Soll der FC Bayern Olise für eine Weltrekordablösesumme zu Real ziehen lassen?

Beim angeblichen Wechseldrama von Bayern-Superstar Michael Olise zu Real Madrid ist teilweise sogar die WM 2026 in den Hintergrund gerückt. Die Fans sind genervt. Ein Kommentar.

Mit Ausnahme des Champions-League-Halbfinal-Rückspiels gegen Paris Saint-Germain (1:1), nach dem der FC Bayern aus dem Wettbewerb ausgeschieden ist, hat Michael Olise eine überragende Saison für den Rekordmeister gespielt. Wettbewerbsübergreifend 57 Torbeteiligungen – 22 Tore und 35 Assists – dokumentieren dies eindrucksvoll. Der 24-Jährige war damit der mit Abstand beste Vorlagengeber im europäischen Top-Vereinsfußball.

Wenig überraschend ist man sich an der Säbener Straße darüber einig, dass der französische Nationalspieler über einen möglichst langen Zeitraum zu den absoluten Führungsspielern der Münchner gehören soll. Der in der Öffentlichkeit scheue Spieler soll zu einem der Gesichter des FC Bayern aufgebaut werden. Olise besitzt noch einen langfristigen Vertrag bis 2029, grundsätzlich besteht folglich kein erhöhter Druck, diesen zu verlängern und/oder finanziell aufzubessern. Die FCB-Verantwortlichen gaben sich zuletzt entspannt in der Causa, erklärten Olise einstimmig für absolut „unverkäuflich“.

Dies ist der letzte offizielle Stand seitens des Rekordmeisters, der nach dem gewonnenen Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart (3:0) am 23. Mai in den Sommerurlaub ging. In dieser Vereinsfußball-freien Zeit kommen bekanntermaßen keine informierenden und berichtigenden Statements von der Säbener Straße, während die Gerüchteküche alljährlich brodelt. 2026 erreicht diese aber einen neuen absoluten, fast schon aberwitzigen, Höchstwert, was die angeblichen Wechselabsichten von Michael Olise Richtung Madrid, kurzzeitig auch gen Paris, betrifft.

Wahlkampfversprechen von Real-Präsident löst eine mediale Lawine aus

Angefangen hat diese Posse mit dem vollmundigen Versprechen von Florentino Perez, für den Fall seiner Wiederwahl als Präsident von Real Madrid, einen Superstar von einem Champions-League-Klub für 150 Millionen Euro zu verpflichten. Er nannte keinen Namen, ein Großteil der Medien legte sich dabei aber unmittelbar auf Olise fest. Perez meinte jedoch den Argentinier Julian Alvarez vom Lokalrivalen Atletico. Seitdem beißen sich die Königlichen an diesem Vorhaben die Zähne aus, die Olise-Gerüchte sind gleichermaßen geblieben.

Und dies, obwohl Real Madrid mittlerweile sogar hochoffiziell per Statement das Interesse am Bayernstar dementiert hat und der deutsche Rekordmeister von der Vorgabe der Unverkäuflichkeit des Franzosen nicht einen Millimeter abgerückt ist. Während anfangs täglich neue Spekulationen von immer neuen angeblichen „Olise-Insidern“ aufgetaucht sind, die sich inhaltlich regelmäßig diametral widersprachen, kommen diese nun fast schon stündlich.

Der aktuelle Stand (bei Veröffentlichung dieses Beitrags möglicherweise schon wieder überholt): Nachdem Olise dem FC Bayern gestern versichert hat, zu bleiben, weiß die französische LEquipe heute, dass der 24-Jährige „den Real-Wechsel bereits angekündigt“ haben soll. Die jüngste Aussage seines französischen FCB-Teamkollegen Dayot Upamecano in dieser Angelegenheit – „Er bleibt, er bleibt“ – interpretiert das französische Sportblatt in einen verzweifelten Versuch Upamecanos, Olise vom Verbleib in München zu überzeugen, um. Dabei hat der bullige Verteidiger eindeutig versichert, dass Olise bleibt – und nicht, dass er hofft, dass er bleibt…

Wie reagiert der FC Bayern nach der Sommerpause?

Die Bayern-Fans, aber auch zahlreiche neutrale Fußballinteressierte, zeigen sich von der Berichterstattung mittlerweile komplett genervt. Die Medienbeschimpfungen in den Kommentarspalten nehmen sukzessive zu. Argumentativ sind hauptsächlich zwei Gruppen anzutreffen: Die eine pocht auf die Unverkäuflichkeit aufgrund der Vertragssituation, die andere würde „Reisenden keine Steine in den Weg legen“, allerdings im Fall von Olise eine Weltrekordablösesumme von 250 Millionen Euro aufwärts einfordern.

Olises WM 2026 endet am Samstag mit dem Spiel um den dritten Platz gegen England, der FC Bayern startet seine Vorbereitung auf die neue Saison zwei Tage später, am 20. Juli. Bis dahin können noch sämtliche „Transferinsider“ all ihr vermeintliches Wissen unwidersprochen in den Fußball-Kosmos blasen. Dann sollte, nein, muss der aus der Sommerpause zurückgekehrte Verein unmittelbar reagieren und ein eindeutiges Statement zur Causa Olise abgeben. Selbst wenn sich die Bayernbosse ihrer Sache (noch) sicher sind, sollten sie dies zugunsten ihrer vielen Millionen mittlerweile schwer genervten Fans tun. Bestenfalls beziehen sie darin auch die „offizielle Sichtweise“ ihres begehrten Spielers mit ein.

Kommt solch eine eindeutige Aussage seitens der Bayern-Verantwortlichen, werden darüber einige Journalisten gewiss nicht glücklich sein. Aber selbst diejenigen sollten begreifen, dass aufgrund der Handhabung der Causa Olise in diesem Sommer die Seriosität eines ganzen Berufszweigs arg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Das muss nun baldmöglichst beendet werden. Vielleicht nur eine Hoffnung, verbunden mit der Hoffnung, dass die Bayernbosse bei ihrer bisherigen strikten Haltung bleiben – und diese schnellstmöglich und unmissverständlich kommunizieren.

Ein Kommentar zu “Soll der FC Bayern Olise für eine Weltrekordablösesumme zu Real ziehen lassen?

  1. Habe gerade gelesen, Olise möchte gerne in München bleiben. Mit dem Verkauf könnte man doch noch warten, er hat doch noch lange Vertrag in München, deshalb warten bis noch ein Jahr Vertrag, wenn er dann weg will, dann kann man ihn immer noch verkaufen.

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