Um es gleich vorwegzunehmen: Das Ergebnis der gestrigen Umfrage zur Causa Jerome Boateng, nachdem der FC Bayern offiziell bekannt gegeben hat, ihn „in der Betrachtung aller Aspekte“ nicht zu verpflichten, hat das Umfrageergebnis vom Wochenstart, ob man den Ex-FCB-Spieler wieder verpflichten soll, absolut bestätigt. Die Solidarität der FCB-Fans auf FC Bayern Total mit dem Weltmeister von 2014 ist sogar noch einmal ganz leicht gestiegen. Eine ganz große Überraschung kommt zum Vorschein, wenn man bei der Auswertung weibliche und männliche Fanmeinungen getrennt betrachtet.
Die gestrige Umfrage:
FC Bayern Total hat dabei folgende fünf Antwortvarianten vorgegeben:
A) Alles richtig gemacht, FCB. Durch die Rückkehrer Upamecano, Kim und bald auch wieder de Ligt kann man die Phase bis zur Winterpause vernünftig überbrücken, um dann in der Transferperiode sinnvoll nachzulegen.
B) Ich bin enttäuscht von meinem Verein, man ist vor den Medien und (Teilen) der Fanszene eingeknickt, anstelle dass man einem verdienten Spieler der eigenen Vereinshistorie eine Chance gegeben hätte. Der Rekordmeister hat diesbezüglich schon wesentlich bessere Zeiten gehabt.
C) Geschickter Schachzug. Jerome trainiert weiter mit und sollte tatsächlich noch einmal personell Not am Mann sein, wird der Weltmeister von 2014 doch noch ganz kurzfristig verpflichtet.
D) Ich bin traurig: Wieder einmal hat der Druck des Boulevard dafür gesorgt, dass keine würdige Entscheidung getroffen wurde.
E) Aufgrund der privaten Turbulenzen von Boateng war diese Vereinsentscheidung alternativlos. Ich hätte mich nicht mit ihm als FCB-Spieler identifiziert.
Wenn man den Kampagnen der Boulevardpresse, der sich wohl Click-erhaschend auch einige sog. Fanseiten angeschlossen haben, Glauben geschenkt hat, dann hätte eine Mehrheit für die Variante E stimmen müssen. Aus der letzten Umfrage war jedoch dieser Seite klar, dass diese extrem einseitige Berichterstattung nicht dem tatsächlichen Meinungsbild entsprechen kann. Die Beteiligung bei der ersten Umfrage war so groß, dass sie durchaus repräsentativen Charakter hatte.
Auch wenn der Verein nun quasi unsere Variante A als Grund für die Nicht-Verpflichtung Boatengs nennt, nimmt ihm dies eine riesige Mehrheit der eigenen Fans nicht ab. Viele Fans in den Social Media drücken über diese Entscheidung ihre Enttäuschung bis hin zu maßloser Wut aus. Nur wenige applaudieren und Medien, Seiten, die die Vereinsentscheidung grundsätzlich für richtig halten, kommentieren das Ganze trotzdem mit „Kommentar zum Fall Boateng: So einfach kommt der FC Bayern nicht davon“ oder gar: „Beschämend wie bezeichnend: Der FC Bayern und Boateng„.
Zum Ergebnis unserer Umfrage:
69 Prozent der Stimmen entfielen auf die für den FC Bayern negativste Variante B): Ich bin enttäuscht von meinem Verein, man ist vor den Medien und (Teilen) der Fanszene eingeknickt, anstelle dass man einem verdienten Spieler der eigenen Vereinshistorie eine Chance gegeben hätte. Der Rekordmeister hat diesbezüglich schon wesentlich bessere Zeiten gehabt.
Eine schallende Ohrfeige für die Vereinsverantwortlichen, zum einen schenkt man ihnen bei der Erklärung keinen Glauben, zum anderen ist man schwer enttäuscht, dass man sich (wieder einmal) von den Medien am Nasenring durch die Manege hat ziehen lassen.
Immerhin 12 Prozent der Bayern- und Boateng-Fans setzten auf die Hoffnung Variante C): Geschickter Schachzug. Jerome trainiert weiter mit und sollte tatsächlich noch einmal personell Not am Mann sein, wird der Weltmeister von 2014 doch noch ganz kurzfristig verpflichtet.
Ganz ehrlich ist dies auch die Lieblingsversion von FC Bayern Total. Wenn allerdings Sport1 mit der Behauptung, dass Boateng von der Vereinsentscheidung zutiefst enttäuscht ist, recht hat, dann kann man diese positive Perspektive schon wieder knicken. Wenn er ab sofort nicht mehr an der Säbener trainiert, tritt dieser Fall leider ein.
Überraschend wenige FCB-Fans machen die Boulevardpresse hauptverantwortlich (D – 9%), noch weniger folgen der Vereinsbegründung (A – 8%) und quasi gar keine Rolle spielt bei dieser Umfrage das Moralargument der Medien und Fanszene: Für E (Aufgrund der privaten Turbulenzen von Boateng war diese Vereinsentscheidung alternativlos. Ich hätte mich nicht mit ihm als FCB-Spieler identifiziert.) stimmen gerade einmal 2 Prozent (genau 1,6%)!
Die ganz große Überraschung (Sensation) der Umfrage
Und dann kommen wir zum Schluss noch zur eigentlichen Sensation, die in der Überschrift und einleitend angedeutet wird:
Die weiblichen FCB-Fans – 32 Prozent der Umfrageteilnehmer – haben noch viel extremer, viel deutlicher pro Boateng abgestimmt:
Satte 91 Prozent der weiblichen Bayernfans haben für B gestimmt! 7 Prozent für D und 2 Prozent für C. A und E erhielten keine einzige Stimme bei der holden Weiblichkeit in dieser Umfrage!
Darüber könnte man nun einen sehr ausführlichen eigenen Beitrag schreiben. FC Bayern Total möchte dieses tatsächlich sehr unangenehme Thema hier aber beenden, welches letztendlich nur Verlierer hervorgebracht hat – übrigens auch diejenigen, die sich gerade möglicherweise auf der Siegerseite wähnen.
Man muss auch zugeben, dass die Beteiligung an dieser Umfrage um einiges geringer als bei der ersten zu Boateng war. Die Leute scheinen nicht nur enttäuscht, sondern auch genervt zu sein.
Sollte Boa jedoch weiter an der Säbener Straße trainieren … die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt! 😉
Update 7.10.2023
Sehr sehr enttäuschend. Die Moralapostel-Seite wirft FC Bayern Total doch tatsächlich nach den beiden Boateng-Umfragen „Manipulation“ vor!
Ein ehemals geschätzter Follower der Seite platziert sogar den abstrusen Vorwurf „Man war sich in vorherigen Beiträgen nicht mal zu schade häusliche Gewalt als “kann ja mal passieren“ zu bezeichnen.“ Eine peinliche Verfehlung. Eine derartige Passage findet sich nirgendwo nur ansatzweise auf dieser Seite. Wenn damit die in unserem Gesetzes- und Wertesystem verankerte „Unschuldsvermutung“ gemeint sein sollte, disqualifiziert sich der Lamentierende ebenfalls gewaltig.
Tatsächlich wird die Seite in den Social Media wegen dieser Umfrageauswertung zum Teil nicht nur kritisiert, sondern auch beleidigt. Wenn dies dann nicht hingenommen wird und entsprechende nachvollziehbare Maßnahmen ergriffen werden, dann ist das Geschrei („Meinungsfreiheit!„) gleich noch größer. Wenn man selbst im Glashaus sitzt …
Abschließend zwei Dinge: Hätte FC Bayern Total nur ansatzweise eine manipulierende Kraft bzw. Wirkung, dann wäre nicht speziell im persönlichen Fanumfeld das Meinungsbild ein etwas anderes als im Beitrag. Im Nachlauf der Auswertung bestätigte sich das Ergebnis nicht nur (durch verspätete Stimmen), sondern die Verhältnisse verstärken sich sogar noch. Gesamt und bei den weiblichen Stimmenabgaben.

Die Auswertung der weiblichen Stimmen ist tatsächlich ein Hammer.
Wenn man sich die gesamten „Anti-Boateng“-Boulevard-Beiträge ansieht, stammen die entweder von Bayernhassern und / oder männlichen Schreiberlingen (wahrscheinlich sehr sehr zart besaitet 😉 ).
Die Frauen selbst haben aber ein viel besseres Gespür für ihre Angelegenheiten als ihre männlichen Kollegen, die auf dem „Feminismus-Trip“ sind.
Eigentlich ein Schenkelklopfer. Aber nicht wirklich lustig, weil es einmal mehr aufzeigt, dass viele Dinge in die völlig falsche Richtung gehen. Pseudoaktionen bringen unsere Gesellschaft nicht weiter, ganz im Gegenteil.
Eigentlich gut und bezeichnend, dass die Fans hier gar nicht so sehr die Presse angehen … denn es ist doch eigentlich die Gesellschaft, die diese formt, ermutigt und gewähren lässt.
Der FCB steht mit herunter gelassenen Hosen da. Wie bei der Katar-Geschichte. Wenn man etwas Schwieriges startet, muss man das von Beginn an richtig einschätzen und sich dann nicht hetzen und treiben lassen, v.a. wenn man ganz offensichtlich wenig Ahnung von den Meinungen bzw. Meinungsmehrheiten der eigenen Fans hat.
PS: Jaaaa – hoffentlich C!!!