Ex-Bayernspieler Dietmar Hamann gibt einmal mehr seinen Senf zu Angelegenheiten seines Ex-Vereins ab und warnt diesen sogar vor einer Verpflichtung des gleichaltrigen Max Eberl nach dessen Aus bei RB Leipzig. Mit diesem hatte er einige Jahre gemeinsam in der Bayern-Jugend und bei den FCB-Amateuren gespielt. Eberls Rauswurf in Leipzig überrascht ihn nicht – und abschließend attackiert er auch den Rekordmeister noch heftig.
Wenig kollegial argumentiert er bei Sky hinsichtlich seines früheren Mitspielers: „Gemunkelt wird es ja schon länger. Die Frage ist, ob die Bayern das jetzt machen wollen. Überraschen würde es mich nicht“. Dann holt er Stammtisch-mäßig aus: „Die Leipziger und die Salzburger sind das Feindbild der meisten Fußballfans. Man hat den Jochen Sauer (Leiter des FCB-Campus) in der Akademie, man hat den Christoph Freund als Sportdirektor, jetzt kommt vielleicht der Dritte mit RB-Vergangenheit.“ Für den FC Bayern sei es daher „eine sehr gefährliche Situation“.
Eberls Aus in Leipzig kommt für Hamann keineswegs gänzlich überraschend: „Die Stimmen hat man ja schon länger gehört, dass es da nicht hundertprozentig flutscht. Er hat nach 28 Minuten die Pokalfeier verlassen, keine Rede als Verantwortlicher gehalten.“
Hier kann jetzt in diesem Kontext (ebenfalls) gemunkelt werden, ob der Didi selbst dabei in bester Boulevardjournalismus-Manier mit der Stoppuhr in der Hand zugegen gewesen war.
Wenngleich der Zeitpunkt des Eberl-Knalls beim DFB-Pokalsieger nicht absehbar gewesen sei, „war es nur eine Frage der Zeit“. Immerhin steht für Hamann nicht in Frage, dass Eberl zuerst bei Borussia Mönchengladbach einen guten Job gemacht hat und auch: „Man muss ihm lassen, dass er bei Leipzig einen hervorragenden Kader zusammengestellt hat“.
Für den 50-Jährigen ist jedoch entscheidend, dass RB und Oliver Mintzlaff nach den wiederkehrenden Bayern-Gerüchten ein klares Eberl-Bekenntnis pro Leipzig vermissten, wie der Klub in einer Mitteilung zu seiner Entscheidung („Fehlendes Commitment zum Klub“) am Freitag andeutete. „Wenn die Leipziger jetzt vor einem so wichtigen Spiel einen solchen Schritt machen, finde ich es gut und richtig, wenn sie der Meinung sind, dass er nicht mehr hundertprozentig bei ihnen ist“, hegt Hamam viel Verständnis, wenn nicht sogar Sympathie genau für den Verein, den er zuvor zum Feindbild der deutschen Fußballfans erklärt hat.
Hamann sieht sogar für den FC Bayern eine Gefahr im Zuge der Eberl-Personalie und verweist dabei in puncto Identifikationsfigur auf die BL-Konkurrenz Bayer Leverkusen mit Sportchef Simon Rolfes), Borussia Dortmund (Sebastian Kehl) sowie Union Berlin und den SC Freiburg:
„Das zeigt die Schwäche des FC Bayern im Moment. Dass man es nicht geschafft hat, Leute da reinzustellen oder hochzuziehen und denen das Vertrauen zu geben und ihnen zu sagen: ‚So, ihr seid jetzt die Nächsten. Ihr macht das in einem Jahr oder in zwei, drei Jahren‘“, meinte Hamann, um dann noch die ganz große Keule gegen das Mia-san-mia-Verständnis des FC Bayern auszupacken: „Das zeigt, wo die Bayern stehen. Denn eines haben sie nicht und das ist Identifikation. Und davon lebt ein Verein oder davon leben die großen Vereine. Und ich glaube, die Bayern müssen sehr vorsichtig sein, dass sie nicht ein Verein werden, wie jeder andere“.
Dietmar ist ein ganz spezielles Exemplar an Boulevard-Journalist: Permanent schießt er selbst gegen frühere Kollegen aus der aktiven Zeit. Bei Oliver Kahn war das nicht so viel anders. Wenn diese dann in ihren Funktionärsämtern scheitern, wirft er – ziemlich scheinheilig – dem Verein vor, dass er durch so ein Vorgehen seine Identifikation verlieren würde. Und das ausgerechnet beim FCB, der so dermaßen stolz auf sein Mia san mia ist!
Möge in diesem Kontext der derzeit wieder umtriebige Mr. Mia-san-mia Uli Hoeneß, welcher den Eberl Maxi gerade auch wegen seines FCB-Stallgeruchs so sehr schätzt, eingreifen und den Didi medial in die Schranken weisen. Dass Hamann jemals eine besondere Identifikationsfigur in München war, ist nicht bekannt, auch würde ihn niemand mit dem weltberühmten Mia san mia in Zusammenhang bringen – mit vielen anderen weniger positiven Dingen dafür umso mehr … für den FCB ist er damit aber noch wesentlich weniger geeignet als der Loddar als Greenkeeper an der Säbener Straße….
PS: Wie wenig beliebt Hamann bei seinem Ex-Verein in München ist, belegt auch die Tatsache, dass in der Historie der Vereinshomepage kein einziges Bild des 50-Jährigen zu finden ist. Von nahezu allen anderen ehemaligen Spielern dagegen schon. So bringt FC Bayern Total auch lieber ein Titelbild mit Max Eberl. Übrigens zeichnet sich auch bei der aktuellen Umfrage auf der Seite ab, dass eine große Mehrheit der FCB-Fans für eine Verpflichtung von Eberl steht. Die Ablehnung gegenüber dem Boulevard-Didi ist allerdings noch wesentlich größer!
