Kane-Poker: Die miesen Methoden des Mr. Levy

Kommentar von Petersgradmesser

Tottenham-Boss Daniel Levy dürfte wohl zu den unangenehmsten Verhandlungspartnern gehören, auf welche FCB-Verantwortliche jemals bei Spielerverpflichtungen getroffen sind. Es bleibt fragwürdig, ob er dabei noch als lupenreiner Profi fungiert oder ob das schon in Richtung Provokateur mit zweifelhaften Manieren tendiert. Bei ihm soll es schon vorkommen, dass er einen wichtigen Termin divenhaft wegen eines angeblichen Jetlags kurzfristig absagt und seine Verhandlungspartner auf diese Weise dreist düpiert. Aktuell ist er übers Wochende in die USA geflogen, obwohl er weiß, dass der FC Bayern auf seine Antwort auf das mittlerweile vierte Kane-Angebot wartet.

Es bleibt zu befürchten, dass nach seiner Rückkehr auf die Insel eine Antwort weiter auf sich warten lässt – denn auch nach einer USA-Reise könnte ein Jetlag als Argument angegeben werden, obwohl Mr. Levy mit seinen 61 Jahren noch nicht hochbetagt ist.

Bisher hat Mr. Levy die neue FCB-Offerte zumindest nach außen schlichtweg ignoriert. Und englische Medien berichten nun sogar, dass Tottenham weiterhin davon überzeugt sei, den 2024 auslaufenden Vertrag mit dem Rekordtorschützen der Three Lions verlängern zu können, indem man eine Ausstiegklausel für den Sommer 2024 einbaut. Eine bauernschlaue Lösung.

Eigentlich will der englische Nationalspieler bis zum 13. August (der Pflichtspielauftakt der Spurs in Brentfort) Klarheit haben, wo er kommende Saison spielen wird. Einen Wechsel danach lehnt er laut Medienberichten ab. Sollten sich die Bayern und Tottenham bis dahin nicht einigen, möchte Kane bei den Spurs bleiben, aber den Klub 2024 ablösefrei(!) verlassen.

Die Bayern haben am Freitag ihr offenbar ultimatives Angebot in Höhe von kolportierten 95 Millionen Euro plus Bonuszahlungen vorgelegt und den Druck auf Tottenham scheinbar erhöht. Die Reaktion von Mr. Levy war der Flug in die USA. Während die einen berichten, dass er dort Familienurlaub macht, schreiben andere, dass er dort den Klubbesitzer Joe Lewis trifft, um das weitere Vorgehen im Transferpoker um Kane abzustimmen. Beides erscheint bei ihm möglich zu sein.

Daily Mail berichtet von der Hoffnung der Tottenham-Verantwortlichen, dass Kane seinen bis Sommer 2024 laufenden Kontrakt verlängert. Die „Fortschritte“ unter dem neuen Trainer Ange Postecoglou sollen den 30-Jährigen dazu bewegen, eine Vertragsverlängerung mit einer Ausstiegsklausel zu unterzeichnen. Täte Kane dies und würde er ein weiteres Jahr in London bleiben, müsste der FCB oder ein anderer Abnehmer 2024 somit eine – wahrscheinlich nicht geringe – Ablösesumme zahlen. Mr. Levy kalkuliert dabei mit der großen Verbundenheit Kanes mit seinem Jugendverein. Für den FC Bayern wäre dies aber ein großer Affront und die Liebe zwischen FCB und englischem Nationalmannschaftskapitän würde wohl ziemlich schnell erlöschen. Ein teuflischer Plan von Mr. Levy – der dabei mit einer gewissen Naivität Kanes spekuliert.

Dazu ein Blick in die Vergangenheit: Das Beispiel von Gareth Bale, quasi der Vorgänger von Kane, zeigt, dass Levy durchaus bereit ist, einen Transfer bis zur letzten Sekunde hinauszuzögern. Als der Waliser 2013 – für eine damalige Weltrekordablösesumme – zu Real Madrid wechselte, haben die beiden Klubs erste wenige Stunden vor dem Ende der Wechselperiode eine Einigung erzielt.

Veröffentlicht von fcbayerntotal

Admin und Autor von FC Bayern Total

2 Kommentare zu „Kane-Poker: Die miesen Methoden des Mr. Levy

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Bayern Total

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen