Rassismusvorwürfe – Mané-Berater startet Schlammschlacht gegen Bayern

Afrikas Fußballer des Jahres 2022 Sadio Mané musste den FC Bayern nach nur einer Saison, in welcher sehr viel schief und gegen ihn gelaufen war, wieder verlassen. Die Vereinsverantwortlichen gaben dabei in den letzten Monaten sicherlich insgesamt kein glückliches Bild ab. Nun zündet aber Sadios PR-Berater Bacary Cissé in der französischen TV-Sendung After Foot RMC eine Stufe, die viel zu weit geht und möglicherweise sogar juristische Konsequenzen für ihn haben könnte.

Der senegalesische Nationalspieler selbst zeigte sich über seinen mehr oder weniger erzwungenen Abschied und den Wechsel in die saudische Liga zum CR7-Club Al Nassr sehr betrübt. Gegenüber Sky: “Der Abschied vom FC Bayern tut mir weh. Ich hätte mir ein anderes Ende gewünscht”. Er hatte zuvor immer wieder betont, sich in der kommenden Saison beim deutschen Rekordmeister durchsetzen zu wollen.

FCB-Coach Thomas Tuchel machte jedoch zuletzt deutlich, dass der Wechsel nach Saudi-Arabien “die beste Lösung für alle Beteiligten” sei. Manés PR-Berater sieht dies komplett anders. Laut seiner Meinung haben vor allem die FCB-Verantwortlichen darauf gedrängt, dass sein Klient in diesem Sommer den FC Bayern vorzeitig verlassen musste. Cissé kritisiert die Art und Weise, wie Mané von den Bayern-Bossen in den vergangenen Monaten behandelt wurde: “Sie haben nie den Spielerberater angerufen. Sie haben Sadio nie ins Gesicht gesagt, dass sie ihn loswerden wollen. Sie haben Tuchel geschickt, um ihm mitzuteilen, dass er nur die dritte Wahl auf den offensiven Flügelpositionen ist”.

Laut Cissé hätte nicht Tuchel, sondern die Münchner Führungsetage entschieden, dass Mané in Zukunft keine Rolle mehr beim FCB spielen soll: “Als Tuchel ankam, traf er Sadio zum ersten Mal nach der Länderspielpause. Er hat ihm gesagt, dass er froh ist, ihn in der Mannschaft zu haben und dass er eine wichtige Rolle spielen wird. Aber er wusste nicht, dass die Verantwortlichen eine andere Entscheidung getroffen haben.” Ab diesem Moment werden Cissés Behauptungen immer abenteuerlicher: “Nach dem Ende der Saison traf Tuchel Sadio und sagte ihm: “Es tut mir leid, weil ich versprochen habe, dass du spielen würdest, aber die Bosse haben mir gesagt, dass ich dich nicht spielen lassen soll.

Die Degradierung Manés soll überdies “keine fußballerische Entscheidung” gewesen sein. Cissé: “Bayern wird von alten Männern auf der Tribüne geführt. Der Aufsichtsrat wollte ihn und hat die Verpflichtung vor einem Jahr genehmigt, jetzt nach seiner Verletzung haben sie entschieden, dass er weg muss. Die Bayern waren undankbar. Sie haben einem Afrikaner so viel Geld gezahlt, und das hat sie verletzt.”

Cissé äußerte sich auch zu dem Kabinenvorfall mit Leroy Sané nach dem CL-Spiel bei ManCity, bei dem es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen Mané und Sané gekommen war. Demnach war sein Klient das Opfer und nicht Sané, den er dann in seiner weiteren Ausführung sogleich heftig beleidigt: “Jeder, der sich im europäischen Fußball auskennt, weiß, dass Leroy Sané ein sehr herablassender Typ ist, während Sadio sehr ruhig ist und das überall gezeigt hat, wo er gespielt hat. Sané hat die Grenzen überschritten.

Auf die Frage, ob Mané von Sané rassistisch beleidigt worden war, bevor es zu dem Schlag ins Gesicht kam, behauptet Cissé: “Ja, das stimmt. Ich kann nicht auf bestimmte Details eingehen. Deshalb habe ich auch gesagt, dass die Bayern undankbar waren. Das ist verrückt!”

Am Ende eskaliert Cissé dann völlig auf eine abstrus-lächerliche Weise: “Wenn die Hautfarbe von Sadio Mané Leroy Sané störte, dann störte sie auch die Verantwortlichen des FC Bayern, denn sie verstanden nicht, warum sie für diesen Mann so viel Geld bezahlen sollten.”

FC Bayern Total: Die Enttäuschung von Sadio, aber auch seines Umfelds über die Geschehnisse und auch die mediale Behandlung in München ist absolut nachvollziehbar. Herr Cissé schießt aber nun extrem weit über das Ziel hinaus. Seine Ausführungen sind allein schon unter logischen Aspekten vollkommener Blödsinn. Er scheint nicht einmal fähig zu sein, die zwei Führungsriegen des FCB während und nach der Saison trennen zu können. Die alten Männer, die Tuchel untersagt haben sollen, Mané noch aufzustellen, wären wohl – die gewiss noch nicht alten Herren – Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic gewesen. Und warum zur Hölle hätten diese dem neuen Coach verbieten sollen Sadio aufzustellen, wenn dieser in einer guten Verfassung gewesen wäre.

Zu den fürchterlichen Rassismus-Vorwürfen: Leroy Sané ist selbst dunkelhäutig, zwar eine Nuance heller als Sadio, trotzdem aber selbst immer wieder Opfer von rassistischen Beleidigungen. Dem Verein Rassismus vorzuwerfen bei all den Aktionen, die dieser gegen dieses häufig anzufindende widerliche Verhalten unternimmt, ist dumm (und) dreist. Es spielen übrigens im Verein viele andere Spieler mit derselben Hautfarbe wie Sadio sie hat, u.a. die äußerst populären und beliebten Mathys Tel, Kingsley Coman und Alphonso Davies, aber auch Dayot Upamecano, Ryan Gravenberch und Bouna Sarr. Jamal Musiala, Serge Gnabry, Eric Maxim Choupo-Moting, Tarek Buchmann und Malik Tillman sind auch keine Bio-Deutschen.

Es mag sein, dass Sadio aufgrund seiner Hautfarbe und Herkunft in Deutschland einiges an Unrecht widerfuhr, aber sicherlich nicht von Vereinsseite und auch nicht von seinen Fußballkollegen, was in dieser Konstellation abstrus wäre.

Man darf nun gespannt sein, wie der FC Bayern auf diese infamen Anschuldigungen reagiert und ob er juristische Schritte gegen Bacary Cissé einleiten wird. Dem sympathischen Sadio Mané kann nur raten, sich von diesem Herrn beruflich schnellstmöglich zu trennen, als PR-Berater ist Cissé eine vollkommene Katastrophe und Fehlbesetzung!


Update 6. August 17:00

Auf BILD-Nachfrage äußert sich der Bayern zu den infamen Anschuldigungen:

Wir haben unseren Vertrag mit Sadio Mané in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Rassismusvorwürfe, wie sie jetzt erneut aus Sadios Umfeld erhoben werden, sind gegenstandslos und waren es von Anfang an. Auch hat unser Trainer Thomas Tuchel nie zu Sadio gesagt, er dürfe ihn nicht mehr einsetzen.“

Weiter: Der FC Bayern hat Sadio Mané als Mensch und Spieler geschätzt. Leider haben sich unsere gemeinsamen Ziele, die wir uns mit seiner Verpflichtung gesteckt hatten, nicht erfüllt. Das kommt im Fußball vor. Wir wünschen Sadio alles Gute und viel Erfolg bei seinem neuen Verein!“

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

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