Wahrscheinlich nicht nur bei Fußballern gibt es sicherlich häufig Situationen, zu welchen man sich (öffentlich) weder äußern sollte noch will. Möglicherweise ergeht es Benjamin Pavard aktuell so. Denn wiederholt gibt er nun Statements zu seinem Wechsel vom FC Bayern zu Inter, der rein sportlich ganz sicher ein Downgrade ist, die ein bisschen verwunderlich sind. In seinen Interviews stellt er es jedesmal so dar, als ob er München nur verlassen hätte, weil mit den Nerazzurri plötzlich sein Traumverein auf der Matte stand. Tatsächlich gab es schon lange Gerüchte, dass er den Rekordmeister verlassen möchte und ebenso wurde von zahlreichen internationalen Interessenten berichtet.
Dementgegen behauptet Pavard nun in einem Interview mit DAZN: „Ich war sieben Jahre lang in Deutschland und hatte das Gefühl, dass es an der Zeit war, ein neues Abenteuer zu wagen. Dann kam Inter, ein Verein mit einer langen Geschichte und Legenden wie Javier Zanetti. Die Entscheidung lag auf der Hand.“
Der französische Weltmeister von 2018 weiter: „Inter hat die gleichen Ambitionen wie ich und will jedes Turnier gewinnen. Wir hoffen, dass wir am Ende der Saison so viele Siege wie möglich feiern können.“
Pavard war 2019 für 35 Millionen Euro vom VfB Stuttgart nach München zum deutschen Rekordmeister gewechselt, nun wechselte er ganz am Ende der Transferperiode ein Jahr vor Vertragsende für 30 Millionen Euro zu Inter. Bei den Bayern absolvierte der vielseitige Verteidiger 163 Pflichtspiele, gewann unter anderem die Champions League, vier Deutsche Meistertitel und einmal den DFB-Pokal. Für seinen neuen Klub Inter kam der 27-Jährige bisher lediglich einmal zum Einsatz.
Vor vier Wochen hatte sich Pavard schon einmal ähnlich zu seinem Wechsel geäußert:
Die tatsächlichen Gründe für seinen Wechsel verschweigt Pavard lieber. Dies ist im Grunde genommen sein gutes Recht, denn sie sind wohl tief im Privaten verwurzelt, wie es aus Insiderkreisen heißt. Trotzdem verwundert es, wenn dann wiederholt Ausweichargumente herangezogen werden, die insgesamt am Kontext vorbei gehen, wenn man die gesamte Entwicklung aufmerksam verfolgt hat. Dass Inter sicherlich – zumindest zu Beginn seiner Wechselabsichten – nicht sein Traumverein gewesen war, kann er jetzt natürlich als Spieler in Mailand nicht mehr behaupten. Und würde er die wahren Gründe für seine Flucht aus München nennen, würde der Boulevard erbarmungslos nachbohren. Arme Prominente. Arme Profi-Fußballer. Brutale (Medien-)Welt.
