Der designierte Neuzugang des FC Bayern, Ismael Saibari, begeistert bei der WM 2026. Ein Ex-Gegenspieler überschüttet ihn mit Lob und zollt ihm großen Respekt.
Die Verantwortlichen beim FC Bayern werden mit großer Freude die Leistungen von Ismael Saibari bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko beobachten. Der 25-jährige Offensivspieler hat mit seinen drei Toren in den Gruppenspielen – darunter ein Weltklassetor gegen Brasilien – Marokko fast im Alleingang in die K.-o.-Runde geschossen. Laut übereinstimmenden Medienmeldungen wird er für eine Ablösesumme um die 50 Millionen Euro vom niederländischen Meister PSV Eindhoven an die Säbener Straße wechseln.
Lars Unnerstall, ehemals Torwart beim FC Schalke und nun für Twente Enschede in der Eredivisie aktiv, kennt Saibari aus den direkten Ligaduellen mit der PSV und hat großen Respekt vor ihm. Der 35-Jährige gegenüber der Sport Bild: „Meine Abwehrkollegen und ich hatten nie Bock darauf, gegen ihn zu spielen. Er hat uns total genervt und geärgert.“ Laut dem früheren deutschen U20-Nationaltorwart sei es jeweils immer alles andere als ein Vergnügen gewesen, gegen den Marokkaner aufzulaufen.
Saibari bester Spieler in der niederländischen Liga
Selbstverständlich meinte Unnerstall, der beim FC Schalke einst einer der Nachfolger von Manuel Neuer nach dessen Wechsel zum FC Bayern 2011 gewesen war, diese Worte ausschließlich als Kompliment. Mit dem marokkanischen Offensivspieler bekomme Bayern „den besten Spieler der Eredivisie“. Dieser erzielte in der vergangenen Spielzeit für Eindhoven in 37 Pflichtspielen 28 Scorerpunkte (19 Tore, 9 Assists), darunter der sehenswerte Ausgleichstreffer im Champions-League-Duell mit dem FC Bayern (1:2).
Laut dem Ex-Schalker sei Saibari der Dreh- und Angelpunkt beim niederländischen Meister gewesen. „Immer, wenn er die Kugel hat, passiert irgendwas Gefährliches nach vorne“, lobt Unnerstall. „Saibari ist ein super kreativer Spieler, stark im Dribbling und im Eins-gegen-eins. Dreht er auf, ist er kaum zu verteidigen.“
Allerdings warnt der Twente-Keeper auch vor möglichen Anfangsschwierigkeiten. Ein Wechsel in die Bundesliga sei nicht zu unterschätzen: „Spieler, die aus der Eredivisie zu einem Top-Klub der Bundesliga kommen, brauchen oft mindestens ein halbes Jahr, um sich zurechtzufinden“. Dabei erinnert Unnerstall an Saibaris Nationalmannschaftskollegen Noussair Mazraoui, der 2022 von Ajax zum FCB kam und einige Zeit brauchte, um sich bei Bayern zu etablieren.
Mazraouis Probleme in der Startphase in München waren jedoch vielfältig und hatten keineswegs alle mit dem unterschiedlichen Leistungsniveau zu tun. Unter anderem führte eine Ernährungsumstellung zu gewaltigen Gewichtsverlusten des ohnehin extrem hageren streng gläubigen Muslims.
Unnerstall erwartet dennoch, dass sich der bisher dreifache WM-Torschütze auf Dauer beim Rekordmeister durchsetzen wird: „Saibari wird nicht gleich alles in Grund und Boden spielen, aber er wird die Bundesliga definitiv bereichern. Bayern wird mit ihm variabler. Saibari kann im zentralen sowie im offensiven Mittelfeld spielen.“
Der Deal des deutschen Rekordmeisters mit dem Marokkaner befindet sich nach übereinstimmenden Medienmeldungen in der Finalisierungsphase, wird wohl aber wegen des WM-Turniers erst im Juli bekannt gegeben. Der obligatorische Medizincheck wurde bereits erfolgreich in den USA absolviert. Saibari soll einen Fünfjahresvertrag beim FC Bayern unterschreiben.
