Kapitel freundschaftlich schließen wollen und ich auch in Zukunft gerne Teil der FC-Bayern-Familie bleibe. Dazu stehe ich weiterhin. Die aktuellen Äußerungen von Uli Hoeneß tragen zu einem respektvollen Miteinander nicht unbedingt bei.“
Hoeneß hatte zuvor in der TV-Sendung BR24 Wahl – Der Sonntags-Stammtisch nach dem 3:0 des Rekordmeisters in der Bundesliga gegen den SC Freiburg erklärt: „Die Berufung von Oliver Kahn als Vorstandsvorsitzender war ein großer Fehler. Und als ich erkannt habe, dass er das nicht kann, habe ich mich mit Karl-Heinz Rummenigge besprochen und das geändert.“
Der FCB-Ehrenpräsident kritisierte im Bayerischen Runfunk zudem die Arbeitsmoral Kahns, dem er als Aufsichtsrat selbst mit ins Amt verholfen hatte: „Oliver Kahn hat kürzlich in einem Interview gesagt: ‚Ein CEO muss nicht 24 Stunden am Tag arbeiten.‘ Dann habe ich darauf geantwortet: ‚Zwölf Stunden sollten es aber schon sein.‘“
Hoeneß weiter: „Früher haben wir als Fußballer schon gut verdient, aber wir waren uns bewusst, dass wir später noch arbeiten müssen, um die Familie zu versorgen. Wenn jetzt ein Fußballer bei Bayern zehn Jahre Fußball spielt, dann muss der gar nicht mehr arbeiten. Ob der Spieler dann bereit ist, zwölf Stunden am Tag, sechs Tage die Woche zu arbeiten, wenn das nicht mehr nötig ist – das ist die große Frage.“
Diese These hat der 71-Jährige zuletzt – nicht nur im Kontext mit Kahn – schon des häufigeren in den Raum gestellt. Vorwürfe, die Kahn keineswegs so stehen lassen möchte: „Ich habe in meiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des FC Bayern immer mit bestem Wissen und Gewissen für den Verein gehandelt. Leider stellte sich nach einiger Zeit heraus, dass es unterschiedliche Vorstellungen über die Entwicklung und die Strategie des Klubs gab. Letztendlich war es besser, dass jeder für sich seinen eigenen Weg weitergeht. Damit ist auch alles gesagt.“
Fast alles gesagt, denn er schiebt durchaus versöhnlich hinterher: „Ich persönlich habe meinen Frieden mit dem Kapitel gemacht und blicke – weiterhin freundschaftlich mit dem Verein verbunden – optimistisch in die Zukunft.“
Als FCB-Fan möchte man nun Uli Hoeneß den Rat geben, entweder dazu gar nichts mehr zu sagen oder sich den niveauvollen Äußerungen von Kahn anzuschließen.

Sehr gut Oliver!
Uli sollte sich eine Scheibe abschneiden?
Beide Seiten sollten doch froh sein, daß das Kapitel abgeschlossen ist, da sollte man nicht nochmal Öl ins Feuer gießen. Jeder Mensch hat eine andere Meinung, wie man manche Probleme anpacken sollte.