WM-Bilanz FC Bayern: Tränen, Rekordverluste und neue Bestmarken

Teilweise riesige Ambitionen, die nicht erfüllt wurden. Kein Weltmeister, keine Finalteilnahme, aber auch Highlights bei den Spielern des FC Bayern. Die WM-Rekordbilanz.

Vorweggenommen: Das Turnier in den USA, Kanada und Mexiko war nicht die Weltmeisterschaft der Bayernspieler, aber es lief sicherlich nicht alles schlecht für sie. Die Deutschen schieden wieder einmal (viel) zu früh aus – es hätte zumindest eine Runde weitergehen müssen. Sie schielten vor dem Mammutturnier mit 48 Teilnehmern aber keineswegs so sehr auf den Titel wie Turnierfavorit Frankreich mit Michael Olise und Dayot Upamecano und Harry Kanes Engländer. Deren Träume wurden allesamt auf bittere Weise im Halbfinale zerstört.

Bayernspieler waren an allen vier deutschen WM-Titeln beteiligt und standen auch in allen vier verlorenen Endspielen der DFB-Elf auf dem Rasen. Jorginho (1994 mit Brasilien), Bixente Lizarazu (1998 mit Frankreich) und Corentin Tolisso (2018 mit Frankreich) wurden mit ihren Nationalteams als FCB-Spieler Weltmeister, viele andere ausländische Münchner Profis standen in einem WM-Finale. So ist es wenig erstaunlich, dass der deutsche Rekordmeister bzw. seine Spieler zahlreiche WM-Rekorde halten und hielten.

Ihre spektakulärsten WM-Rekorde verloren die Bayern beim jüngsten Turnier, neue Rekorde kamen dagegen wieder dazu.

Verlorene WM-Bestmarken des FC Bayern

Einen speziellen WM-Rekord stellt sicherlich die ewige Torschützenliste nach Vereinen auf. Diese führten die Spieler des FC Bayern vor dem Turnier in Nordamerika knapp vor dem internationalen Dauerrivalen Real Madrid an: 79 zu 78 WM-Treffer. Die Königlichen stellten jedoch als Klub bei der WM 2026 die mit Abstand treffsichersten Torschützen: Alleine Kylian Mbappe (10) und Jude Bellingham (7) erzielten 17 der 22 Real-WM-Tore. Sowohl die 22 Turniertreffer als auch die nun insgesamt 100 WM-Tore sind neue Bestwerte. Die Bestmarke für ein einzelnes WM-Turnier hielten bisher die FCB-Spieler 2014, die unter anderem mit sieben deutschen Weltmeistern 18 Tore erzielt hatten.

Auch in der ewigen WM-Torschützenliste gab es einen spektakulären Führungswechsel: Miroslav Kloses 16 WM-Tore (vier davon 2010 als FCB-Spieler) wurden von Mbappe (22) und Lionel Messi (21) nahezu pulverisiert. Dahinter folgen die brasilianische Legende Ronaldo (15) und Harry Kane, der mit insgesamt 14 WM-Toren zur FCB-Legende Gerd Müller auf Rang 5 aufschloss. Der „Bomber der Nation“ hält mit seinen bei lediglich zwei Weltmeisterschaften erzielten Toren jedoch weiterhin den WM-Rekord für Treffer für einen einzigen Verein. Alle anderen genannten Spieler schossen ihre WM-Tore für zwei und mehr Vereine.

Durch das Scheitern von Frankreich (0:2 gegen Spanien) und England (1:2 gegen Argentinien) im Halbfinale stand bei der WM 2026 erstmals seit dem Turnier 1978 in Argentinien kein einziger Spieler des FC Bayern im WM-Endspiel auf dem Spielfeld. Diesen erstaunlichen WM-Rekord teilten sich die Münchner mit Inter Mailand. Vor dem Finale schien klar zu sein, dass der italienische Meister künftig der alleinige Rekordhalter sein wird. Lautaro Martinez schoss mit seinem Jokertor zum 2:1 gegen England Argentinien ins Endspiel. Aber durch die extreme Defensivtaktik des entthronten Weltmeisters kam der Inter-Stürmer tatsächlich nicht zum Einsatz. Bayern und Inter bleiben somit gemeinsame Rekordhalter – auch wenn die Jagd 2026 für beide Klubs beendet ist.

Neue WM-Bestmarken durch Bayernspieler

Der beste Torassistgeber in Europas Topfußball der Spielzeit 2025/26, Bayerns Supertechniker Michael Olise, startete überragend in die Weltmeisterschaft. Vor allem der WM-Torschützenkönig Mbappe profitierte von seinen spektakulären Zuspielen. Am Ende überbot der 24-Jährige den WM-Torvorlagenrekord von Fußballlegende Pele, der 1970 in Mexiko sechs Assists verbuchte. Der neue Bestwert von Olise steht offiziell bei sieben Torvorlagen. Zählt man seine vorzügliche Vorbereitung für Mbappes Treffer bei der Senegal-Partie zum Endstand von 3:1 dazu, sind es sogar acht. Es sollten acht sein.

Der Weltmeister von 2014 und für viele beste Torhüter der Fußballgeschichte, Manuel Neuer, schaut sicherlich nicht positiv auf das Turnier zurück. Schon seine Teilnahme war in Fußball-Deutschland höchst umstritten. Dennoch stellte er mit seinen nunmehr 23 WM-Spielen gleich zwei neue WM-Rekorde auf: Er ist mit dieser Anzahl an Spielen der Torhüter mit den insgesamt meisten WM-Spielen seit der ersten WM 1930 in Uruguay.

Superstar Lionel Messi kommt bei seinen sechs WM-Teilnahmen zwar insgesamt auf fast schon unglaubliche 34 WM-Spiele, dahinter folgen Cristiano Ronaldo mit 27 und Lothar Matthäus mit 25 WM-Partien. Weil diese drei jedoch dabei ein- oder mehrmals ausgewechselt wurden, besitzt der Kapitän des FC Bayern seit diesem Turnier einen weiteren WM-Rekord.

Manuel Neuer wurde in seinen 23 WM-Spielen in offiziell 2160 Minuten (Nachspielzeiten werden nicht gewertet, drei Verlängerungen) kein einziges Mal ausgewechselt und ist in dieser Statistik neuer WM-Rekordhalter. Den Bestwert hielt zuvor HSV-Legende Uwe Seeler mit 21 Spielen (1980 Minuten). Mit Philipp Lahm (20 Spiele; 1920 min.), Franz Beckenbauer (18 / 1710) und Sepp Maier (18 / 1680) befinden sich noch weitere FCB-Legenden in den Top 10 dieser WM-Bestenliste. Wahrscheinlich würde der 40-Jährige beide WM-Rekorde jedoch gerne gegen einen besseren Turnierverlauf eintauschen.

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