„Wir sind ruhig geblieben“: Souveräner FCB-Pokalsieg in Osnabrück nach frühem Schock

Der FC Bayern überstand zum 32. Mal in Folge die erste Runde im DFB-Pokal. Trotz eines frühen Rückstands ließ der Rekordpokalsieger dem couragierten Zweitligisten VfL Osnabrück beim 4:1-Auswärtssieg letztlich keine Chance. Die Stimmen der Münchner nach der Partie.

Die 17 Ligakonkurrenten hatten es bereits vorgemacht und so lag es am FC Bayern, dass zum ersten Mal seit 2008 wieder alle Bundesligisten in die zweite Runde des DFB-Pokals einziehen würden. Die amtierende und Rekord-Pokalsieger löste die Aufgabe beim 4:1 über Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück souverän.

Dabei begann der Pokalfight im Stadion an der Bremer Brücke alles andere als optimal für die Münchner: Bereits nach fünf Minuten ging Osnabrück durch ein „Wahnsinnstor“ von Robin Meissner mit 1:0 in Führung: Der 26-Jährige setzte sich nach einem weiten Befreiungsschlag zunächst rustikal gegen Jonathan Tah, dann im Kopfballduell gegen Minjae Kim durch und drosch dann aus 30 Metern auf das FCB-Tor. Neuer-Vertreter Jonas Urbig hatte trotz der großen Entfernung aufgrund der Flugkurve des Balles nicht die geringste Abwehrmöglichkeit.

Die Bayern schüttelten sich ganz kurz und zogen dann über fast die gesamte restliche Spielzeit ihr gewohnt dominantes Spiel auf. Harry Kane (nach Chipball von Joshua Kimmich, 18.) und Tom Bischof im Nachschuss (24.) drehten das Ergebnis früh und mit dem 2:1 ging es auch in die Pause. In der zweiten Hälfte waren die Niedersachsen im wahrsten Sinne des Wortes chancenlos, blieben aber bis zum Schlusspfiff in der Defensive kompakt. Die Treffer von Michael Olise per wunderbarem Chip über den glänzenden Keeper Jonas Krumrey(73.) und von Harry Kane (Elfmeter nach Foul an Aleksandar Pavlovic) zum 4:1-Endstand konnten sie aber nicht verhindern.

Die Stimmen der Bayern

Chefcoach Vincent Kompany

„Wir haben immer wieder die Räume gefunden und die Chancen wurden irgendwann auch größer. In der ersten Halbzeit haben wir gegen ihre Kompaktheit gespielt, in der zweiten Halbzeit haben sie immer wieder versucht zu pressen und dadurch haben wir auch Möglichkeiten bekommen. Am Ende ist es ein 4:1 auswärts im Pokal. Viel besser kann es eigentlich nicht laufen gegen eine kompakte, defensivstarke Mannschaft, die genau darauf ihren Erfolg aufgebaut hat. So ein Spiel auswärts 4:1 zu gewinnen, ist nicht einfach. Das ist gut – und jetzt geht es weiter.

Das erste Tor war Wahnsinn. Du weißt natürlich, dass es hier schwierig sein kann, und dann fällt in den ersten zehn Minuten so ein Tor. Das war schon Wahnsinn. Aber wir sind ruhig geblieben – das war entscheidend. Wir haben eine stabile zweite Halbzeit gespielt und sind am Ende sehr glücklich. Ich wusste, dass es hier nicht einfach wird. Es war ein gutes Auswärtsspiel von uns.“

Doppeltorschütze Harry Kane

„Ich denke, es war eine gute Leistung. Solche Spiele sind nie einfach. Wir haben auswärts gegen eine gute Mannschaft gespielt und die Atmosphäre, die die Fans geschaffen haben, war wirklich stark. In solchen Spielen musst du diszipliniert und mental voll da sein – gerade wenn der Gegner mit so einem verrückten Tor startet. Das war ein unglaubliches Tor. Wir mussten ruhig bleiben, und ich denke, dass wir das Spiel über die gesamte Zeit unter Kontrolle hatten.

Es wäre schön gewesen, wenn wir früher noch ein, zwei Tore mehr gemacht hätten. Aber insgesamt war es ein guter Auswärtssieg. Der Schlüssel war, diszipliniert zu bleiben, den Ball schnell zu bewegen und ihre Konter zu kontrollieren. Wir haben vor dem Spiel viel darüber gesprochen, wie sie uns gefährlich werden können. Mit dem Ball ging es darum, schnell zu spielen und es ihnen dadurch schwer zu machen. Wir haben viele großartige Offensivspieler und wenn wir in die gefährlichen Räume kommen, können wir Tore erzielen. Das haben wir heute gezeigt.“

Tom Bischof, FCB-Torschütze zum zwischenzeitlichen 2:1

„Auf jeden Fall war es ein hartes Stück Arbeit. Wir wussten, dass Osnabrück echt guten Fußball spielt, und das haben sie auch bewiesen. Sie haben gut hinten rausgespielt und sind dann natürlich mit einem brutalen Tor gut reingekommen. Da kommt auch das Stadion mit. Aber ich fand, dass wir ruhig geblieben sind, das Spiel unter Kontrolle bekommen und uns unsere Chancen herausgespielt haben.

In der ersten Hälfte hätten wir auch noch ein, zwei Tore mehr machen können. Ich bin einfach froh, dass wir weitergekommen sind. Das sind eklige Spiele. Es war sehr schön. Ich bin immer froh, wenn ich starten darf und Minuten bekomme. Es hat sich mit den Jungs gut angefühlt und natürlich bin ich auch froh über mein Tor, weil es mit dem 2:1 ein wichtiger Treffer war. Deswegen fühlt es sich einfach gut an.“

Jonas Urbig, der anstelle von Manuel Neuer das FCB-Tor hütete

„Wir haben immer weitergemacht und bis zum Ende Gas gegeben. Es war uns klar, dass es ein schwieriger Test wird. Aber wir haben ihn bestanden.“

Bayern-Sportdirektor Christoph Freund

„Ich glaube, es war ein richtiger Cup-Fight und für die Zuschauer im Stadion ein cooles Spiel und eine super Atmosphäre. Das Gegentor war natürlich ein unglaubliches Tor, aber so was passiert immer wieder im Pokal. Für die Stimmung war es Wahnsinn. So etwas wünscht man sich nicht.

Aber die Mannschaft hat super reagiert, hat eine sehr gut erste Halbzeit gespielt und dann auch nach dem 2:1 sehr seriös zu Ende gespielt. Das war nicht einfach. Osnabrück hat es echt gut gemacht, sehr intensiv gespielt, immer wieder gut umgeschaltet – aber wir haben das Spiel gut kontrolliert. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie extrem gefestigt ist. Man spürt immer, dass sie wissen, was sie machen, dass sie nicht an sich zweifeln und dass wir unser Spiel durchziehen. Wir spielen unser Spiel immer mit hundert Prozent weiter, egal wie der Spielstand ist – und so kleine Rückschläge hauen uns nicht aus der Bahn.“

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